Bei Hauptversammlungen von Unternehmen geht es ums Ganze. Eine unbedachte Äußerung kann zu Anfechtungsklagen führen und teuer werden. Je schwieriger die Lage, desto größer das Backoffice – wo Juristen über jedes Wort wachen.
Text: Kristina Läsker
/ Die Pleite schien unabwendbar. In Hamburg tagte die Hauptversammlung (HV) von Praktiker, damals, im Juli 2012. Die Baumarktkette war in Not, der Vorstand hatte den Aktionären einen Rettungspakt vorgeschlagen und sie verzweifelt um mehrere Millionen Euro gebeten. Endlos zogen sich die Fragen der Aktionäre hin, einige brüllten ihr Unverständnis über die geforderte Kapitalerhöhung ins Mikro. Später am Abend ordnete der Versammlungsleiter eine Pause an.