Was wurde aus …

Rund 125 Jahre lang war die Firma Pfaff auf Erfolgskurs. Ende der 80er Jahre kam sie ins Trudeln. Die europäische Textilindustrie erlebte eine Flaute und die Konkurrenz aus Asien nahm zu. Aus dem soliden Traditionsunternehmen wurde ein Spielball zwielichtiger Finanzinvestoren. Nach zahlreichen Eigner- und Partnerwechseln musste Pfaff 1999 völlig ausgeblutet Insolvenz anmelden. Auch eine vermeintlich rettende Partnerschaft mit einem italienischen Nähmaschinenhersteller endete im Desaster.

Im Herbst 2002 übernahm der italienische Großhändler Bianchi Maré die Pfaff Industrie Maschinen AG. Bianchi Maré machte einen Großteil seiner Umsätze mit Pfaff-Maschinen. Der Großhändler übernahm quasi seinen wichtigsten Lieferanten. Und das hat Sinn – wie sich herausstellte. Beide Partner waren auf einander angewiesen und kamen sich nicht in die Quere.

Der neue Vorstandsvorsitzende, Matthias Berg, sanierte den Betrieb, baute Personal ab und entstaubte das Marketing und den Vertrieb. Und der Neuanfang glückte. 

Doch das ist noch nicht das Ende der Geschichte. Denn nun ist Pfaff Industrial wieder einen großen Schritt vorangekommen. Im Dezember 2009 verkündete der neue Eigner und Vorstand Joachim Richter nicht nur stark wachsende Auftragseingänge besonders durch Automobilzulieferer (Sitzbezüge). Er präsentierte auch einen neuen Kooperationspartner: die Bombay Rayon Fashions Ltd., nach eigenen Angaben der größte Textilproduzent der Welt mit rund 46.000 Mitarbeitern. Aman Agrawal, Vizepräsident bei Bombay Rayon, brachte auch gleich den ersten siebenstelligen Auftrag mit nach Kaiserslautern.

So wird Pfaff Industrial nun bereits das Jahr 2009 mit einem kleinen Plus abschließen. Bis 2011 soll der Umsatz wieder auf 30 Millionen Euro klettern und auch die Beschäftigtenzahl soll wieder steigen: von zuletzt 200 Mitarbeitern auf bald 300.

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