Team Neusta
Alles ein bisschen anders
Von Bremen aus fordert Carsten Meyer-Heder mit Team Neusta die Softwarebranche heraus. Sein Erfolgsrezept: ein Familienunternehmen mit Start-up-DNA und diversen agilen Tochterfirmen. Er setzte auf New-Work-Konzepte, lange bevor der Begriff zum Trend wurde. Das Resultat: ein Mittelständler, der mit Konventionen bricht.
Dieser Artikel erschien in der Ausgabe brandeins /thema IT-Dienstleister 2025.
/ Carsten Meyer-Heder wird oft nach der modernen Unternehmenskultur in seiner Firma gefragt. Wie es ihm gelungen sei, diese Mentalität zu schaffen, diese Offenheit und die flachen Hierarchien. Der groß gewachsene Mann mit Glatze und Kinnbart lacht. Das sei ganz einfach, sagt er. „Wir müssen für New-Work-Trends keine Hierarchien um- oder abbauen. Weil wir sie nie aufgebaut haben.“ Bei Team Neusta, dem Unternehmen, in das er Anfang der Neunzigerjahre einstieg und das er ab 2002 in die Unternehmensgruppe in ihrer heutigen Form umbaute, habe man schon vor zwanzig Jahren „agil“ gearbeitet. „Da waren solche Buzzwords noch gar nicht in der Breite bekannt.“
Team Neusta ist eine von Deutschlands größten Internetagenturen. Im Jahr 2023 machte die Unternehmensgruppe inklusive der Einnahmen aus zwei Unternehmens verkäufen 163 Millionen Euro Umsatz. Sie hat inzwischen 1.200 Mitarbeiter und bietet unter anderem Software- und App-Entwicklung, User-Experience und Lösungen für Banken. Mit dem Hauptsitz in Bremen gibt es vierzehn Standorte – in Hamburg, Hannover und Osnabrück beispielsweise.
Die Liste der Kunden ist lang: Autohersteller, Fußballvereine, Maschinenbauer. Außerdem liefert Team Neusta Software an die Luft-, Raumfahrt- und Rüstungsindustrie. Zuletzt hat ein Neusta-Team ein digitales Ticketsystem für das denkmalgeschützte Konzerthaus Sendesaal Bremen entwickelt. Seit dem 19. Juni buchen Konzertbesucher ihre sitzplatzgenauen Tickets online, zahlen per Paypal und laden die Konzertkarte ins Wallet auf dem Smartphone herunter.
An der Spitze des Unternehmens steht der 63-jährige Carsten Meyer-Heder. Er mag Sätze wie den von der „Magie“ digitaler Anwendungen. Kunden, so meint er das, verstehen nämlich oft nicht, was bei Software unter der Benutzeroberfläche vor sich geht. Das Ganze wirkt also irgendwie „magisch“, und deshalb gehe es bei der Softwareentwicklung vor allem um Vertrauen. Um dieses Vertrauen herzustellen, sind Neusta-Teams vom ersten Kontakt an selbst für den Kunden zuständig. „Sie entscheiden, wie sie Probleme angehen und was Priorität hat“, sagt der Unternehmer. Das ist gleichermaßen hemdsärmelig wie modern, denn alle können trotzdem immer jeden – auch den Chef selbst – um Hilfe bitten, wenn sie die brauchen.
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Er ist Teil unserer Ausgabe IT-Dienstleister 2025