Was wurde aus …

„Das Geschäft läuft wieder gut“, sagte der Senior-Chef Uwe Fehrmann bei der Preisverleihung. „Wir rechnen in diesem Jahr mit einem Wachstum von mindestens 20 Prozent.“ So rosig sah es vor einem Jahr noch nicht aus, als brand eins den Betrieb besuchte. Der Umsatz war damals um ein Viertel eingebrochen, zwei Drittel der Belegschaft befand sich in Kurzarbeit. Henning Fehrmann spezialisierte den Betrieb mehr und mehr. Er wollte individuelle Lösungen statt Produkte aus dem Katalog. Und er sah seinen Kundenkreis verstärkt bei Käufern und Herstellern von Luxusjachten. Dazu sollte die langjährige Erfahrung seiner Mitarbeiter systematisch für Verbesserungen genutzt werden. Innerhalb von zwei Jahren kamen so 1263 Vorschläge zusammen. Mehr als drei Viertel von ihnen seien umgesetzt worden, sagte Henning Fehrmann. Sein Ziel: Die Firma sollte offener und seine Mitarbeiter selbstständiger werden.

Der Vater Uwe Fehrmann ist Identifikationsfigur und Ratgeber. Und Mutter Dorothea Fehrmann fungiert als Schlichterin zwischen den Generationen.

So würdigte Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz in seiner Laudatio Vater und Sohn als zwei Preisträger, „die für den gelungenen Generationenübergang im Mittelstand stehen.“ Das Unternehmen sei nicht nur traditioneller Bestandteil der Hamburger Hafen- und Schifffahrtswirtschaft. „Es kennzeichnet darüber hinaus durch seine Modernität und Innovationskraft auch die Spezialisierung, die in diesem Wirtschaftszweig gefragt ist.“

Fehrmann ist heute ein weltweit führender Premiumhersteller für Spezialverglasungen auf Jachten. „Niemand kann das liefern, was wir produzieren“, sagte Henning Fehrmann stolz. Weswegen die Firma auch bei anderen Spezialaufgaben engagiert wird. Etwa bei den ellipsenförmigen Fenstern der neuen Elbphilharmonie oder bei den Bullaugen in den Türmen der Petrikirche und des Hamburger Michels.

Zur Übernahme des Betriebes von seinem Vater sagte Henning Fehrmann: „Es war keine Pflicht, dass ich in den Betrieb einstieg. Aber man sollte sowieso nicht immer nur die Pflicht sehen, sondern auch die Chance.“

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