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Das erste Mal –

... Vater werden

Schlaflose Nächte, Tränensäcke bis zum Parkett und ein seliges Dauergrinsen im Gesicht. Holger Jung, Mitbegründer und Vorstand der Werbeagentur Jung von Matt, erzählt, warum es sich lohnt, nicht nur die Aufträge zu vermehren.




Ich hab's im Badezimmer erfahren, meine Frau hatte das Test-Set noch in der Hand: Wir bekommen ein Kind. Ich konnte es erst nicht glauben, dabei hatte ich seit einem Jahr darauf gehofft. Zoe wurde am 12.9.98 geboren, um 0.32 Uhr.

Seit ihrer Geburt hat sich mein Wertesystem völlig verändert. Ich weiß, dass das furchtbar akademisch klingt, aber es ist einfach so. Unsere Tochter und die Familie stehen für mich im Mittelpunkt. Ich verbringe heute zum Beispiel meine Wochenenden gern mit der Familie in unserer Bauernkate. Früher habe ich die Sams- und Sonntage meistens verschlafen – die Partys gingen immer so lange.

Mein Arbeitsleben hat sich auch verändert. Es gibt mehr Familientermine, die für mich absolut heilig sind. Ich führe sehr lustige Telefonate mit meiner Tochter. Und sie bekommt Mitbringsel aus dem Flugzeug: etwa Minitüten mit Gummibärchen.

Sie ist das hübscheste kleine Ding der Welt. Trotzdem ist mir meine Karriere immer noch sehr wichtig. Einen Loser möchte ich meiner Tochter als Vater nicht zumuten. Ich arbeite allerdings nicht mehr so viel wie früher. Und ich achte darauf, mir das Wochenende freizuhalten. Ich bin allerdings auch in einer günstigen Situation, ich kann mir viel Unterstützung leisten. So ist es für mich relativ einfach, zwischen Job und Familie zu pendeln. Wenn ich mit Zoe durch die Agentur laufe, gibt es von den Frauen viele Ahs und Ohs. Und schwärmerische Blicke. Aber nur für meine Tochter!

Meine Kollegen, die selbst Eltern sind, behandle ich anders. Ich bin viel geduldiger, weil ich ihre Situation besser verstehe. Außerdem gibt es eine Solidarität unter Vätern – wir können stundenlang über die Kinder quatschen. Auf rührselige Werbung mit familiärer Tränendrüse falle ich trotzdem nicht rein. Ein Baby ersetzt keine Idee. So wenig wie ein kleiner Hund.

Ich war bei Zoes Geburt dabei. Die eindrucksvollste Erfahrung meines Lebens. Es war eine Zangengeburt, 16 Stunden Wehen. Das war sogar für mich anstrengend. Trotzdem ist heute mein größter Wunsch: Ich hätte gern noch eine Tochter.