Ein Blick ins Heft

brand eins Chefredakteurin Gabriele Fischer stellt einmal im Monat das neue Heft vor und schreibt über die Gedanken, die die Redaktion zum jeweiligen Schwerpunkt bewegen. Wenn Sie den Leser-Newsletter gerne empfangen möchten, melden Sie sich bitte hier an:

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Schwerpunkt: Reset

Lieber Leser,

Restart bedeutet: Wir fangen noch mal ganz neu an. Der Reset – das Schwerpunktthema dieser Ausgabe – ist dagegen „der Versuch, ein System, das man hat, neu in Gang zu bringen“, wie Wolf Lotter schreibt. Am besten, ohne die Probleme zu wiederholen, die es zum Absturz oder zur Bewegungsunfähigkeit gebracht haben („Wir können auch anders“; S. 32).

Gründe, ein System neu zu starten, gibt es genug – in der Politik, im Unternehmen und im Leben. Die wichtigste Voraussetzung für diejenigen, die sich daran wagen: Sie müsse eine bessere Lösung für möglich halten.

Dicke Bretter

Fotografie: Sonja Hamad


Dicke Bretter

In der Politik scheint die Hoffnung auf das Bessere in immer neuen Verhandlungsrunden unterzugehen. Ob Gesundheitswesen, Sozialstaat oder E-Mobilität: Überall sind die Probleme offenkundig, für den Befreiungsschlag aber scheint den Verantwortlichen der Mut zu fehlen. Falls es nur an Anregungen fehlt, die Ärztin Regina Klakow-Franck, der Ökonom Philippe Van Parijs und der Mobilitäts-Experte Andreas Knie können helfen. Ihre Ideen wären im laufenden Betrieb umzusetzen. Für den Berliner Flughafen allerdings fällt dem Insider Dieter Faulenbach da Costa nichts Rettendes mehr ein („Qualitätssicherung muss wehtun“; S. 64 / „Freiheit ist ein mächtiger Faktor“; S. 68 / „Die wollen keinen Neustart“; S. 96 / „Bumm!“; S. 50).

Schwankende Planken

Illustration: Christina Gransow


Schwankende Planken

In der Wirtschaft ist man daran gewöhnt, sich ständig neu zu orientieren, leicht ist das aber nicht. Schon gar nicht, wenn es um die großen Fragen der Digitalisierung geht. Wie lässt sich der Suchtfaktor aus den sozialen Medien eliminieren? Was hilft gegen die IT-Giganten, die dank des Netzwerkeffekts immer mächtiger werden? Und gewinnen wir irgendwann die Verfügungsgewalt über unsere Daten zurück? Das Berliner Start-up Smartfrog, das endlich das Internet der Dinge wahr werden lassen will, hat vielleicht eine Art Blueprint für die Lösung komplexer Probleme: Sie fangen erst einmal klein an („Am Haken“; S. 82 / „Die Geister, die ich rief“; S. 94 / „Wer viel Mehrwert erwirtschaftet, muss auch Verantwortung übernehmen“; S. 118 / „Eins nach dem andern“; S. 114).

Neue Bauten

Fotografie: Anne Gabriel-Jürgens


Neue Bauten

Aus einem Partykeller Europas größte Tanzschule zu machen, ist eine Leistung. Dazu brauchten die Gründer Mut und Fantasie. Ein anderer Unternehmer hatte den richtigen Riecher: Alexander Fackelmann entschied sich vor 15 Jahren gegen den Rat der Controller, nicht die gesamte Produktion nach China zu verlegen. Heute kann er seinen Betrieb in Deutschland neu aufstellen. Solche Neukonfigurationen sind immer ein Kraftakt, aber Jean-Claude Biver scheint sie zu lieben: Zurzeit ist der Manager gerade dabei, seine fünfte Uhrenmarke zu sanieren („Paso triple“; S. 130 / „Die Rückkehrer“; S. 124 / „Packen Sie Ihren Schlafsack ein!“; S. 42).

Große Pläne

Fotografie: Katharina Poblotzki


Große Pläne

Hubert Rhomberg und Marco Börries haben noch Größeres vor. Der eine nutzt sein Bau-Unternehmen, um die gesamte Branche neu zu erfinden. Der andere will die Ladenbesitzer, Gastronomen und Freiberufler der Welt digital zu einem Schwarm zusammenschließen, um den Internetkonzernen Paroli bieten zu können. Und auch die Gründer von WeWork haben viel vor: Zuerst haben sie die Arbeitswelt neu gedacht, nun ist das ganze Leben dran. Sie alle nutzen dabei, was bereits im System steckt. Sie setzen es nur neu zusammen („Der Zusammenbauer“; S. 104 / „Der Schwarm“; S. 110 / „Die Retorten-WG“; S. 56).

Starke Fäuste

Fotografie: Simon Koy


Starke Fäuste

Dieses Interview steht nicht im Schwerpunkt und passt doch irgendwie dazu: Auch Wladimir Klitschko muss über das, was in ihm steckt, nach dem Abschied vom Boxsport neu nachdenken. Das tut er bereits – denn er habe nie damit gerechnet, so lange und so erfolgreich zu boxen, sagte er unserem Autoren Denis Trubetskoy. Und das ist vielleicht der wichtigste Rat, wenn Sie nicht irgendwann feststecken wollen: Denken Sie früh über Alternativen nach, und warten Sie nicht, bis das System erstarrt („Lob der Niederlage“; S. 136).

Mit allen guten Wünschen für 2018,
Gabriele Fischer

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