Was will dieses Magazin?

Im Umbau

/ Wenn die Untersuchungskommission des Verteidigungsausschusses dieser Tage ihren Abschlussbericht vorlegt, findet ein nicht gerade rühmliches Kapitel der Branche ein vorläufiges Ende. Und ganz unabhängig von der Frage, ob es bei Ausschreibung, Preisen und Vergabepraxis mit rechten Dingen zugegangen ist, kann man wohl sagen, dass sich keiner der beteiligten Akteure mit Ruhm bekleckert hat.

Susanne Risch – Chefredakteurin


Das ist ärgerlich, weil das Image der Consultingunternehmen in den vergangenen Jahren ohnehin stark gelitten hat. Zwar steigen die Umsätze seit geraumer Zeit verlässlich jedes Jahr um etwa sieben Prozent. Der BDU prognostiziert auch für 2020 ein Gesamtvolumen von mehr als 36 Milliarden Euro und damit ein Plus im gewohnten Bereich. Insgesamt aber hat die Zahl der Optimisten unter den BDU-Mitgliedern in jüngster Vergangenheit abgenommen. Die wachsende Unsicherheit über die globale politische Entwicklung hinterlässt Spuren. Und die Umwälzungen in den Industrien verwischen die Grenzen der jahrzehntelang fest gesteckten Claims.

Natürlich sind große Namen auch heute noch ein überzeugendes Marketingargument. Aber sie sind längst kein Garant mehr für die Akquise von Klienten und Projekten. Und erst recht nicht mehr das entscheidende Kriterium des potenten Nachwuchses bei der Wahl seines künftigen Arbeitgebers.

So erleben wir zurzeit eine Branche, die sich sichtlich um neue Themen, neue Argumente, neue Geschäftsfelder und neue Mitarbeiter bemüht. Wo früher Effizienz und Kostenreduktion beschworen wurde, geht es heute um Empathie und Sinn. Shareholder Value klingt immer noch gut – aber Nachhaltigkeit und Ökologie klingen besser. Der Dienstwagen wird neuerdings vom E-Bike in den Schatten gestellt, CO2-Neutralität schlägt Home-Office. Und über allem schwebt das Mantra der Vielfalt: Das Consulting von morgen soll in jeder Hinsicht bunter werden – geschlechtlich, ethnisch, altersmäßig, inhaltlich, persönlich.

Was von den Vorhaben und Versprechungen zu halten ist, wird sich zeigen. Wir haben den Status quo jedenfalls zum Anlass genommen für ein Heft, das sich vor allem mit dem Thema Veränderung befasst: Wie gestaltet man Zukunft? Wie verändert man eine Stadt? Wie überzeugt man eine Gesellschaft? Wie beteiligt man Bürger? Wie dreht man ein Unternehmen? Wie nimmt man die Leute mit? Wie unterstützt man neue Strukturen? Und wie definiert man einen neuen Sinn?

Unsere Antworten sind nur Momentaufnahmen. Das ist das Schöne an dieser oft anstrengenden Zeit: Die Veränderung dauert an. Es wird neue Fragen geben.

PS: Auch unser Consultingheft hat sich verändert. Im Zuge der Neuausrichtung von brand eins /thema haben wir die Heftfamilie um drei Branchen erweitert, denen wir künftig in jeweils einem eigenen Magazin auf den Grund gehen werden. Leicht modifiziert haben wir auch die Optik. Heft und Logo sehen jetzt anders aus, die Qualität aber ist geblieben: Hinter brand eins /thema verbirgt sich die aufwendigste Umfrage des Landes. Und das brandeins-Siegel weist auch in diesem Jahr jeden der 309 aus mehr als 20 000 möglichen Trägern als einen der besten Unternehmens- berater Deutschlands aus. //