Ein Blick ins Heft

brand eins Chefredakteurin Gabriele Fischer stellt einmal im Monat das neue Heft vor und schreibt über die Gedanken, die die Redaktion zum jeweiligen Schwerpunkt bewegen. Wenn Sie den Leser-Newsletter gerne empfangen möchten, melden Sie sich bitte hier an:

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Schwerpunkt: Fortschritt

Lieber Leser,

brand fünfzig und brand hundert haben wir gefeiert – und dann das Zählen erst einmal aufgegeben. Die 150. Ausgabe brachte es nur zu einer Fußnote im Editorial.

Nun sind 50 weitere Ausgaben erschienen und der Erwähnung wert. Nicht nur, weil uns bei der Gründung kaum jemand auch nur zehn zugetraut hätte: Solche selbst gesetzten Haltepunkte sind auch immer eine gute Gelegenheit zu überprüfen, was hinter einem liegt und Pläne für das zu entwickeln, was noch kommt.

brand zweihundert wird deshalb wieder gefeiert – mit einer Ausgabe, die anders ist als alle zuvor, auch wenn wir eine der brandeins-Tugenden beibehalten: Wir stellen Fragen und suchen möglichst unvoreingenommen nach Antworten. Thema? Fortschritt.

1. Wozu?

Illustration: Jan Robert Dünnweller


1. Wozu?

Ist es denn immer noch nicht genug? Muss es denn immer höher, schneller, weiter gehen? Müssen wir alles digitalisieren? Alles neu machen?

Nein, müssen wir nicht. Aber wollen wir stehen bleiben? Die Welt nicht doch ein bisschen besser machen? Oder viel besser?

2. Wie?

Illustration: Julia Ossko und Eugen Schulz


2. Wie?

Kennen Sie die grünen Türme von Peking? Jenes Projekt des italienischen Architekten Stefano Boeri, der mit bewaldeten Hochhäusern die Luft reinigen will? Wissen Sie, warum das dünn besiedelte Emsland ein Vorbild für andere ländliche Regionen ist? Haben Sie eine Vorstellung davon, was ein Quantencomputer leisten kann – und warum ihn Cyber-Kriminelle nicht lieben?

3. Was?

Illustration: Manu Burghart


3. Was?

Eigentlich alles. Wir müssen viel mehr Menschen für Sozialberufe interessieren. Lösungen für benachteiligte Jugendliche suchen. Den Tod in unser Leben lassen. Den Sozialstaat wetterfest machen. Den Kapitalismus vor seinen vermeintlichen Freunden retten. Und dem Handwerk mit Hilfe der Digitalisierung einen neuen goldenen Boden verschaffen.

4. Warum nicht?

Illustration: Jan Robert Dünnweller


4. Warum nicht?

Rund 200 Fragen zum Fortschritt werden wir in der 200. Ausgabe beantworten, mal ganz kurz, etwa, wenn wir wissen wollen, wie man Arabern den Feminismus nahebringen kann oder wie es um die Zukunft des Balsamico-Essigs bestellt ist. Oder auch ausführlicher, wenn etwa Wolf Lotter fragt, ob wir überhaupt Fortschritte machen. Weitere hundert Fragen hat unser Autor Jakob Vicari nur gestellt – die Antworten darauf sind uns die Wissenschaft oder die Gesellschaft noch schuldig. Kleine Kostprobe? Warum stecken wir Straftäter in Gefängnisse, wenn doch die Wahrscheinlichkeit steigt, dass Menschen, die einmal im Gefängnis waren, wieder Straftaten verüben? Sind Kinder heute klüger als früher? Oder: Wie können die Jesus-Christus-Echse genannten Basilisken über Wasser laufen?

5. Wohin?

Foto: Heiko Richard


5. Wohin?

In den vergangenen 199 Ausgaben haben wir viele Menschen vorgestellt, die an einer besseren Zukunft arbeiten. Sieben aus der ersten Ausgabe von brand eins haben wir drei Fragen gestellt: Was haben Sie damals erwartet? Was war die überraschendste Entwicklung? Was soll noch kommen? Die Antworten von Jost Stollmann, Annette Humpe oder Reinhard K. Sprenger machen Spaß – aber es ist auch vergnüglich, sich die Fragen selbst zu stellen oder sie mit Freunden zu diskutieren. Und Sie werden sehen: Es ist eine Menge vorangekommen, seit der Erstausgabe am 24. September 1999. Aber es bleibt auch noch eine ganze Menge zu tun.

Viel Vergnügen mit der neuen Ausgabe,
Gabriele Fischer

brand eins Konferenz


... und im Mai?

Da freuen wir uns auf die immerhin schon vierte brandeins-Zukunftskonferenz. Einen ganzen Tag dreht sich dann alles um die Wandlungsfähigkeit: Wie gelingt Veränderung? Welche Fähigkeiten und Kenntnisse brauchen wir dafür? Von welchen konkreten Beispielen und Vorbilden können wir lernen? Und was ist unsere eigene Rolle dabei? Experten auf der Bühne geben Antworten, gespannt sind wir aber auch auf Ihre Fragen – sowohl im Plenum als auch in kleineren Workshop-Gruppen.

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