Die Geschichte des Cyber-Crime

Von der Spaß-Guerilla zum Cyber-Terror in nicht einmal 40 Jahren.


Ian Murphy alias Captain Zap hackt sich in das Netzwerk von AT&T und verstellt dort die interne Uhr, sodass zu Spitzenzeiten Billigtarife gelten. Er wird zu 1000 Stunden Sozialarbeit sowie 2,5 Jahren auf Bewährung verurteilt und gilt damit als erster offizieller Computer-Krimineller.

Das von einem Fünfzehnjährigen geschriebene Programm Elk Cloner ist das erste weitverbreitete Computer-Virus.

Es infiziert das Betriebssystem des Apple II und wird per Floppy Disk weitergegeben.

Die erste weitverbreitete Erpresser-Software ist als Aids-Information getarnt. Sie verschlüsselt Daten auf dem Computer, die Öffnung kostet 189 Dollar. Etwa zur selben Zeit verkauft eine Gruppe von Hackern Daten der US-Regierung und diverser Unternehmen an den KGB.

Ein britischer Student dringt über das gerade gestartete Internet mit einem Commodore Amiga und einem online gefundenen Programm in die Systeme der NASA und anderer US-Behörden ein.

Die ersten Makroviren tauchen auf. Sie sind in anderen Programmen wie etwa Word-Dokumenten versteckt, arbeiten und verbreiten sich selbstständig, und sind bis heute weitverbreitet.

Ein Hacker stiehlt die Kreditkarteninformationen von 300 000 Kunden des Internethändlers CD Universe. AOL, Yahoo! Ebay und andere sehen sich Denial-of-Service- Angriffen ausgesetzt, bei denen Server mit automatischen Anfragen überlastet werden. Der I-Love-you-Virus verursacht mehrere Milliarden Dollar Schaden.

Im Dienste des russischen Staates stehende Trolle greifen Estlands elektronische Infrastruktur an. Websites des Staates und mehrerer Banken werden lahmgelegt. Der Grund für den Angriff ist die Verlegung eines Kriegsdenkmals in Tallinn. Es ist einer der ersten großen staatlichen Cyber-Angriffe.

LinkedIn verliert 6,5 Millionen Passwörter an russische Hacker. Erst 2016 wird entdeckt, dass die Hacker mehr als 100 Millionen weitere Mail-Adressen und verschlüsselte Passwörter gestohlen haben.

Bei dem bisher größten bekannt

gewordenen Datendiebstahl erbeuten Hacker Daten von drei Milliarden Yahoo-Nutzerkonten, inklusive Name, E-Mail-Adresse, Telefonnummer,

Geburtstag, Antworten auf Sicherheitsfragen und Passwörtern. Der Vorfall wird erst 2016 enthüllt.

Die Daten von 76 Millionen Haushalten und 7 Millionen kleinen Unternehmen – alle Kunden oder Ex-Kunden von JPMorgan Chase – werden gehackt. Es ist der bislang größte Banken-Hack.

Russlands Troll-Armee beeinflusst den US-Wahlkampf zugunsten von Donald Trump und veröffentlicht gehackte interne E-Mails von Hillary Clinton. Gleichzeitig manipuliert das Unternehmen Cambridge Analytica für die republikanische Partei Wähler über Social Media.

Die Erpresser-Software Wannacry verschlüsselt Daten auf Hunderttausenden Rechnern in 150 Ländern, für die Freigabe wird ein Lösegeld in Bitcoin verlangt. Zu den Opfern gehören die Deutsche Bahn, der britische National Health Service, FedEx, Nissan, Schenker, Telefonica und viele andere. Als Urheber wird der Staat Nordkorea vermutet.

Hacker stehlen mehr als 11.000 Datensätze des französischen Bauunternehmens Ingérop, unter anderem Baupläne von Atomkraftwerken und Hochsicherheitsgefängnissen. Das neue Ziel des Cyber-Crime: extrem kritische Infrastruktur.

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