Prototyp – Idee sucht Geld

Telocate

Echolot fürs Handy

• GPS-Navigation, also die Standortbestimmung über Satellit, hilft Autofahrern ans Ziel zu kommen, ortet die Position von Schiffen oder zeigt Joggern ihre Laufleistung in Fitness-Apps. Die Möglichkeiten scheinen unbegrenzt. Fast. Denn die Technik versagt, wenn es um genaue Positionen in Innenräumen geht. Sie kann zum Beispiel einen Kunden im Supermarkt nicht gezielt zu einer bestimmten Ketchup-Sorte führen.

Google, Nokia oder die Firma Broadcom arbeiten seit Langem an Lösungen für das Problem. In der Regel verbindet sich dabei das Smartphone eines Nutzers, der zum Beispiel ein Produkt sucht, via Bluetooth, WLAN oder NFC mit eigens installierten Empfängern im Gebäude – etwa an der Supermarktdecke –, die versuchen, den Standort zu bestimmen. Allerdings funktioniert das bislang nur auf zwei bis drei Meter genau. Der Kunde könnte am Ende also vor dem Regal mit Dosensuppen statt dem mit Ketchup stehen.

Die Freiburger Fünf-Mann-Firma Telocate setzt auf eine andere Methode: Das Smartphone sendet über eine App unhörbare akustische Signale aus, die von speziellen Empfängern wahrgenommen werden. Die Genauigkeit der Positionsbestimmung liege bei 10 bis 20 Zentimetern.

Bislang wurde das System erfolgreich auf dem Gelände der Universität Freiburg getestet. Das erste Pilotprojekt soll nun zusammen mit einer deutschen Messegesellschaft verwirklicht werden. Das Start-up stellt die Technik. Der Messebetreiber versorgt die App mit Inhalten, integriert den gesamten Messekatalog sowie Informationen zu allen Ausstellern und Ständen. Schließlich soll die App den Besucher durch die Hallen führen.

Neben Messen, Supermärkten, Einkaufszentren kommen auch Flughäfen oder Museen für das System infrage. Das Telocate-Team möchte auch öffentliche Gebäude damit ausstatten – dank Sprachausgabe als Orientierungshilfe für Blinde. ---

Entwickler: Fabian Höflinger, Johannes Wendeberg

Die Telocate GmbH ist eine Ausgründung aus der Universität Freiburg.

Kontakt: info@telocate.de

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