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Wie wird man Milliardär, Herr Varsavsky?

Interview mit Martin Varsavsky über große Allianzen, kleine Geister und Einsteinet.




brand eins: Herr Varsavsky, gerade haben Sie Ihr spanisches Internetportal für rund 1,1 Milliarden Mark an T-Online verkauft. Was machen Sie mit dem ganzen Geld?

Varsavsky: Ich habe Anteile an T-Online bekommen, die kann ich erst in einem Jahr verkaufen. Ich werde sie aber wohl behalten, schließlich habe ich genug Liquidät aus anderen Investitionen.

brand eins: Hat das Timing dieses Geschäftes etwas mit dem Ausscheiden des T-Online-Vorstandschefs Wolfgang Keuntje zu tun? Gerüchten zufolge war er ja etwas zögerlich, was große Geschäfte angeht.

Varsavsky: Nein. Keuntje wollte diesen Deal. Ron Sommer, der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Telekom, wollte diesen Deal. Ich verstehe die Gerüchte also nicht.

brand eins: Ya.com ist ein Internetportal. Ihre anderen Unternehmen aber liegen im Software- und Kabelbereich. Fühlen Sie sich jetzt sicherer?

Varsavsky: Ich wollte Ya.com nicht verkaufen. Ich habe verkauft, weil unsere Aktionäre und Anteilseigner scheinbar den Wert des Unternehmens nicht verstanden. Es ist paradox, der einzige Weg, ihnen den Wert zu beweisen, war, das Unternehmen zu verkaufen. Die Antwort ist also: Die Aktionäre fühlen sich sicherer.

brand eins: Und was passiert mit Ya.com?

Varsavsky: T-Online kauft ein fabelhaftes Unternehmen. Ya.com ist auf dem besten Weg, Spaniens wertvollstes Internetunternehmen zu werden.

brand eins: Und im Gegenzug kommen Sie nach Deutschland. Ihr Start-up Einsteinet hat sich das schleswig-holsteinische Elmshorn als Sitz ausgesucht. Sie selbst wohnen in Madrid. Gefällt Ihnen Elmshorn?

Varsavsky: Nicht besonders, nein. Ich ziehe München oder Hamburg vor.

brand eins: Werden Sie nach Hamburg ziehen? Varsavsky: Nicht persönlich, aber die Firma schon. Ich habe vorher von New York aus in ganz Europa gearbeitet, also in Deutschland, den Benelux -Ländern, der Schweiz, England, Spanien, Italien. Jetzt wohne ich in Spanien und habe mein eigenes Flugzeug. Gleich, zum Beispiel, fliege ich nach München und bin heute abend wieder in Madrid.

brand eins: Sie besitzen fünf Unternehmen - wie oft sind Sie eigentlich zum Abendessen zu Hause?

Varsavsky: Als Ergebnis einer Diskussion mit meiner Frau habe ich herausgefunden, dass ich im Monat genau fünfeinhalb Abende zwischen fünf und sieben Uhr nicht zu Hause verbringe. Das heißt: Ich bin relativ häufig zu Hause. Momentan beschränken sich meine Geschäftsaktivitäten auf Europa. Die Flugzeiten sind also nie länger als drei Stunden. Wenn ich in Spanien bin, gehe ich zum Mittagessen immer nach Hause. Mein Büro ist fünf Minuten von meinem Haus entfernt, der Flughafen 15 Minuten. In Spanien machen sie sehr spät Mittag, so gegen drei. Dann kommen die Kinder aus der Schule, ich bleibe bis fünf, sechs zu Hause und gehe dann noch mal bis neun ins Büro.

brand eins: Kennen Sie das deutsche Wort Langsamkeit?

Varsavsky: Wie? Meinen Sie Beständigkeit?

brand eins: Nein, eher einfach nur Minusgeschwindigkeit, ohne negativen Beigeschmack.

Varsavsky: Ist es wie mit den Japanern, von denen man sagt, langsame Entscheidung, schnelles Handeln?

brand eins: Ungefähr. Sind Sie so?

Varsavsky: Ich glaube, ich baue sehr schnell Dinge auf, schneller als andere. Die Unternehmen, die ich aufgebaut habe, sind alle Pioniere auf ihrem Gebiet.

brand eins: Und dabei haben sie relativ humane Arbeitszeiten. Wie verschaffen Sie sich den nötigen Überblick über die einzelnen Unternehmen?

