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Lippe – Ostwestfalen-Lippe

Ostwestfalen-Lippe? Schon das Satzzeichen suggeriert, was ein Besuch vor Ort belegt: Das kleine Land Lippe mit seiner Sonderrolle im Namenskonstrukt ist bis heute stolz auf seine 800 Jahre währende Eigenständigkeit. Ausgerechnet jetzt, wo die Verbindung tragfähig geworden ist, steht die Identität der Region erneut auf dem Spiel.




Wenn Walter Stich Ostwestfalen-Lippe sagt, dann klingt es noch länger, als es ist: "Ost-west-fa-len-lip-pe", sagt er und dehnt die Silben, "das ist doch ein Ungetüm." In den neunziger Jahren hatte er als Regierungspräsident einen Vorstoß unternommen: Warum könnte das Wortmonstrum nicht einfach zum "Weserland" werden? Kurz und knapp wie das Rheinland, benannt nach dem größten Fluss der Region, der das Weserbergland durchschneidet und bei Minden die norddeutsche Tiefebene erreicht. Doch der hohe Landesbeamte hatte sich verrechnet. Die Menschen liefen Sturm gegen den Namen. Stich erinnert sich an Straßenbefragungen im Fernsehen. In Detmold habe eine Frau dem Reporter empört ins Mikrofon gerufen: Lippe liege immer noch an der Lippe!

Ostwestfalen-Lippe ist die Bindestrichregion im Bindestrichland Nordrhein-Westfalen. Sie trägt seit Januar 1947 nicht gerade einen eleganten Namen. Doch sonst passt es heute ganz gut im Nordosten von NRW. Zwar galt es über Jahre, eine Reihe historischer, konfessioneller, politischer und persönlicher Grenzen zu überwinden. Und so mancher aus dem eher katholisch und konservativ geprägten Süden hat sich bis heute mit einem Bürger aus Bayern mehr zu sagen als mit seinem ostwestfälischen Nachbarn aus dem überwiegend protestantischen Norden. Auch dass sich die mittelständische Wirtschaft zwei Industrie- und Handelskammern leistet, zeugt von den Gräben, die OWL lange durchzogen.

Und doch, meint Alt-Regierungspräsident Stich, habe es sich schon in seiner Amtszeit gut gefügt vor Ort. Parteien und Verbände hatten sich längst aufgegliedert, der Verbreitungsraum der Zeitungen stimmte, keine Stadt im Gebiet sei groß genug gewesen, um die anderen zu dominieren. "Da war es nicht schwer, ein gemeinsames Regionalbewusstsein zu entwickeln." Zumal die Region bereits seit 1816 einheitlich verwaltet wurde: Die preußische Provinz wurde von einer Bezirksregierung mit Sitz in Minden regiert. Ganz Ostwestfalen ­ bis auf das Land Lippe.

"Lippe ist der historische Kern der Region", sagt hingegen Stephan Prinz zur Lippe. Alle anderen Landschaften in Ostwestfalen seien nur Teil der preußischen Provinz gewesen und schon lange keine eigenständigen Länder mehr. Tatsächlich ist der Kreis Lippe noch heute fast identisch mit dem Herrschaftsgebiet der Herren zur Lippe, die Anfang des 12. Jahrhunderts das erste Mal in den Urkunden genannt werden. Als Fürst Leopold zur Lippe, der Großvater von Prinz Stephan, in der Revolution 1918 abdanken musste, da hatte das Haus zur Lippe seit bald 800 Jahren über das kleine Land geherrscht. Nie wurde das Fürstentum zur Provinz, nicht unter Napoleon und nicht unter den Preußen.

