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Was kommt? Abenteuer Pop

Ken Steen ist 25, Sohn einer Japanerin und eines Deutschen. Er nennt sich "Space Kelly", seine Platte "Erster Alles!" erscheint Anfang Mai bei Apricot Records. In Japan ist sie schon seit September auf dem Markt, mit deutschen Texten und mit Erfolg. Space Kelly lebt in Berlin und ist auf der Suche nach dem Abenteuer.




Deutschland soll sich wieder trauen, Musik mit Texten zu verkaufen. Im Moment muss sofort der Beat kommen, sonst hört keiner zu. Die Entscheider denken immer nur an Kohle und Quoten. Sie müssen sich aber wieder auf ihr Gefühl verlassen. Und die Sehnsucht nach gutem Pop wird es immer geben. Pop, das sind Lieder über Mädchen, über die Liebe und über das Leben. Pop ist die Reflexion von dem, was man erlebt und fühlt. Pop ist ein Lebensgefühl und soll auch immer ein spezielles Gefühl ausdrücken. Das Gefühl von dem, der Pop macht, und von dem, der Pop hört. Ich will, dass die Leute nach einem Konzert zu mir kommen und sagen: "Meine Freundin hat mich auch gerade verlassen. Aber jetzt geht's mir irgendwie besser." Ich wünsche mir, dass die Leute wieder verstehen, wie wichtig Gefühle und Worte für die Musik sind. Sie werden wieder handgemachte Musik wollen. Weil die sich mit dem Leben ändert, mit jeder Sekunde, in der etwas passiert.

Ich versuche, mit meiner Musik Werte zu vermitteln, die ich als Kind erlebt habe. Dass ich eben zu Weihnachten eine Gitarre bekam und keine Musik-Software. Ich gehöre zur Sesamstraßen-Generation. Das heißt: Ich bin kein Vorbild, ich will euch nichts vorschreiben. Ich bin einer von euch. Versteht, wie ich fühle, was ich meine. Ich bin keiner, der beobachtet, sondern einer, der was preisgibt. Die MTV-Generation lebt im Plastik. Das, was für mich Diskussionsstoff oder eine Lachnummer ist, ist für die real. Die sind da echt versaut, verkümmern in ihrer Konsumhaltung und Bequemlichkeit. Das wird sich umkehren. Das richtige Abenteuer wird wieder kommen. Wir brauchen Abenteuer, um uns zu bewegen. Die Menschen werden es draußen suchen, in der echten Welt, statt es sich einfach aus dem Femseher zu holen. Ich bin als Kind jeden Tag zum Kicken auf den Bolzplatz gegangen. Heute ist da keiner mehr. Aber die werden alle wieder kommen.