Ausgabe 12/2016 - Artikel

Chrom (Cr)

Die besondere Eigenschaft

Es wechselt in seinen Verbindungen zwischen den Farben Schwarz, Orange, Rot, Grün oder Gelb. Reines Chrom ist ein silberweißes, hartes Metall, sehr korrosions-, hitze- und anlaufbeständig. Kaum etwas nimmt so schnell Sauerstoff aus der Luft auf. Einige Verbindungen sind giftig.

Wer braucht es?

Zu den wichtigsten Anwendungen zählt das Verchromen. Es schützt Metallteile vor Verschleiß und Rost. Oft zählt vor allem der optische Effekt, etwa in der Möbelindustrie, bei Sanitärprodukten, Armaturen, Mobiltelefonen, Zweirädern, Küchengeräten und Schmuck. In Deutschland wird der Markt für dekorative Verchromungen auf mehr als zwei Milliarden Euro geschätzt.

Die chemische Industrie nutzt Chrom als Katalysator zur Herstellung von Kunststoffen, die Bauindustrie in feuerfesten Formen für das Brennen von Ziegeln. Chromverbindungen dienen als Farbpigmente und Färbemittel, etwa für das Grün von Bierflaschen oder das Gelb der Sonnenblumen van Goghs. Das sogenannte Chromgelb ist zudem Basis der Markenfarbe der Post, wird wegen der Toxizität aber kaum noch angemischt.

In Laboren reinigt man mit dem gif­tigen Kaliumdichromat Glasbehältnisse. Die lichtempfindliche Substanz dient auch als Fixiermittel in industriellen Färbebädern. In der Lederindustrie ist die Chromgerbung das wichtigste Verfahren. Auch der Einsatz als Nahrungsergänzungsmittel wurde propagiert. Aktuelle Studien bestätigten aber keinen gesundheitsfördernden Effekt. Im Gegenteil: Es ist krebserregend.

Wer verkauft es?

Die Marktführerschaft beanspruchen die Eurasian Resources Group (Umsatz 2014: 5,83 Milliarden US-Dollar) – das Unternehmen sitzt in Luxemburg, ist aber zu 40 Prozent im Besitz Kasachstans – sowie die zu Glencore gehörende Merafe Resources (Umsatz 2015: 296 Millionen Euro) aus Südafrika. Die Bergbaukonzerne bauen Vorkommen in Kasachstan beziehungsweise in Südafrika ab. Die in London gelistete Investmentfirma Kermes des kroatischen Unternehmers Danko Koncar ist Hauptanteilseigner der finnischen Afarak Group (Umsatz 2014: 172,7 Millionen Euro), die in Südafrika, der Türkei und Simbabwe einige der weltweit größten Chromit-Minen betreibt. Auch der deutsche Chrom-Aufbereiter Elektrowerk Weisweiler GmbH, Weltmarktführer für Sonderqualitäten, befindet sich im Besitz der Gruppe. Der indische Tata-Konzern (Umsatz 2015 / 16: 103 Milliarden US-Dollar) ist ein weiterer maßgeblicher Produzent, der Lagerstätten in Indien ausbeutet.

Wo findet man es?

Chrom wird aus dem Mineral Chromit gewonnen. Die größten Vorkommen sind in Südafrika, Kasachstan, Indien, Finnland, Brasilien und in der Türkei.

Der Weltmarkt …

… wird bestimmt von Südafrika, Kasachs­tan und China. Die größte Nachfrage kommt aus der Metallindustrie für nicht rostenden Stahl. Südafrika kann seine Vorkommen am kostengünstigsten abbauen. Zwischen 2009 und 2010 erhöhte man dort die Förderung von Chromit um mehr als 50 Prozent, Gleiches geschah in der Türkei. Die weltweite Förderung stieg damit auf mehr als 25 Millionen Tonnen, zur Jahrtausendwende waren es noch 15 Millionen Tonnen.

Der Preis …

… sinkt entsprechend. Für Chromit von mehr als 450 US-Dollar / Tonne (2007) auf nun unter 250 US-Dollar / Tonne. Der Preis für hochreines, aufbereitetes Chrom steigt hingegen. China wuchs zuletzt zum wichtigen Anbieter von Ferrochrom, einer einfachen Aufbereitungsstufe für die Metal­lurgie, und importiert dafür viel Chromit aus Südafrika, Oman und der Türkei. Dort überlegt man nun, dem Beispiel Indien zu folgen und die Exporte zu begrenzen, um die Wertschöpfung im Land zu behalten.

Wie geht es weiter?

Die Nachfrage wächst bei marinen Techniken, etwa Meerwasserentsalzungsan­lagen. Doch Kanada, Südafrika und Kasachs­tan nehmen bald weitere Förderprojekte in Betrieb, ein Preisanstieg ist 
daher nicht in Sicht. ---

 Legende:

 Ordnungszahl im Periodensystem: 24
 Elementsymbol, fest (Schwarz): Cr
 Relative Atommasse: 52

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