„Schweigen ist kein Nein!“
In den USA buhlen Kanzleien mit großformatigen Plakatwänden und aufwendigen Werbespots um Aufmerksamkeit. Ein Vorbild auch für deutsche Anwältinnen und Anwälte? Die amerikanische Marketingexpertin Margaret Grisdela kennt die Gesetze des Kampfs um Mandate in den Vereinigten Staaten.
Foto: Braden Worrell
Frau Grisdela, Sie haben sich mit Ihrem Beratungsunternehmen in Florida auf das Marketing von Wirtschaftskanzleien spezialisiert. Was sind die Besonderheiten des US-amerikanischen Markts?
Margaret Grisdela: Die Konkurrenz zwischen den Wirtschaftskanzleien in den USA ist groß, der Wettbewerb ist sehr intensiv. Gleichzeitig werden die Unternehmen, die juristische Dienstleistungen einkaufen, anspruchsvoller und erwarten maßgeschneiderte Lösungen. Hinzu kommen häufige Änderungen bei Vorschriften und Compliance-Regeln, die für Unsicherheiten sorgen. Diese Kombination macht den US-Markt sehr herausfordernd, aber auch sehr dynamisch.
Wie kamen Sie zum Marketing für Wirtschaftskanzleien?
Ich komme aus dem Online-Marketing. Bevor ich meine Beratung 2003 gegründet habe, hatte ich eine andere Firma namens Clientize.com. Mit Online-Umfragen haben wir Unternehmen geholfen, ihren Markt und ihre Kunden besser verstehen zu können.
Was machen Sie heute genau?
Wir sind eine Art outgesourcte Marketingabteilung. Für ein monatliches Honorar bekommen einzelne Anwälte oder auch ganze Kanzleien gewissermaßen einen externen „Chief Marketing Officer“.
Wen beraten Sie?
Wir konzentrieren uns auf den B2B-Bereich. Strafverteidiger, die Privatpersonen vertreten, haben wir also nicht in unserem Kundenstamm. Uns buchen vor allem Wirtschaftskanzleien, außerdem Kanzleien, die sich auf Felder wie Arbeitsrecht, Steuerrecht, Land- und Flächennutzung, Versicherungsrecht oder Prozessführung spezialisiert haben.
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Er ist Teil unserer Ausgabe Wirtschaftskanzleien 2025