h&z, Michael Santo

Michael Santo, 41, hat an der Universität der Bundeswehr Wirtschaftsingenieurwesen studiert und in der Luftfahrtindustrie sowie in der Medizintechnik gearbeitet. Vor gut zehn Jahren kam er zur Unternehmensberatung h&z, wo er heute Managing-Partner ist.




„Vor zehn Jahren haben klassische Strategieprojekte noch so funktioniert, dass sich drei, vier Berater mit zwei Managern in einem Arbeitsraum zusammengesetzt haben, um zu beschließen, wo die Reise hin­ gehen soll. Nur sind solche Strategien meist in der Umsetzung gescheitert. Deshalb geht es uns vor allem darum, diejenigen einzubinden, die später tatsächlich die Arbeit machen – die Unternehmens­spitze legt zu Projektbeginn nur die Leitplanken fest.

Zurzeit sind wir für ein Schweizer Unternehmen tätig, das einen kleinen Luftfahrtsektor hat. Die Leitung hat entschieden, ihn weiterzuführen, aber die Frage offen gelassen, wie es genau weitergehen soll. Nach ersten Analysen zu Markt, Kunden und Wettbewerb sind wir mit einem Workshop gestartet, rund 20 Führungskräfte einschließlich CEO. Am Anfang gaben wir starke Anstöße, ganz handfest. Wir haben Collagen anfertigen lassen und klassische Kreativmethoden benutzt, um Fragen zu beantworten wie zum Beispiel: Wie soll das Unternehmen in 15 Jahren aussehen? Später haben wir vor allem mode­ riert und motiviert, offene Fragen gestellt und angeregt. Dabei ist es wichtig, nicht beratungsarrogant rüberzukommen oder so zu tun, als würde man die Antworten schon kennen, sondern ergebnisoffen und interessiert abzuwarten, was die Teams entwickeln. Aus dem Termin sind Arbeitsgruppen entstan­den, in denen die Mitarbeiter Szenarien und Zielvorstellungen bis ins Detail ausformulieren. Die stellen sie dann beim nächsten Treffen vor – die Workshops finden jetzt alle drei Monate statt.

So ein Workshop hat enorme Selbstreinigungskräfte – die Kollegen sind die schärfsten Kritiker. Doch am Ende sind alle stolz auf die Lösung und stehen dahinter. Selbst wenn man das als Berater anders oder schneller hingekriegt hätte: Im Prozess entsteht eine besondere Bindung, die entscheidend ist für die Umsetzung.“