Am Anfang … war der Zweifel
Ob es Artificial General Intelligence je geben wird, ist nahezu eine Glaubensfrage. Der Begriff beschreibt eine Super-KI, die alles kann – und das mindestens so gut wie der Mensch. Während die einen sie schon übermorgen erwarten, halten andere sie für gänzlich unmöglich. Das Problem on top: Nicht alle meinen dabei dasselbe.
/ „Tut mir leid, Dave. Das kann ich nicht tun.“ So verweigert der Bordcomputer HAL 9000 im Film „2001 – Odyssee im Weltall“ dem Astronauten Dave Bowman die Rückkehr aus dem tödlichen Weltall in die rettende Raumkapsel. Die Szene ist legendär. Aber warum HAL ein Eigenleben entwickelt und die menschliche Besatzung auslöschen will, ist unter Fans und Cineasten umstritten: Will er erzwingen, dass die Mission gelingt, und betrachtet er die Astronauten als Risikofaktoren? Oder hat er mitbekommen, dass er womöglich abgeschaltet werden soll?
Längst hat die Wirklichkeit den Streit um HALs fiktionale Beweggründe eingeholt, und es steht die Frage im Raum, ob es so etwas wie ihn bald wirklich gibt: eine Maschine, die intelligenter ist als die Menschen, die sie konstruiert haben – und sich gegen sie wendet. Kann es eine künstliche Intelligenz (KI) geben, die dem Menschen in allen Bereichen intellektuell ebenbürtig, ja sogar überlegen ist?
Eine Weile war als Begriff für solche – bislang wohlgemerkt nicht existenten – KI-Systeme „starke“ KIs gebräuchlich, um sie abzugrenzen von „schwachen“ KIs, die nur in einer bestimmten Sache gut sind – wie Schach spielen, Gameshows gewinnen oder Hautkrebs erkennen. Mittlerweile hat sich für die Allround-KIs aber der Begriff AGI durchgesetzt: Artificial General Intelligence. Ob zu den Bedingungen einer solchen AGI auch ein Bewusstsein, eigene Motive und Emotionen gehören, ist, wie später noch zu lesen sein wird, umstritten.
„Es ist mir egal, ob wir 5 Milliarden oder 50 pro Jahr verbrennen. Aber wir bauen AGI.“Sam Altman, OpenAI
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