Varsavsky: Ich besitze immer noch Anteile, aber ich führe die Unternehmen nicht. Ich führe ein Unternehmen nur im Moment des Aufbaus. Da besitze ich dann alle Titel, vom Vorstandsvorsitzenden bis zum Aufsichtsrat. Danach gebe ich diese Titel langsam ab. Bei Jazztel bin ich zum Beispiel Aufsichtsratsvorsitzender, aber nicht Vorstand. Im Moment bin ich der Vorstandsvorsitzende von Einsteinet. Bald werde ich auch dort Vorstandsvorsitzende haben, und ich werde Aufsichtsratsvorsitzender sein. Ein Gespräch mit dem Vorstand einmal in der Woche reicht dann. Meine Aufgabe liegt darin, mich zu versichern, dass die Unternehmen den rechten Weg gehen.

brand eins: Ihre erste Gründung verwandelte verlassene Industriegebäude in Manhattan in erschwingliche Lofts, danach gründeten Sie eines der ersten Forschungsinstitute für Aids. Heute verlegen Sie Glasfaserkabel in Europa und bieten komplexe Software-Dienste an. Was haben diese Firmen noch miteinander gemein?

Varsavsky: Anfang der achtziger Jahre gab es in New York viele Industriebrachen. Wo andere Leute Müll sahen, sahen wir eine Gelegenheit. Ob es sich um Aids dreht oder um leer stehende Industriegebäude, ob es darum geht, wie mit Viatel gegen die spanische Telefonica, gegen France Telecom, gegen die Deutsche Telekom zu kämpfen - jedes meiner Unternehmen baut auf einem Trend auf. 1991/92 traten wir als eines der ersten Unternehmen gegen das Telekommunikations-Monopol an. Wir wurden als kriminelle Piraten beschimpft, man hat uns abgeschnitten. Heute sind wir Wettbewerber, Teil des Establishments. Viele meiner Unternehmen sind ms Frustration entstanden. Viatel aus Frustration über das Telekommunikations-Monopol. Einsteinet ist aus Frustration über instabile PCs entstanden.

brand eins: Aber wie nehmen Sie Trends wahr, wenn Sie die Hälfte Ihrer Zeit Ihre Unternehmen beobachten?

Varsavsky: Diese Unternehmen haben alle mit Telekommunikation, Internet und Informationstechnologie zu tun. Was mir beim Verstehen dieser Industriezweige hilft, ist, dass ich deren Produkte konsumiere. Wäre ich Pizzabäcker, würde ich meine eigene Pizza essen, hätte ich ein Restaurant, würde ich dort essen.

brand eins: Und worüber denken Sie momentan nach?

Varsavsky: Über das Problem der digitalen Kluft. Ich kümmere mich darum, wie man Menschen speziell in weniger entwickelten Ländern online bekommt. Ich habe dem argentinischen Staat elf Millionen Dollar für ein Erziehungsportal gespendet. Beim Thema Internet reden manche über eCommerce, andere über Entertainment oder Information. Ich kümmere mich um Erziehung. Ich bin mit allen Internet-Aspekten betraut, Transport, Inhalte, Software, Technologie, ich bin selber User, kenne die Player, beobachte den Markt, rede mit Menschen. Ich liebe es.

brand eins: Bei fast jedem Ihrer Geschäfte ist der kanadische Netzwerkspezialist Nortel Networks involviert. für Einsteinet haben Sie Computer Partner gekauft, die Sie ebenfalls aus vorigen Geschäften kannten. Wie wichtig sind Ihnen Partnerschaften?

Varsavsky: Im Kapitalbereich meiner Unternehmen arbeite ich ausschließlich mit finanziellen Partnern zusammen. Ich nehme also keine Telekommunikationsunternehmen als Partner. Die sind groß, langsam und besitzen eine völlig andere Kultur. Meine finanziellen Partner sind Apax, Goldmann Sachs, J. P. Morgan, Dresdner Kleinwort Benson, Merill Lynch, Investmentbanken, die früher meine Aktien gehandelt haben, heute kaufen sie die. Wir arbeiten mit Nortel zusammen - aber nicht nur. Nortel hat an mich geglaubt, als ich fast pleite war. Im September 1998 sackte der Markt um 70 Prozent ein, und ich hatte gerade Viatel beliehen, um Jazztel zu starten. Sie haben mir geholfen, weil sie mich und meine Branche verstehen. Nortel war mal so viel wert wie Siemens, heute liegen sie weit darüber. Den Leuten bei Siemens habe ich auch mal versucht zu helfen, aber die hören ja nicht zu.

