Was wurde aus ...

„Das Monopol ist gebrochen“, sagte AMD-Vorstand Dirk Meyer 2004. Damals beherrschte Intel 80 Prozent des PC-Chip-Marktes. AMD war der kleine, aber feine Konkurrent.

Und der wollte hoch hinaus: 2006 kaufte man den kanadischen Grafikchip-Hersteller ATI für 5,4 Milliarden US-Dollar. Der Erfolg blieb jedoch aus. 2007 und 2008 fuhr AMD jeweils mehr als drei Milliarden Dollar Verlust ein.

Es folgten Veränderungen – erst im Vorstand, dann auch in der Belegschaft. Als Rory Read, zuvor 23 Jahre bei IBM, im Jahr 2011 die Führung übernahm, entließ er zunächst 1400 Mitarbeiter – rund 10 Prozent der Belegschaft. Ein Jahr später kündigte das Unternehmen an, nochmals 15 Prozent der Mitarbeiter zu entlassen. Die Flaute im PC-Geschäft macht der Firma schwer zu schaffen.

Obendrein hat das Unternehmen – ebenso wie der große Konkurrent Intel – das Geschäft mit Smartphones und Tablets verschlafen. In ihnen kommen kaum AMD-Prozessoren zum Einsatz. Viele Anbieter setzen lieber auf die Technik des britischen Chipentwicklers ARM.

Der boomende Mobil-Markt scheint unerreichbar, der klassische PC-Markt schrumpft beständig. AMD setzt nun auf Spielekonsolen und liefert die Chips für die PlayStation 4 sowie die Xbox One. Im dritten Quartal dieses Geschäftsjahres schreibt AMD endlich wieder schwarze Zahlen. Aus einem Verlust von 157 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum ist ein Gewinn von 48 Millionen Dollar geworden.

Das „Game Over“ scheint vorerst abgewendet.

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