Naturschutz, der sich rechnet
Der Mann fürs Grüne: Torsten Kurth verantwortet bei der Boston Consulting Group Naturthemen und wird nicht müde, höhere Investitionen in Nachhaltigkeit zu fordern – der Wirtschaft und der Gesellschaft zuliebe.
Herr Kurth, Nachhaltigkeit hat es hierzulande nicht leicht: Mal soll sie Wachstumsmotor sein, dann wieder ist sie weitgehend von der Agenda gestrichen. Von BCG kommen kontinuierlich Studien zu Naturthemen, von Bodengesundheit bis Biodiversität. Gerade sorgt eine Studie zu Wasser für Aufmerksamkeit. Um was geht es da?
Torsten Kurth: In unserer jüngsten Studie, übrigens die vierte in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzbund (NABU), zeigen wir, dass die natürlichen Wasserspeicher in Deutschland, also Böden, Oberflächengewässer und Grundwasser, kontinuierlich geringer werden. Wir leben hierzulande noch in der Illusion, wir hätten kein Wasserproblem. Zählt man Ernteausfälle, Waldschäden und Infrastrukturrisiken jedoch zusammen, könnten die durch Wassermangel verursachten Kosten 20 bis 25 Milliarden Euro jährlich betragen. Das wäre eine kumulierte Belastung von rund 600 Milliarden Euro innerhalb der nächsten 25 Jahre – wohlgemerkt nicht für einzelne, sondern für uns alle.
Foto: Boston Consulting Group
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