Prinz Stephan residiert heute über der Fußgängerzone von Detmold, in einem Seitengebäude des Schlosses. Als Anwalt und Steuerberater kümmert er sich in seiner Kanzlei um Familienunternehmen, um Nachlassfragen und Umweltrecht. Für die FDP sitzt der 48-Jährige im Stadtrat, koordiniert ein liberales Netz- werk. "Adel verpflichtet ­ ich nenne es lieber, Geschichte verpflichtet", sagt der Prinz ­ und hat das Beispiel gleich vor Augen. Nur ein paar Schritte entfernt durch den Schlosspark wohnen seine Eltern in den alten Gemäuern. Familienvorstand Prinz Armin ist 83 Jahre alt. Er betrachte es als ein "großes Geschenk", sagt der Sohn, wie seine Eltern ihre repräsentative Funktion mitten in der Stadt ausfüllen. Man könnte auch sagen, es ist eine Überraschung. Denn die Fürs-ten zur Lippe hatten nur wenig Glück im 20. Jahrhundert.

Nachdem Fürst Leopold 1918 auf seine Macht verzichtet hatte, musste sich die Familie mit einem Fünftel ihrer Besitztümer bescheiden. "Unsere Vorfahren haben nie getrennt zwischen ihrem Privat- und dem Staatsvermögen", erklärt Prinz Stephan. Und so hätten das dann halt die Arbeiter- und Soldatenräte für sie erledigt. Weil das Land über die Jahrhunderte in einer Hand geblieben war, weil die Erbfolge geregelt wurde, ohne die Güter zu trennen, konnte die junge Republik im Lipperland fortan über einen stattlichen Staatsbesitz verfügen. Enteignet wurden die zwei Staatsbäder Salzuflen und Meinberg und 20000 Hektar Forst- und Landwirtschaft. Die lippische Frage hatte auch eine ökonomische Dimension. Und einen Strategen, Heinrich Drake.

"Ich vergleiche Heinrich Drake gerne mit Adenauer", sagt der Archivar des Kreises Lippe, Hansjörg Riechert ­ "ein Adenauer, der nicht Boccia spielte." Wie Konrad Adenauer für Köln, das Rheinland und die spätere Bundesrepublik ist Heinrich Drake die politische Symbolfigur des Lipperlandes im 20. Jahrhundert. Das SPD-Mitglied, Jahrgang 1881, prägte die lippische Politik während der Weimarer Republik und in der Nachkriegszeit, bis er sich als alter Mann der Gartenarbeit und Rosenzucht widmete. Als Lippe 1920 auch dank der Enteignungen zum eigenständigen Freistaat wurde, stieg der Journalist schnell zum Regierungsmitglied auf, wurde Vorsitzender, später Präsident der Staatsregierung. Als die Nationalsozialisten die Macht übernahmen, war Drake wie Adenauer seine Ämter los.

Während der Nazi-Herrschaft verhielt sich der gebürtige Lemgoer wie Adenauer eher unauffällig. Er soll sich im Selbststudium Englisch beigebracht haben. Eine gute Wahl. Denn im Frühjahr 1945 waren es die Briten, die den unbescholtenen Drake beauftragten, sich um den Wiederaufbau der Lippe zu kümmern. Mit immerhin 63 Jahren stürzte er sich in die Arbeit ­ und vor allem in die Verhandlungen um die Zukunft des kleinen Freistaates. Ohne Heinrich Drake gäbe es kein Bindestrichland Ostwestfalen-Lippe.

Kohle gegen Kartoffeln

Niedersachsen und das von den Briten neu zusammengefügte Nordrhein-Westfalen buhlten um den Beitritt des kleinen Staates. Drake, weiß der spätere Amtsnachfolger Stich, habe sich schnell für NRW entschieden. Anders als die Bevölkerung. Weil in Niedersachsen die Versorgung mit Kartoffeln besser war, erzählt Stich, wären die meisten für einen Anschluss an die Norddeutschen gewesen. Drake sah den größeren Zusammenhang. Er verhandelte, spielte mit den Begehrlichkeiten der großen Bundesländer. Zwar war das Land Lippe seine territoriale Eigenständigkeit los, doch das Schmerzensgeld fiel üppig aus. Selbst heraldisch wurde den Lippern der Hof gemacht. Die lippische Rose, seit jeher Symbol des Fürstengeschlechtes, sollte es auf das neue Landeswappen des Bundeslandes schaffen.