Brand eins: Was wollte Siemens von Ihnen?

Varsavsky: Ich weiß nicht. Wieso nehmen amerikanische Unternehmen von jedermann Hilfe an? Weil sie praktische Leute sind. Sie sagen: "Dieser Mensch kauft unsere Produkte, lass uns ihm zuhören." Vor drei Jahren haben mich Leute von Siemens auf einer Konferenz gehört und mich auf ein Gespräch eingeladen, um zu erfahren, wie ich die Märkte der Zukunft einschätze und so weiter. Ich habe ihnen gesagt, was ich denke, und seitdem nie wieder von ihnen gehört. Partnerschaften sollten Sie nicht langsamer machen, und Sie sollten vorsichtig sein, wie viel Macht Sie einem Partner geben. Wenn Sie Macht weggeben, sollten Sie etwas anderes dafür bekommen, nämlich ernsthafte Hilfe. Große Unternehmen wollen Macht, aber sie helfen nicht - die wissen noch nicht einmal, wie Helfen geht.

brand eins: Viatel war fast pleite, und Sie hatten einen schlimmen Radunfall. Was passierte da genau ?

Varsavsky: Ich bin Mountainbiker und fahre viel durch die Gegend. Es war an einem Samstag im September 1998. Ich hatte einen Kredit aufgenommen, um Jazztel zu starten, und den mit meinen Anteilen bei Viatel abgesichert. Plötzlich verloren die Viatel-Aktien 75 Prozent ihres Wertes, sie gingen von 20 auf sechs herunter, eine Reaktion auf Turbulenzen des Rubels. Ich fuhr den Berg hoch und dachte: "Ich bin bankrott." Und: " Ich brauche Zeit! Ich muss meine Aktien nicht verkaufen. Sie werden wieder steigen." Doch ich war so besorgt, dass ich nicht auf mein Fahrrad achtete, und auf dem Weg bergab hatte ich einen ziemlich bösen Unfall. Mein Rücken und meine Knie waren kaputt, ich musste für ein paar Tage ins Krankenhaus, einen Monat lang lag ich zu Hause im Bett. Während ich im Krankenhaus lag, beschloss die Bank, abzuwarten. Drei Tage später kam ich raus, und meine Aktien standen bereits wieder bei 13. Ich musste immer noch ein paar verkaufen, was ein Jammer ist. Seitdem habe ich keine Schulden mehr. Anleihen erlauben Ihnen mehr Eigentum, vergrößern aber gleichzeitig Ihr Risiko. Nun besitze ich weniger, also 22 Prozent an Jazztel. Ich könnte 40 Prozent besitzen, aber ich habe weniger Risiko.

brand eins: Der Unfall scheint Sie vor Fehlern bewahrt zu haben.

Varsavsky: Er hat sicherlich geholfen. Vielleicht ist es richtig, manchmal einfach nichts zu tun und zu warten. Vielleicht ist das Langsamkeit?

brand eins: Vielleicht. Nehmen Sie Auszeiten? Varsavsky: Als ich Urban Capital beendete, nahm ich anderthalb Jahre frei, reiste um die Welt und lernte meine Frau kennen. Als wir unser erstes Kind bekamen, fing ich wieder an zu arbeiten -das war Viatel. Bevor ich mit Jazztel begann, nahm ich wieder anderthalb Jahre frei. Ich lehrte an der Universität und schrieb ein paar Artikel. Jetzt bin ich natürlich mit Einsteinet beschäftigt.

brand eins: Wann werden Sie aus Einsteinet wieder aussteigen?

Varsavsky: In einem Jahr, denke ich.

brand eins: Was muss bis dahin passiert sein?

