Was wurde aus …

Neun Millionen Dollar zahlt Primark ein Jahr nach dem Einsturz der achtstöckigen Fabrik Rana Plaza an 580 Arbeiter, die für einen Zulieferer im zweiten Stock des Gebäudes tätig waren, und an Familien, deren Angehörige bei dem Unglück ums Leben kamen. Eine weitere Million Dollar geht an einen Entschädigungsfonds, der für alle Opfer eingerichtet wurde.

Neben Primark ließen noch mindestens 27 andere Modeunternehmen ihre Kleidung in der Fabrik nähen. Doch nicht einmal sechs Millionen Dollar haben sie bisher in den Fonds eingezahlt, berichtet der »Guardian«. Die meisten Firmen „ducken sich weg“, kritisiert die Kampagne für saubere Kleidung (Clean Clothes Campaign). 40 Millionen Dollar würden benötigt, um die Lohnausfälle und Arztkosten der Opfer zu bezahlen.

Viele Unternehmen mussten erst zu der Einsicht gedrängt werden, dass die Sicherheitsstandards in den Fabriken ungenügend waren. Dies beschrieb brandeins-Redakteur Mischa Täubner in der Ausgabe 09/2013 („Die Getriebenen“). Heute betonen sie gern, wie sehr sie das Abkommen für Brandschutz und Gebäudesicherheit unterstützen.

Wegen der extrem niedrigen Löhne lassen viele große Modefirmen in Bangladesch fertigen. Das Land ist nach China der zweitgrößte Produzent von Textilien weltweit. Auf die fast 5.000 Textilfabriken entfallen rund 80 Prozent aller Exporte des Landes. Weil die Textilarbeiter in Bangladesch seit Monaten einen Mindestlohn von 75 Euro fordern, sehen sich die großen Modeketten schon nach neuen Billig-Standorten um.

„Die Textilindustrie zieht immer in die ärmsten Länder“, sagte Ulrich Pfister, der an der Universität Münster Sozial- und Wirtschaftsgeschichte lehrt, Anfang des Jahres dem Berliner Tagesspiegel. Die nächste Station könnte Afrika sein. Dort sind die Löhne noch geringer als in Asien und die Lieferzeiten nach Europa noch kürzer. Auch Primark lässt schon in Äthiopien produzieren.

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