Was wurde aus ...

… Gilt?

Der Aufstieg der Website gilt.com aus New York erschien märchenhaft. Die beiden Harvard-Absolventinnen Alexis Maybank und Alexandra Wilkis Wilson halfen großen Bekleidungsmarken, ihre Restbestände online zu verkaufen. Finanziert wurde das Ganze von zwei ehemaligen Managern und Mitgründern der Werbeplattform DoubleClick, die Google kurz zuvor für 3,1 Milliarden geschluckt hatte.

Die beiden Gilt-Gründerinnen sagten brand eins im Jahr 2009: „Unser Geschäftsmodell funktioniert im Aufschwung wie im Abschwung.“ Und sie hatten ehrgeizige Pläne: internationale Expansion, Schnäppchenportale für Reisen und sogar Lebensmittel.

Vom Einhorn zum Schnäppchen


Doch der Traum vom Rabatt-Imperium, das angeblich einmal auf einen Börsengang zusteuerte und mit einer Bewertung von einer Milliarde Dollar als „Einhorn“ gehandelt wurde, ist ausgeträumt. Vergangene Woche kaufte das kanadische Handelsunternehmen Hudson's Bay Company Gilt für gerade einmal 250 Millionen Dollar – deutlich weniger als das, was diverse Investoren in sechs Finanzierungsrunden bezahlt hatten.

Ebenso wie andere Schnäppchen-Seiten kämpfte Gilt nach anfänglichem Höhenflug mit Problemen. Mit dem Aufschwung ist die Preissensibilität der Kunden gesunken, der Konkurrenzdruck von Discountern im Netz ist gestiegen, und es gibt nicht genug Restposten von Designer-Labeln, um die Websites von Gilt & Co. tagtäglich zu füllen. Am Ende ging dieses Konzept nicht auf.

Hudson's Bay und Gilt könnten hingegen gut zusammenpassen. Zum kanadischen Unternehmen gehören unter anderem die Galeria Kaufhof GmbH, Saks Fifth Avenue und der Discounter Saks Off 5th. Mit Gilt sollen vor allem junge Kunden angelockt werden.

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