Varsavsky: Einsteinet sollte sein wie Jazztel heute: ein Unternehmen mit 1000 Beschäftigten, einer halben Million Kunden, 4000 Kilometern an Netzwerk, ein super motiviertes Management-Team und eine Marktkapitalisierung von rund fünf Milliarden Mark. Es hat zwei Jahre gedauert, Jazztel aufzubauen. Wahrscheinlich dauert es genauso lange, Einsteinet aufzubauen.

brand eins: Aber wie leben Sie mit Kurseinbrüchen? Zwei Ihrer Unternehmen sind an der Börse notiert oder, wie im Fall von Einsteinet, auf den Börsengang ausgerichtet. Sie können sich ja nicht jedes Mal einen Berg hinunterstürzen.

Varsavsky: Es ist nicht mehr so wichtig wie früher. Neulich schrieb "Forbes", mein Nettowert sei 1,1 Milliarden Dollar. In den letzten anderthalb Monaten ist mein Reichtum zwischen 900 Millionen und 1,8 Milliarden Dollar fluktuiert. Ich gebe höchstens zwei Prozent meines Reichtums aus. Wenn ich nur fünf Prozent dessen besäße, was ich habe, ginge es mir immer noch gut - sehr gut. 20 oder 30 Millionen Dollar sind immer noch sehr viel Geld. Nichts, was ich geschäftlich tue, berührt mein Privatleben. Eine große Katastrophe kann nur persönliche Dinge, wie zum Beispiel den Tod eines Kindes, eines Freundes, betreffen.

brand eins: Momentan sind Ihre Kurse ja wieder im Keller.

Varsavsky: Eine Reaktion auf die Preise bei den UMTS-Auktionen. Momentan beobachten wir das Kollabieren aller Telekommunikationsaktien in Europa, das ist sehr schlecht.

brandeins: Wie reagieren Sie auf den aktuellen Absturz bei Jazztel und Viatel? Varsavsky: Viatel und Jazztel befinden sich in unterschiedlichen Situationen. 1997 habe ich das Tagesgeschäft bei Viatel verlassen, 1998 und 1999 die meisten meiner Anteile erheblich höher verkauft als zu den heutigen Kursen. Es tut mir natürlich weh, die Kurse bei rund 15 Dollar zu sehen, obwohl ich meine Anteile für 48 Dollar verkauft habe. Ich glaube, dass Viatel 48 Dollar oder mehr wert sein sollte, aber es gibt da eben diese Überreaktion. Jazztel ging im Dezember 1999 mit 17 Dollar an die Börse und ist jetzt bei rund 30 Dollar. Für Leute, die zum IPO eingestiegen sind, ist das ein guter Zuwachs in diesem schrecklichen Markt.

brand eins: Kribbelt es da nicht, das eine oder andere Abendessen mit der Familie sausen zu lassen?

Varsavsky: Ich glaube nicht, dass Überstunden meinen Börsenkurs beeinflussen. Ich denke aber, dass die Zeit anderer Leute in den Unternehmen dem Börsenkurs hilft.

brand eins: Sie wurden beim Weltwirtschaftsgipfel in Davos zu einem der "WO Global Leaders of Tomorrow" ernannt. Welche deutschen Politiker haben Sie bis jetzt getroffen?

Varsavsky: Keinen.

brand eins: Aber Einsteinet investiert doch 300 Millionen Euro in Deutschland?

Varsavsky: Ich glaube, Politik hat nichts mit dem zu tun, was ich mache. Politischen Dingen begegne ich nur, wenn ich Lizenzen beantrage, und die brauche ich für Einsteinet nicht. Kennen Sie Amancio Ortega? Ihm gehört die Modekette Zara, er ist fünf Milliarden Dollar wert. Amancio bewundere ich. Er ist supererfolgreich, und er trifft sich nie mit Politikern. Idealerweise sollten Sie ein Unternehmen starten und nichts vom Staat benötigen. Ich glaube gerade in Deutschland haben die Menschen zu hohe Erwartungen an das, was der Staat wirklich leisten kann. Der Staat zieht nicht die qualifiziertesten Leute im Land an, wieso sollte er dann in der Lage sein, die diffizilsten Probleme zu lösen?

brand eins: Mit dem spanischen Staat haben Sie Ihre Erfahrungen gemacht, es ging ja um Lizenzen. Sie haben für UMTS in Spanien mitgeboten ...