Der Einigungsvertrag fiel freilich nüchterner aus. "Die lippischen Punktationen stehen auf einer schlichten Schreibmaschinenseite", sagt Jutta Prieur-Pohl, die Leiterin des Staatsarchivs Detmold, "das ist irgendwie typisch." In 16 Punkten und drei Zusätzen ist in diesem Vertrag nachzulesen, was Drake dem ersten Ministerpräsidenten von NRW, Rudolf Amelunxen für den Beitritt der Lipper abgerungen hat. Die Gemeinschaftsschulen durften weiter bestehen, Archive und Kultureinrichtungen sollten gefördert werden, das Landesvermögen wurde fortan vom Landesverband Lippe verwaltet ­ bis heute. Außerdem wurde die Residenzstadt Detmold Verwaltungszentrum. Nicht nur für Lippe, sondern für die gesamte, neu geschaffene Region.

Bei solch einem Verhandlungserfolg scherte sich Adenauer-Zeitgenosse Drake wenig um die Demokratie. Eigentlich hätte eine Volksabstimmung den Anschluss an NRW besiegeln müssen. Sie hat bis heute nicht stattgefunden, auch fehlt bislang ein offizieller Beschluss des nordrhein-westfälischen Landtags. Für Kreisarchivar Riechert kein Wunder. Männer wie Drake ­ und Adenauer ­ hat- ten ein anderes Demokratieverständnis: "Drake duldete keinen Widerspruch."

OWL oder Westfalen?

Noch heute schafft es die lippische Frage immer wieder auf die politische Tagesordnung. Wenn die neue Landesregierung von Jürgen Rüttgers ihr Briefpapier vorsichtig modernisiert, wird die lippische Rose im neuen Wappenzeichen besonders genau geprüft. Statt von der Grasnarbe sähe man den Blütenkelch endlich von oben, freuten sich die Staatskanzlei-Designer aus Düsseldorf. In Lippe fiel das Urteil freilich anders aus: Immer noch sei die Rose um 72 Grad verdreht.

Zu einem echten Rosenkrieg könnte es kommen, wenn den Lippern ihre 1947 verbrieften Sonderrechte genommen würden. Doch genau das ist der Plan, jedenfalls wenn es nach der heutigen politischen Führung geht. Weil die schwarz-gelbe Landesregierung unter Ministerpräsident Jürgen Rüttgers eine große Verwaltungsreform plant, ist ganz Ostwestfalen-Lippe infrage gestellt. Die Düsseldorfer Koalition will das Bundesland bis 2012 auf nur noch drei Bezirke verschlanken: Rheinland, Westfalen und das Ruhrgebiet.

Aufgeschreckt von den Reformvorhaben, besuchten im November 200 Bürger eine Podiumsrunde in Detmold, einige tragen eine kleine lippische Rose am Revers. Doch statt des eingeladenen Staatssekretärs Manfred Palmen wagt sich nur Abteilungsleiter Hartmut Beuß in die Stadthalle, auch sie ist Teil der weitläufigen Schlossanlagen. Schräg gegenüber flattert auf dem Landestheater eine Flagge: "Lippe riskieren!"

Der Ministeriale aus Düsseldorf kann die Anwesenden nicht beruhigen, aber auch nicht weiter beunruhigen: Er habe keinen Grund zur Annahme, dass sich am Ziel der Verwaltungsreform mit drei Regierungsbezirken etwas geändert habe, sagt Beuß. Aber das sei eine Frage an den Ministerpräsidenten. Die SPD-Opposition in NRW, dereinst auch für die große Reform, ist inzwischen davon abgerückt. Im Konsens wird Ostwestfalen-Lippe jedenfalls nicht abgeschafft, dazwischen liegen Landtagswahlen. Eine offene Frage.

