Editorial

• Haben Sie es auch gelesen? Deutschland ist der innovationsfreundlichste Standort weltweit. Das Weltwirtschaftsforum (WEF) hat im vergangenen Jahr die Wettbewerbsfähigkeit von 140 Ländern verglichen und uns den Spitzenplatz in puncto Innovationsfähigkeit zugewiesen. Zwar ist die Innovationskompetenz nur einer von zwölf Faktoren, mit denen der Global Competitiveness Report die Stärke eines Landes misst. Und bei Bildung, Infrastruktur, Gesundheitswesen oder der Stärke des Finanzsystems liegen andere Länder vorn. Mit Blick auf die Zufriedenheit von Kunden, die Zahl der angemeldeten Patente, wissenschaftliche Veröffentlichungen oder die Flexibilität der Unternehmen im Umgang mit neuen Technologien jedoch sind die Deutschen weltweit führend, befand die Stiftung WEF – und liefert mit ihrer Analyse eine solide Grundlage für unsere eigene Untersuchung, die in diesem Jahr landesweit 542 außergewöhnlich innovative Unternehmen identifiziert hat.



Zusammen mit Statista haben wir für unseren vierten Innovationsreport mehr als 20.000 Expertenurteile ausgewertet und die Besten aus 20 Branchen nominiert. Neu sind in diesem Jahr drei statt der bisher zwei Größenklassen. Geblieben ist die Bewertung nach Exzellenz bei Produkt oder Dienstleistung, bei Prozessen oder Unternehmenskultur: 192 sehr große, 98 große und 252 kleine und mittelständische Unternehmen haben es auf die Liste der Innovatoren 2019 geschafft. Darunter gibt es viele Preisträger aus den Vorjahren, aber auch eine ganze Reihe von Neulingen.

Delivery Hero beispielsweise hat es in diesem Jahr erstmals geschafft. Das Berliner Unternehmen betreibt Lieferservices in aller Welt und erwirtschaftet nur sieben Jahre nach seiner Gründung im Jahr 2011 bereits einen Umsatz von 547 Millionen Euro (Seite 43). Auch das Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS ist neu dabei. Hinter dem sperrigen Namen verbirgt sich ein Hotspot industrieller Entwicklung: In Halle an der Saale wird über die Digitalisierung von Werkstoffen nachgedacht (Seite 126).

Keine 70 Kilometer Luftlinie entfernt, in Jena, hat sich Oncgnostics niedergelassen. Das Biotech-Unternehmen, ein Spin-off der Universitätsfrauenklinik, das sich über Bundesmittel und Crowdfunding finanziert, hat jüngst einen Test zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs entwickelt (Seite 34). Die SICK AG ist schon länger erfolgreich. Seit der Firmengründung im Jahr 1946 ist das Unternehmen aus dem Schwarzwald zu einem weltweiten Technologieführer gewachsen. Mit rund 40.000 Sensorprodukten erwirtschaften die 9000 Mitarbeiter des Konzerns heute mehr als 1,5 Milliarden Euro Umsatz (Seite 66).

Die Innovatoren 2019 dürfen stolz sein – ausruhen dürfen sie nicht. Wenn wir morgen im weltweiten Wettbewerb mitspielen wollen, müssen wir Daten besser sammeln, teilen und managen (Seite 38), Menschen und Maschinen enger zusammenbringen (Seite 48), mit Disziplin und Systematik an Innovationen herangehen (Seiten 6 und 26), eine gesunde Balance aus Neugier und Erfahrung finden (Seite 60) und neue Strukturen und Umgebungen schaffen (Seiten 80 und 120). Schön, es bleibt also auch in diesem Jahr genug zu tun. //

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Welches Bundesland hat die meisten Innovatoren? Wer hat in welcher Branche die Nase vorn? Wer ist altgedient, wer neu dabei? In unserer interaktiven Karte finden Sie die Besten des Jahres und unser Stellenportal.

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