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Management Partner Unternehmensberater, Claudia M. Fürst

Management Partner Unternehmensberater wurde 1970 in Stuttgart gegründet. Ihre Spezialität sind Umsetzungsprozesse, bei denen die Berater die inhaltlich-praktische Seite mit der kulturellen verzahnen. Der Lebenslauf der Diplompsychologin Claudia M. Fürst, Jahrgang 1964, spiegelt diesen integrativen Ansatz: In der Ausbildung lernte sie, wie Menschen funktionieren, dann verfolgte sie 13 Jahre lang als Vertriebsmanagerin harte, messbare Ziele. Vor zehn Jahren kam sie zu MP. Seit 2012 arbeitet sie im Team daran, eine Akademie auf die Beine zu stellen, mit der die Unternehmensberatung ihr Wissen anderen Firmen, auch Beratungsunternehmen, zur Verfügung stellen will. 2014 nimmt die Akademie die Lehre auf.




Uns geht es wie den Ärzten. Die müssen es sich inzwischen auch gefallen lassen, dass ihre Patienten sie ständig hinterfragen. Die Unternehmen kennen ihre Kunden und ihren Markt gut, alle Informationen sind leicht verfügbar – Geschäftsstrategien will und muss also kaum noch jemand extern einkaufen. Es ist deshalb hilfreicher, wenn wir Fragen stellen und zuhören, als dass wir immer gleich die richtige Antwort parat haben.

Menschen kann man nicht ändern. Das wollen wir auch nicht. Aber wenn man Strukturen und Muster hinterfragt und korrigiert, kann man Verhalten ändern. Zum Beispiel ein Meeting in einem Unternehmen: 30 Leute – und die Führungskräfte haben in der Regel die höheren Redeanteile. Liegt es daran, dass sie extrovertierter sind, weil die Extrovertierten eher aufsteigen? Wir ändern in so einem Fall die Struktur. Wir sagen den Führungskräften: „Wenn wir eine Frage stellen, geht ihr nicht als Erste in den Move.“ Und man glaubt es kaum: Am dritten Tag sprechen die Mitarbeiter so viel, wie es ihrem Anteil an der Gesamtzahl entspricht. Nur wenn man wiederkehrende Muster hinterfragt, kann man Veränderungen ermöglichen.

Bevor ich zu MP kam, war ich leitende Managerin in der Automobilindustrie. Ich habe zwei Jahre gebraucht, um mich an das besonnene Arbeiten hier zu gewöhnen. Es hat mich ganz nervös gemacht. Geholfen – anfangs aber auch etwas genervt – haben die Gespräche mit dem Supervisor, der die MP-Berater seit 20 Jahren betreut. Der fragt uns regelmäßig: „Was macht ihr da eigentlich?“ Er zwingt uns zu Denkpausen. Das bewahrt uns vor der Sogwirkung der Klientensysteme. Denn je mehr wir uns an die Gewohnheiten und Denkweisen der Kunden anpassen, desto«weniger können wir Veränderungsprozesse initiieren – und umso weniger gut sind wir als Berater.