Varsavsky: Und verloren.

brand eins: Telefónica bekam den Zuschlag. Sie sind eine strategische Partnerschaft mit der Deutschen Telekom eingegangen, obwohl das Ihrem Prinzip widerspricht.

Varsavsky: Ich weiß. Aber unsere Mitbewerber waren die France Telecom, und wir brauchten einen starken Partner. brand eins: Sind Sie froh, dass es nicht funktionierte?

Varsavsky: Wir waren gleiche Partner, 50:50, für alles brauchten wir Agreements. Es tut mir nicht Leid, dass ich kein Unternehmen zusammen mit der Deutschen Telekom führen muss, an dem wir jeweils zur Hälfte beteiligt sind. Das wertvollste Unternehmen Europas als Partner zu haben ist wunderbar. Aber diese Bürokratie... brandeins: Sind das Ihre Erfahrungen aus den Ya.com-Verhandlungen? Varsavsky: Nein, bei uns ging alles sehr schnell.

brand eins: Wie lange dauerten die Verhandlungen?

Varsavsky: 60 und nicht wie üblich 120 Tage. Nach Keuntje übernahm Sommer den Ball, und so verzögerte die Kündigung das Geschäft nur um zehn Tage. Ein Problem scheint mir jedoch zu sein, dass Sommer recht anders ist als die Menschen, die ihn umgeben. Aber es gibt einige helle Köpfe, wie zum Beispiel den T-Mobil-Vorstandschef Kai Uwe Ricke oder Nikesh Arora, der T-Motion leitet. brand eins: Waren die deutschen UMTS-Lizenzen zu teuer?

Varsavsky: Für die Deutsche Telekom nicht, denn sie haben bereits Kunden. Für diejenigen, die bisher nicht im Markt waren, ja. Denn die müssen noch mal ein Vermögen ausgeben, um loszulegen. Mannesmann und die Deutsche Telekom sind die Gewinner, sie haben Kunden, Funktürme, Marken. Der größte Gewinner aber ist der Staat, der große Verlierer der Kunde. Das Problem dabei ist die noch unterentwickelte UMTS-Technik. Selbst Ericsson hat noch kein Equipment, keine Terminals fertig.

brand eins: Wird denn Ihr nächstes Start-up mit mobiler Kommunikation zu tun haben? Oder warten Sie erst mal, bis die anderen ihre Fehler machen?

Varsavsky: Ich habe Einsteinet. UMTS passt zur Einsteinet-Idee: Dateien und Software im Netzwerk zu belassen und bei leichteren, einfacheren Terminals, die größere Bandbreiten benutzen. Ich sehe also, wie Einsteinet Geschäfte mit Mobilunternehmen machen wird. Wir bieten unsere Dienste über ihre Netzwerke an.

brand eins: Ist die Deutsche Telekom also ein solcher Partner?

Varsavsky: Ich würde gern mit der Telekom und Einsteinet daran arbeiten, um Einsteinets Dienstleistungen für den Heimbereich anwendbar zu machen. Aber das dauert bestimmt noch ein Jahr.

brand eins: Zum Schluss - man trifft sich ja nicht jeden Tag: Wie wird man Milliardär? Gibt es ein Geheimnis?

Varsavsky: Wenn ich andere Milliardäre treffe, frage ich mich auch immer, ob es eines gibt. Mal schauen, was wir gemeinsam haben. Einige von ihnen sind jüdisch. Vielleicht ist es schon mal ein guter Anfang, eine jüdische Mutter zu haben wie meine Mutter, Silvia Weissmann. Jüdische Mütter sind dafür bekannt, dass sie ihre Söhne für Geschenke Gottes an die Welt halten, dass sie alles erreichen, was auch immer sie werden möchten, dass sie Genies sind, egal, wie sie in der Schule sind. Jüdische Eltern sind die größten Fans ihrer Kinder, und ich weiß das, denn ich ziehe gerade drei Genies zusammen mit meiner Frau Patricia Eisenberg groß.

Es stimmt aber auch, dass viele Milliardäre gar keine jüdische Mutter haben und dass viele jüdische Mütter keine Milliardäre großgezogen haben. Also kann es das auch nicht sein.