Qivive – der Deutschland-Frankreich-Spezialist

La Kanzlei

Der deutsch-französischen Wirtschaftskanzlei Qivive gelingt, womit sich viele Anwaltsbüros heute noch schwertun: Gut gelaunt bricht sie mit konservativen Erwartungen an Führung und Arbeitsstil. So zieht man nicht nur junge, frankophile Anwältinnen und Anwälte an – sondern ist auch Dreh- und Angelpunkt eines ganzen Netzwerks aus Wirtschaftsdienstleistungen rund um das deutsch-französische Beratungsunternehmen Villafrance.



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Zweisprachig aufgewachsen, vielgleisig aufgestellt: Kanzleigründer Christophe Kühl in der Kölner Zentrale

/ Wer die im Kanzleinamen versteckte Anspielung versteht, ist ein echter Frankreich-Kenner. „Qui vive?!“, das riefen zu Zeiten der französischen Revolution Wachsoldaten beider Seiten Passanten zu. Die antworteten dann mit der Parole: „Vive le roi!“ Oder aber: „Vive la révolution!“ Also: Es lebe der König! Oder: Es lebe die Revolution! Womit die Loyalitäten geklärt waren. Und auch die Frage, wie es für die wahlweise als konservativ oder revolutionär Enttarnten weiterging.

Als Christophe Kühl vor drei Jahren seine „Kühl Rechtsanwalts GmbH“ in „Qivive Avocats & Rechtsanwälte“ umbenannte, kam das in der Kölner Kanzlei auch einer kleinen Revolution gleich: Denn 19 Jahre lang, seit ihrer Gründung im Jahr 2001, war Kühls Kanzlei mit der in Straßburg ansässigen Kanzlei Epp unter der Dachmarke „Epp & Kühl“ als Frankreich-Spezialist aufgetreten. Gemeinsam kamen die beiden Häuser zuletzt auf 40 Anwälte an sechs Standorten in Deutschland und Frankreich und konnten so mit deutlich größeren, internationalen Kanzleien und deren „French Desks“ mithalten.

So eine Wettbewerbsposition gibt man nicht leichtfertig auf. Doch die beiden Kanzleien, die wirtschaftlich unabhängig und formal getrennt an den verschiedenen Standorten arbeiteten, hatten sich über die Jahre auseinandergelebt. Die deutsch-französische Spezialisierung allein reichte auf Dauer nicht als Klammer. Die Kölner Anwälte um Kühl wollten sich moderner aufstellen und neue Karriere-Wege ermöglichen. Sie wollten Marketing und Digitalisierung vorantreiben, zudem in Führungs- und Stilfragen neu entscheiden. Die Kanzlei sollte „zeitgemäßer, effizienter und nachhaltiger“ werden. „Unser Team ist jung, das Durchschnittsalter 35“, sagt Kühl, mit 52 Jahren der älteste Anwalt der Kanzlei. „Der alte Auftritt passte einfach nicht mehr zu uns.“

Kühl entschied, sich aus dem bisherigen Verbund zu lösen und mit einem vollkommen neuen Konzept durchzustarten. Qui vive? La révolution! Seinen früheren Partner betrachte Qivive aber nicht als Gegner, sagt Kühl. Bei großen Mandaten arbeite man weiter zusammen. Denn der Markt für deutsch-französische Beratung sei groß. „Es gibt für alle mehr als genug zu tun.“

Anwaltsbüros wie Qivive laufen in den einschlägigen Branchen-Rankings unter der Kategorie „internationales und europäisches Recht“. Doch tatsächlich konzentriert sich Qivive, so wie noch einige weitere Kanzleien in Deutschland, konsequent auf die deutsch-französische Beratung. „Wir sind keine Europarecht-Kanzlei“, sagt Kühl, „sondern eine Kanzlei, die deutsche Unternehmen bei ihren Geschäften in Frankreich begleitet und umgekehrt.“ Viele Unternehmen hätten zwar Rechtsberater an ihrer Seite, die sie generell in ausländischen Wirtschaftsrechtsfragen unterstützen. Aber Frankreich sei allein wegen seiner Größe für viele ein besonders wichtiger Markt. Dabei spiele nicht zuletzt die Sprachbarriere eine Rolle. „Großkanzleien haben zum Beispiel oft ein Büro in Frankreich, aber deren Anwälte vor Ort sprechen dann meist kein Deutsch.“

Das macht sich die vergleichsweise kleine Kanzlei zunutze: „Unsere Anwältinnen und Anwälte sowie alle anderen Mitarbeitenden sprechen perfekt Deutsch, Französisch und Englisch, und sie sind sowohl im deutschen als auch im französischen Recht ausgebildet“, sagt Christophe Kühl. Mandanten können sich aussuchen, in welcher Sprache sie sich mit ihren Rechtsberatern austauschen wollen. Das Team konzentriert sich außerdem darauf, möglichst viele Rechtsthemen für den französischen Markt aus einer Hand abzudecken: deutsch-französisches Arbeitsrecht, Gesellschaftsrecht, strategische Prozessführung, Insolvenzen, Restrukturierung, geistiges Eigentum.

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