Was wurde aus …

„Können Fernseher ein Kerngeschäft für ein Elektronik-Unternehmen sein? Das, glaube ich, ist die Frage“, sagte Konzernchef Kazuo Hirai im Januar vergangenes Jahres. Die Antwort gab Sony gestern per Pressemitteilung. Das Geschäft mit Fernsehern, das zuletzt vor zehn Jahren profitabel war, wird von Hirai bis zum Sommer in ein eigenes Unternehmen ausgegliedert – und später womöglich verkauft.

Die verlustreiche Computersparte Vaio stößt Sony gleich ganz ab. Käufer ist die Investmentgesellschaft Japan Industrial Partners. Noch steht der Preis nicht fest. Sony setzte einst knapp neun Millionen PCs im Jahr ab und zählte bei Notebooks mit seinen Vaio-Geräten zu den innovativsten. Doch Sonys Verkaufszahlen schrumpften. Die Leute kaufen jetzt lieber Smartphones oder Tablets. Der Marktanteil im Computergeschäft betrug zuletzt nur noch 1,9 Prozent.

Als Kazuo Hirai Anfang 2012 den Chefposten bei Sony übernahm, gab er den Leitsatz „One Sony, One Management“ vor. Sein Ziel: Die Produktpalette aufräumen und sich auf Digitalkameras, Smartphones und Spiele konzentrieren.

Noch im selben Jahr übernahm Sony deshalb die Anteile seines schwedischen Partners Ericcson am Handy-Hersteller Sony Ericcson. Gegen die Konkurrenz von Apple und Samsung konnten sich die Sony-Smartphones offenkundig noch nicht behaupten. Mit seinen Spielkonsolen (u.a. PlayStation) schrieb Sony zuletzt schwarze Zahlen, hat mit Microsofts Xbox One aber einen starken Konkurrenten. Nachgelassen hat die Nachfrage nach Digitalkameras und Camcordern.

Während sich Sony jetzt neu sortiert, verlieren etwa 5000 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz – 1500 in Japan und 3500 im Ausland. Langfristig gesehen will Sony damit seine Fixkosten um jährlich 730 Millionen Euro senken. Weil Sony die Umbaumaßnahmen aber erst einmal viel Geld kostet, rechnet der Konzern für das laufende Geschäftsjahr mit einem Minus von 800 Millionen Euro.

Der Verlust würde sogar noch höher ausfallen, hätte Sony nicht ein Geschäft, mit dem man den Konzern nicht unbedingt in Verbindung bringt: Lebensversicherungen und Finanzdienstleistungen. Sie sind hochprofitabel und polieren regelmäßig die Bilanz auf.

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