Das "lippische Empfinden", für Prinz Stephan zur Lippe ist es nur ein "Nachklang der Geschichte", er sagt das häufiger. Zu aktuellen politischen Fragen will sich der parteilose Liberale nicht äußern. Auch nicht zur politischen Zukunft von Ostwestfalen und Lippe. Die lippische Eigenständigkeit sei über die Jahrhunderte vor allem eine Frage des "Glücks" gewesen. An "Wendepunkten der Geschichte" hätten keine Versager die Verantwortung getragen. "In letzter Zeit", sagt der Nachfahre eines sehr alten Geschlechtes, war das Fürstin Pauline, die Napoleon davon überzeugte, das Land nicht dem Königreich Westphalen zuzuschlagen. Wie es jetzt um Lippe stehe? Vorsichtig sagt der Prinz nur das: Für eine eigenständige Region sei Lippe zu klein in einer sich globalisierenden Welt. "Aber wir haben eine gute Größe mit der Region Ostwestfalen-Lippe und dem Regierungsbezirk Detmold. Da bin ich patriotisch."

Die bürgerliche Seite sitzt derweil im Sparkassenhaus mit weitem Blick über den Marktplatz auf den Kirchturm und den Glockenturm des Schlosses. Die drüben, die würde er bedauern, sagt Walter Stich, der CDU-Regierungspräsident von 1979 bis 1995, der aus dem Ruhrgebiet stammt, aber als Pensionär in Detmold wohnen blieb. Das Prinzenpaar sei doch weit über achtzig und wohne im zweiten Stock des Schlosses ohne einen Aufzug. Etwas später bei einer Linsensuppe sagt Stich auch noch etwas zum lippischen Empfinden. Die Frau auf der Straße, die meinte, Lippe liege immer noch an der Lippe, die irre natürlich, so Stich: "Lippe liege immer noch an der Weser."

Womit er, geografisch gesehen, recht hat: Das Flüsschen Lippe ist mit dem ehemaligen Fürstentum nur durch den Namen verbunden ­ es entspringt im westlich gelegenen Nachbarkreis Paderborn, um sich dann in Richtung Rhein zu schlängeln. Zwar durchfließt auch die Weser den Landkreis Lippe nicht, aber sie säumt immerhin die Landesgrenze ­ als acht Kilometer langer Grenz- fluss zu Ostwestfalen.

OWL im Laufe der Zeit

Frühe Pioniere:

Auf Gütersloher Stadtgebiet stoßen Bauarbeiter 1951 auf den "Pavenstädter Riesenbecher" aus dem 17. Jh. v. Chr., Fundstück der "Einzelgrabkultur", Beweis für früheste Siedlungen in der Region. Das heutige Ostwestfalen-Lippe ist später Siedlungsraum der Angrivarier an der Weser, der Westfalen, Brukterer und Cherusker. Im Jahre 9 n. Chr. treibt Arminius ein römisches Expeditionsheer vermutlich bei Kalkriese in einen vernichtenden Hinterhalt. Die Allianz der Stämme, die der Cherusker-Fürst anführt, zerfällt aber schnell. Nach der Völkerwanderung wird das Gebiet Teil des sächsischen Herzogtums Engern.

Christianisierung:

772 n. Chr. beginnen die Sachsenkriege. Karl der Große erobert die Eresburg bei Marsberg und hält 777 den 1. Reichstag in Paderborn ab. 794 wird das heutige OWL Teil des Frankenreiches, 799 wird das Bistum Paderborn gegründet. 836 werden die Reliquien des Heiligen Liborius von Le Mans nach Paderborn gebracht ­ Beginn einer bis heute andauernden Städtepartnerschaft. Im 10. Jh. soll ein Hirte beim heutigen Herford eine Marienerscheinung gehabt haben, sie gilt als älteste Marienvision nördlich der Alpen.

Erste Herren:

Um 1100 erweitern die Grafen von Calvelage ihren Besitz. Burg Ravensberg wird gegründet. Anfang des 17. Jh. fällt die bereits mit den Häusern von Kleve, Jülich und Berg verbundene Grafschaft Ravensberg an Brandenburg-Preußen. Im heutigen Ostwestfalen bleibt bis 1918 nur das Fürstentum Lippe unabhängig. Am 1. 2. 1168 heiratet Welfenherrscher Heinrich der Löwe im Dom zu Minden die zwölfjährige Mathilde von England. Als sich Heinrich später Kaiser Barbarossa beugen muss, schwindet der Einfluss der Welfen auf das heutige OWL.

