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Kölsch für alle!

Schon einmal hatte die 1894 gegründete Dielektra GmbH, ein Unternehmen das Laminate – dünne, beschichte Platten, die den Strom nicht leiten und in technische Geräte eingebaut werden – am 5. Februar 2004 Insolvenz angemeldet.

Vorausgegangen waren eine Übernahme des amerikanischen Konzerns Park Elektrochemical und damit verbunden ein schleichender Abstieg des einst florierenden Unternehmens. Doch dank des Einsatzes des damaligen Insolvenzverwalters Dr. Ringstmeier, dem Geschäftsführer Lakomy und dem Betriebsratschef Höller konnte das Unternehmen gerettet werden, vor allem da alle Mitarbeiter zu Gesellschaftern der neu gegründeten Dielektra Technologie GmbH wurden (brand eins 01/2005 – Kölsch für alle!).

Leider hielt der Sanierungsplan nicht lange stand. Die Gründe: Laut Geschäftsführer Lakomy ein Zusammentreffen einiger, unangenehmer Faktoren. Erst brach ein guter Kunde weg und die erwarteten Umsatzzahlen mussten korrigiert werden. Die Bank reagierte daraufhin sehr nervös, fror Zahlungen ein, so dass die Dielektra – ausgestattet mit einer sehr niedrigen Eigenkapitalquote – Lieferanten nicht mehr pünktlich zahlen konnten. Es kam zu Lieferproblemen und Gerüchten in der Branche, die Dielektra sei wieder am Wanken. Und es fielen weitere Kunden weg, teilweise aufgrund von eigener Insolvenz.

Auch ein Gutachten, dass Lakomy auf Betreiben der Banken in Auftrag gab und der Dielektra gute Überlebenschancen bescheinigte, änderte nichts mehr: Die Banken beschlossen ihr Engagement für das Unternehmen zu beenden.

Am 8. Juli dieses Jahres kam zum ersten Mal die neue Insolvenzverwalterin auf das Gelände, nun wird das Unternehmen wohl voraussichtlich an einen deutschen Konkurrenten verkauft. Die Verhandlungen sind aktuell noch am Laufen, wie viele der rund 70 Mitarbeiter übernommen werden könnten, steht noch nicht fest.

Text: Mathias Irle

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