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Ein verspielter Kapitalist: Tony Hsieh
Hier gibt es mehr als genug Platz für neue Ideen: das alte Zentrum von Las Vegas

„Wir legen den Quellcode für unser Projekt offen und bauen eine Plattform, auf der andere kreativ tätig werden können“, sagte Tony Hsieh, Gründer des Onlineshops Zappos, 2012 im Gespräch mit brand eins über sein Stadtentwicklungsprojekt. „Wir wollen nicht Gebäude hinstellen, die dann mit Leben gefüllt werden müssen, sondern umgekehrt verfahren. Wir bringen die richtigen Leute zusammen, die gemeinsam Neues schaffen.“

Hsieh investierte 350 Millionen Dollar seines Privatvermögens. 100 Millionen Dollar in den Erwerb von Grund und Boden, 100 Millionen in den Bau bezahlbarer Wohnungen und noch einmal je 50 Millionen in die Ansiedlung junger Technologie-Firmen, in den Einzelhandel und in neue Schulen.

Das „Downtown Project“ begann mit dem Vorsatz des „Return on Community“. Die Gemeinde sollte im Vordergrund stehen, nicht die Rendite („Return of Investment“). Doch die Prioritäten scheinen sich zu ändern. Nun wurde ein Fünf-Jahres-Plan aufgestellt, damit sich das Projekt schnellstmöglich wirtschaftlich trägt. Dieses Jahr sollen die stärksten Unternehmen gestärkt und das Kerngeschäft weiter optimiert werden. Die erste Folge: Zehn Prozent der 300 Mitarbeiter des Projekts wurden entlassen.

Dass sich Hsieh aus Unzufriedenheit aus dem Projekt zurückziehe, wie lokale Medien vermuteten, dementiert er. „Ich war nie der Vorstandsvorsitzende des ‚Downtown Project’ und habe mich nie als Leiter des täglichen Management gesehen“. Hsieh wolle weiterhin als Investor und Berater aktiv bleiben.

Nächstes Jahr steht eine weitere Sparrunde an, damit das Projekt 2016 Gewinn einbringt. Es wird immer deutlicher: Hinter dem „Downtown Project“ steckt offenbar doch keine Wohltätigkeitsorganisation.