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Kuck mal, who da talkt!

Was wären Unternehmensberater ohne ihre Fachsprache.




Was sagt legal? Cover-your-ass-Klausel nicht vergessen. Und immer auch sales mit in den loop nehmen. Das ist die fast lane ins C-level.

Kurz, knackig und sehr, sehr denglish hört es sich an, wenn Unternehmensberater miteinander reden. Für viele Zuhörer ist der Fachsprech bloß aufgeblasene Protzerei. Man kann ihm aber auch durchaus humorvolle Seiten abgewinnen. So wie Tom Hillenbrand, der ein Jahrzehnt als Wirtschaftsjournalist tätig war. Der langjährige Kontakt mit der Beratersprache führte irgendwann dazu, dass er sich selbst beim „Beratersprechen“ ertappte – und sich darüber gleichzeitig amüsierte.

Da war auch schon die Idee zu beratersprech.de geboren, einer Website, auf der erst Hillenbrand Phrasen aus seiner Sammlung veröffentlichte und inzwischen seine Leser für Nachschub sorgen: Die Beratersprech-Facebook-Seite hat mittlerweile an die 30 000 Fans – unter denen sich auch namhafte Unternehmensberatungen finden.

Der Wirtschaftsberichterstattung hat Tom Hillenbrand heute den Rücken gekehrt. Er arbeitet inzwischen hauptsächlich als Buchautor. Ins C-level hat er es trotzdem geschafft: Bei beratersprech.de bekleidet er die Position des CPO – des Chief Phrasing Officer.

„Was heißt hier asapst aufgleisen?
Ist doch vom EC noch gar nicht gegreenlighted.“

„Mein Assistant to hat mich heut’ so tight getaktet,
das ist beyond words.“

„Wir müssen unsere strategy mal resyncen,
aber across the board.“

„Im Deck muss mehr Fleisch hinter die bulletpoints.
Sieht noch way too barebone aus.“

„Müllers Projekt ist on time und on budget. Again.

Was für ein resulter.“

„Wenn der Müller weiter so abrockt,
ist er auf der fast lane ins C-level.“

„Das zieh’ ich im allnighter durch.“

„Dieser case hat gute learnings generiert.“

„Heute will ich nix pitchen, heute will ich insights.
Ich bin im listening mode.“

„Wir adressieren das gerade.“

„Sorry, hab’ nur high priority actionables auf dem screen.
Für den Rest bin ich zu tight getaktet.“

„Bin raus aus dem call. Ich kann hier keinen value adden.“

„In dem contract fehlt noch die cover-your-ass-Klausel, sagt legal.“

„Wir müssen auf weak signals im market noch proaktiver reagieren.“

„Darf man zu dem high-level-event seinen spouse mitbringen?“

„Die unit braucht ein corporate-fitnessprogramm sonst ist ein business-realignment inevitable.“

„Courtesy-beverages im meeting erst ab 4h plus – order vom deputy-CFO himself.“

„Ich brauch’ den Müller für den HR-Event, der soll die Highpotentials sweettalken.“

„Sobald wir das aufgegleist haben,
brauch’ ich noch mal ‘nen outsider der das challenged.“

 „Bitte sales mit in den loop nehmen, 
ich will, dass wir da alle on the same page sind.“

„Wer hat mir denn bitte den Meier in das Projekt reingestafft?
Ich meine, please! So ein Minderleister.“

„Der Meier bekommt bald eine career change opportunity.“

„Due diligence bitte skippen, wir wollen asapst closen.“

„Mir egal, wie ihr capex und opex shiftet.
Hauptsache, die totex bleibt in line.“ 

„Das Projekt ist hochperformant und liegt genau im Korridor.“

„Zu dem topic muss ich mich noch mal aufschlauen.“

„Was sagt legal zu dem draft?“

„John hat den lead. Wenn er fein damit ist, sind wir agreed.“

„Da sollten wir regelmäßig rückkoppeln.“

„Das ist jetzt genug castle in the clouds strategizing.
Wir brauchen langsam mal proof of concept.“

„Diese discussion sollten wir im inner circle führen.“

„Das bring’ ich ohne Folie einfach nur auf der Tonspur rüber.“

„Die brand ist world class.
Aber sie bekommen ihre PS einfach nicht auf die Straße.“

„Wir müssen das Thema weiter stressen.
Sonst kriegt es keine traction.“

„Wir müssen mehr value adden,
sonst wird das ein hard sell.“

„Wenn ich nicht bald ein neues Projekt kriege, werd’ ich insane.
Bin seit vier Monaten on the beach.“