Was wurde aus …

Loewe ist insolvent, darf sein Geschäft aber unter Aufsicht fortführen. Das Unternehmen will nun Kosten senken. Das heißt konkret: 150 Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz, ihre Zahl sinkt auf rund 650. Im Jahr 2011 waren es noch mehr als 1000.

Aktuell sucht das Unternehmen einen Geldgeber. „Wir haben sechs Angebote von Investoren, über die wir in den kommenden vier Wochen entscheiden“, sagt der Loewe-Chef Matthias Harsch. Und: „Ohne Investor ist es natürlich aus.“ Mit dem chinesischen Elektronikhersteller Hisense hat er bereits eine strategische Partnerschaft vereinbart. In Österreich wollen beide Unternehmen einen gemeinsamen Vertrieb aufbauen.

Die Nachricht der Insolvenz kam nicht unerwartet. Loewe hat den Anschluss an die Flachbildschirmtechnik verpasst – was schon 2004 zu einer dramatischen Krise führte. 950 Mitarbeiter stundeten damals ihren Lohn. Arbeiter in der Fertigung verzichteten auf ein halbes Monatsgehalt, die Angestellten auf ein ganzes – unter der Bedingung, es nach der Sanierung mit 25 Prozent Zinsen zurückzubekommen. Was drei Jahre später auch geschah.

Die 2004 vereinbarte Kooperation mit Sharp wurde intensiviert. Loewe schien wieder auf einem guten Weg. Das Jahr 2008 schloss das Unternehmen mit dem höchsten Gewinn seiner Geschichte ab: 28,5 Millionen Euro.

Ein Strohfeuer. Die Konkurrenten Samsung und LG Electronics zogen an Loewe, das auf teures Design setzte, vorbei. 2011 machte Loewe 10,5 Millionen Euro Verlust, ein Jahr später 29 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr 2013 waren es 24,2 Millionen Euro. Der Kampf ums Überleben beginnt erneut.

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