Selbstbewusste Städte:

1246 gründen die Städte Osnabrück, Münster, Coesfeld, Minden und Herford den Ladbergener Bund, ein Bündnis vor allem gegen die Einflussnahme der Bischöfe aus Münster und Osnabrück. Minden hatte bereits seit 1230 die Stadt- rechte, 1301 sogar eine eigene Wahlordnung. Erst die Preußen beenden das vierhundertjährige Kapitel bürgerlicher Selbstbestimmung: Friedrich I. erlässt 1711 ein Stadtreglement, macht Minden später zum preußischen Verwaltungssitz. Ab 1816 (bis 1947) ist Minden Sitz der preußischen Bezirksregierung.

Reform und Gegenreform:

1525, in der Reformation, ist sogar Paderborn mehrheitlich evangelisch. Doch Gegenreformation und Gründung einer Jesuitenuniversität (1614) wenden das Blatt wieder. Heute sind 54 Prozent der Bevölkerung Katholiken, doch OWL bleibt ein Flickenteppich. Die lippische Landeskirche hält ihre Gottesdienste noch immer nach dem Heidelberger Katechismus von 1563 ab.

Unter Fremdherrschaft:

Am 1.8.1759 kommt es im Siebenjährigen Krieg zur Schlacht bei Minden, die britisch-hannoverischen Truppen schlagen die französischen Einheiten. Britische Militaristen feiern den Sieg bis heute ­ wohl auch, weil Ostwestfalen Teil der britischen Besatzungszone war. Das Hauptquartier befand sich in Bad Oeynhausen, noch immer sind britische Truppen in OWL stationiert. 1807 bis 1813 sind weite Teile Ostwestfalens Teil des Königreichs Westphalen. Der so genannte Modellstaat wird vom Napoleon-Bruder Jérôme regiert, und zwar im nordhessischen Kassel.

Gründerzeiten:

Ab 1830 kommt es zur ersten Krise in der Leinenindustrie in und um Bielefeld. Doch mit dem Anschluss an die "Cöln-Mindener Eisenbahn" 1847 kann die ins industrielle Hintertreffen geratene Textilindustrie aufatmen. Schon 1854 wird in Bielefeld die Ravensberger Spinnerei gegründet, die bald als größte Flachsspinnerei Europas gilt. Bielefeld wird Deutschlands Textilzentrum. 1835 gründet Carl Bertelsmann in Gütersloh den C. Bertelsmann Verlag. 1891 erwirbt August Oetker in Bielefeld die Aschoffsche Apotheke.

NS-Zeit:

1933 bis 1945, während der Nazizeit, ist ganz OWL Teil des so genannten Gaus Westfalen-Nord, Gauhauptstadt ist Münster. Gauleiter Alfred Meyer war zugleich Reichsstatthalter von Lippe und wurde schließlich Oberpräsident der Provinz Westfalen. Meyer war als Teilnehmer der Wannseekonferenz maßgeblich an den Planungen des Holocaust an den europäischen Juden beteiligt.

Verwandlungen:

Die Briten entwickeln nach Kriegsende die "Operation Marriage", aus Rheinland und Westfalen entsteht das Bundesland Nordrhein-Westfalen. Nach Beitrittsverhandlungen wird auch der Freistaat Lippe 1947 nach 800 Jahren Selbstständigkeit nordrhein-westfälisch. Seit den 50-er Jahren erfährt die auf Textil- und Möbelindustrie fußende Wirtschaft einen Wandel. Ostwestfalen-Lippe wird Standort eines globalen Medienkonzerns, bleibt stark im Maschinenbau und in der Elektronik-industrie. Modernisierungsschübe erfahren Wirtschaft und Gesellschaft durch zwei Universitäten: 1969 wird die Universität Bielefeld gegründet, 1972 die Universität Paderborn.