Jennifer Hansch, Mainz Die Vorstellung, dass sich historisch gesehen arbeitsteilige Gesellschaften (und damit die Freistellung von Arbeitskräften für Kultur /Religion / Wissensarbeit) nur durch Technologie und Produktionsüberschüsse entwickeln konnten, halte ich für einen Mythos. Das mag der europäische Weg zu unserer heutigen Gesellschaft sein, er lässt sich sicher aber nicht verallgemeinern. Indirekt leistet diese Sichtweise dem alten Vorurteil Vorschub, materiell wenig entwickelte Gesellschaften seien auch gesellschaftlich oder kulturell wenig entwickelt. Wahrscheinlich haben sie aber einfach einen anderen Weg gewählt und ihre gesellschaftlichen Kapazitäten ohne Umwege zum Beispiel in ein elaboriertes soziales System investiert. Dieses Licht ging mir auf, als ich in Australien indigene Archäologie studiert habe. Das nur als kleine Anmerkung zu Ihrem ansonsten hervorragenden Artikel.