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Das erste Mal - ... einen Teil der Firma verkaufen

Trotz einer erfolgreichen Damenkollektion stießen die Odeon-Geschäftsführer an ihre finanziellen Grenzen. Mitbegründer Johann C. Anthon erzählt, wieso die Beteilligung des großen Werbemittelversands Schneider (Conley´s) an Odeon eine echte Chance ist.




Eine solche Beteiligung ist schon so ein bisschen wie eine Liebesgeschichte. Stell dir vor, du hast ein Kind, und das hat einen besten Freund. Irgendwann lernst du die Mutter dieses Freundes kennen. Ihr bemerkt, dass ihr euch sympathisch seid. Ihr ergänzt euch und habt dieselben Visionen. Ihr beschließt, eure Fähigkeiten zusammenzubringen, und kurze Zeit später steht ihr vor dem Traualtar und tauscht die Ringe aus.

Endlich ist da die Kraft, die Kinder, die man mit in die Gemeinschaft gebracht hat, groß und stark werden zu lassen.

Die Kinder, das sind in unserem Fall das Mode-Label Odeon und die englische Kultmarke John Smedley. Unser Sandkastenfreund ist der Lifestyle-Versandkatalog Conley's, mit dem uns bereits seit Jahren eine enge Partnerschaft verbindet.

Wie ich mich gefühlt habe? Man hat schon gemischte Gefühle, wenn das eigene gehätschelte Baby eine neue, noch nicht vertraute Bezugsperson bekommt.

Am Anfang hat man natürlich Angst vor dem Identitätsverlust und möchte die geliebte Unabhängigkeit nicht aufgeben. Damit meine ich, die totale Eigenständigkeit, die es erlaubt, auch mal etwas für Nonprofit zu tun. Trotz allem haben wir uns gegen alle vermeintlichen Zweifel für Schneider entschieden und waren bereit, unsere Freiheiten einzuschränken und Anteile abzugeben.

Zweifel und Erfolg sind wie Feuer und Eis, das verträgt sich nicht. Das gilt auch für unsere Mitarbeiter. Wir hatten Bedenken, wie sie auf den neuen Partner reagieren werden. Wir sind eine kleine, fast familiäre Gemeinschaft, da haben viele Angst, sich verändern zu müssen. Man denkt doch sofort an so genannte Synergieeffekte. So etwas bringt häufig nur Misstrauen. Wir sehen es als "Mutual Benefits", die Ergänzung auf menschlicher und unternehmerischer Ebene. Dies macht den wahren Erfolg aus. Damit ist die Vision, eine erfolgreiche und stabile Modemarke zu werden, greifbarer. David mit Goliath, das kann funktionieren.