"Eine Stadt der Dichter", ...
Hinweis: Durch ein technisches Versehen wurde das Gedicht von Stefan Seyfarth in unserer Printausgabe leider unvollständig abgedruckt. Wir bitten diesen Fehler zu entschuldigen. Die korrekte Fassung lesen Sie hier.
Manchmal, wenn ich so in Dresden
Die Gedanken schweifen lasse
Und ich gut zu mir gewesen
Greife ich zur Kaffeetasse
Und ich les´ am dunklen Grund:
Was da fault ist nicht gesund …
Einer steckt im Elbtang fest
Und ist tief verwurzelt wie
Ein alter Stumpf, des Baumes Rest,
Ohne rechte Poesie
Auch kein Vöglein auf ihm sitzt
Nur ein Wurm die Gänge frisst
Wenn ein Dichter Dresden Ehrt
Ehrt er nicht das Byte, das Bit
Weil die Stadt sich selbst umfährt
Und sich mit Beton bewert
Ehrt ein Dichter all zu flott
In letzter Zeit mit Hohn und Spott TROTZDEM bleibt er: fest entschlossen
Dieser Stadt das abzuwischen
Was vor Jahren ausgeflossen
Um ihr danach aufzutischen
Was ein Dichter gern verspeist
Und nicht Erich Kästner heißt
Welch ein Zustand! Welch ein Ding!
Seltsam auch des Nachbars Strich!
Wenn so schwer die Stadt erklingt
Wenn so leer mein Mickel-Tisch …
Sand auf Schutt und Schutt auf Sand
Fragt sich nur: was hat Bestand?
So erklärt sich unsere Stadt
In der ich verwurzelt bin
Manchmal hat sie mich tief satt
Und auch manchmal für mich Sinn.
Mehr ist nicht mehr, außer Elbe
Und die Suche nach dem Reim …