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Das erste Mal - ... Intendant werden

Auf keinen Fall wollte Tom Stromberg das Gleiche machen wie sein Vater. Nun ist er trotzdem Theaterintendant geworden. Und zwar am größten deutschen Sprechtheater: dem Deutschen Schauspielhaus in Hamburg.




Bei einer Veranstaltung, vor vier Jahren, traf ich die Hamburger Kultursenatorin Christina Weiss. Sie fragte mich, ob ich als Intendant am Deutschen Schauspielhaus arbeiten wolle. Doch mein Vorganger Frank Baumbauer verlängerte seinen Vertrag, und ich übernahm in dieser Zeit die künstlerische Leitung der Expo. Im letzten Jahr wiederholte der Senat sein Angebot. Ich nahm diese Chance wahr und sehe sie als Herausforderung.

Nun lebe ich in einer anderen Stadt, habe einen neuen Job und arbeite mit anderen Menschen. Natürlich habe ich mir die Frage gestellt, wie man auf mich reagieren wird. Mir hat es sehr geholfen, dass ich schon immer einen Koffer in Hamburg stehen hatte. Ich habe eine Menge Freunde und Bekannte hier, so dass mir ein Umzug an die Elbe nicht schwer fiel. Von den Mitarbeitern des Schauspielhauses wurde ich ebenfalls freundlich empfangen, trotzdem spürte ich aber auch die Skepsis des alteingesessenen Personals. Ich kann mir vorstellen, dass meine Unruhe und Autorität verunsichernd wirken können.

Ich bin verliebt in meine Schauspieler. In meiner Arbeit steckt sehr viel Erotik und Spannung. Ich liebe die Auseinandersetzung und die Kreativität, die dadurch entstehen. Konfrontation bringt meine Schauspieler und mich an den Punkt, wo wir uns gemeinsam weiterentwickeln. Kuschelharmonie bedeutet für mich, irgendwann einzuschlafen und nicht mehr aufzuwachen. Konflikte sind der Schlüssel zur Mobilisierung. Ich brauche dieses Umfeld. Scheue keine Reibungsfläche, bin vielleicht deshalb auch mit einer Schauspielerin verheiratet. Ich glaube, meine Beziehung braucht ähnlich viel Spannung und Reibung, wie ich sie auch im Theater habe.

Lampenfieber? Habe ich kurz vor der Premiere und in der Nacht, bevor die ersten Kritiken kommen. Dann stellen sich mir die Fragen, ob ich gute Arbeit geleistet habe und das Publikum damit zufrieden war. Danach fällt eine große Last von mir. Dann komme ich zumindest für kurze Zeit zur Ruhe.