Ausgabe 08/2014 - Schwerpunkt Spaß

Quatsch Comedy Club

Die Humorfabrik

Thomas Hermanns
Thomas Hermanns

• Dass Unterhaltung harte Arbeit ist, muss man Sascha Korf nicht zweimal sagen. Wenn es sein muss, feuert der „Spontaneitäts-Experte“ (Selbsteinschätzung) seine Witze mit dem Feingefühl und der Durchschlagskraft einer Panzerhaubitze ab. An diesem Abend im Berliner Quatsch Comedy Club muss es offenbar sein. Das Publikum wird eher angebrüllt als angesprochen. Die Witze drehen sich um Verspätungen der Deutschen Bahn und Smartphones. Das ist platt, funktioniert aber. Zwei Stunden nach Korfs gebrüllter Begrüßung („Geht’s euch gut?!“) und den Auftritten von vier Stand-up-Comedians klatschen die knapp 300 Zuschauer begeistert.

Neben Korf und Matthias Jung hat auch der Musiker Sebastian Krämer seinen Auftritt. Zu spätromantischem Schmelz vom Flügel liefert er Texte, die an Bösartigkeit, Eleganz und Pointendichte nichts zu wünschen übrig lassen. „Jetzt habe ich ein gutes Gefühl, wenn Sie so leicht zufriedenzustellen sind“, kommentiert er seinen ersten Applaus. Er beherrscht die Kunst, seine Zuschauer freundlich lächelnd zu beleidigen.

Vermutlich war er zuvor nicht vielen im Publikum ein Begriff. Und vielleicht kannten einige Zuschauer keinen einzigen Namen der auftretenden Entertainer. Trotzdem haben sie bis zu 35 Euro Eintritt gezahlt und hatten einen vergnüglichen Abend. Nur so kann der Club in Berlin jede Woche ein neues Programm zeigen, ohne jeden Comedian einzeln bewerben zu müssen: Viele Zuschauer kommen nicht wegen bestimmter Künstler, sondern lassen sich einfach überraschen.

Der Talentschuppen

Das funktioniert, weil Thomas Hermanns, Betreiber des Quatsch Comedy Clubs, es verstanden hat, sich selbst und sein Etablissement zur Marke zu machen. Dafür, dass die Dramaturgie und die Auswahl der Künstler zur Marke passen, sorgt Renate Berger, die künstlerische Leiterin. „Was nicht zu uns passt, ist zum Beispiel das politische Kabarett, was nicht passt, ist jemand, der monologisiert und doziert“, sagt sie. „Es gibt auch persönliche Geschmacksgrenzen, Dinge, die mir einfach nicht gefallen. Ich würde bei einer Absage nie sagen, dass eine Nummer nicht komisch ist, das wäre anmaßend. Aber es ist vielleicht nicht das, was wir suchen.“ Thomas Hermanns hat eine schöne Umschreibung für das Verhältnis zwischen Marke und Inhalt: „Ein Comedy Club ist ein Gefäß, das immer neu gefüllt wird.“ Und dieser Club ist inzwischen bekannter als die Künstler, die ihn bespielen.

Das sorgt für eine gewisse Unabhängigkeit der Veranstalter von den Künstlern und ihren Agenten. Es sorgt aber auch dafür, dass im Quatsch Comedy Club seit der ersten, noch halb dilettantischen Show in der Kantine des Deutschen Schauspielhauses Hamburg vor 22 Jahren viele Karrieren Fahrt aufgenommen haben. „Der erste Abend war ein gut gelaunter Amateur-Abend. Da war auch viel Nichtschönes dabei“, sagt Hermanns. Die aufgekratzte Show muss 1992 den damaligen Intendanten des Staatstheaters so irritiert haben, dass er dem Jungveranstalter eine schwer vergrätzte Kündigung schickte: „Der Abend war von der Qualität her so weit entfernt von dem, was wir uns vorgestellt haben, dass wir an eine wesentliche Verbesserung nicht mehr glauben.“ Die Gralshüter der Hochkultur waren damals noch etwas steifer als heute.

Bei der zweiten Show im Februar 1992 – Hermanns betrieb seinen Club nach dem Rauswurf aus der Schauspielhaus-Kantine einmal im Monat als Untermieter eines Szene-Ladens auf der Reeperbahn – trat der damals weitgehend unbekannte Olli Dittrich im Bademantel auf. Er hatte „absolut keine Ahnung, was ich dort oben auf der kleinen Bühne eigentlich machen muss“, gab Dittrich zu Protokoll. Es war sein erster Solo-Auftritt als Komiker überhaupt – und die Geburtsstunde seiner Kunstfigur Dittsche.

Ebenfalls 1992 hatten zwei heutige Stars, Michael Mittermeier und Rainald Grebe, die ersten Auftritte im Quatsch-Club. „Comedy wurde da zum ersten Mal ernst genommen“, sagt Michael Mittermeier. Damals schlug er sich mit Gigs auf Kleinkunstbühnen durch. „Der erste Auftritt, das war ein extrem geiles Superwochenende, mit viel Trinken und wenig Schlaf. Es war toll, da auf Gleichgesinnte zu treffen. Beim Quatsch Comedy Club war von Anfang an alles sehr familiär. Die Gage war, glaube ich, 250 Mark für einen Auftritt, und eine Zugfahrt zweiter Klasse. Sie haben immer versucht, dafür zu sorgen, dass sich die Künstler wohlfühlen. Und wenn der Künstler Spaß hat, hat auch das Publikum Spaß. Man merkt einfach, ob etwas mit Liebe gemacht wird.“ Eckart von Hirschhausen, auch er lange einer der Künstler auf Thomas Hermanns Bühne, sieht im Quatsch-Club eine ideale Talentstartrampe: „Davor gab es die klassischen Kabarettbühnen, aber der Sprung vom Anfänger zum Profi war zu groß. Es fehlten das Mittelfeld und Orte, um an einer einzelnen Nummer zu feilen, ohne gleich ein ganzes Abendprogramm zu bestreiten. Thomas hat Pioniergeist, er glaubte an die Idee gegen viele Widerstände in der etablierten Theaterwelt. Und er hat sein Wissen weitergegeben. Ich erinnere mich, wie er mir bei meinem ersten Bühnenprogramm mit der Dramaturgie half und hinter den Gags kleine Ausrufezeichen setzte, wo er die Lacher vermutete. Und er hatte verdammt oft recht!“

In den ersten Jahren gehörte es zum Ritual, die Künstler nach der Show zum Essen einzuladen. Thomas Hermanns und seine Leute gaben sich von Anfang an etwas mehr Mühe als andere Veranstalter. Das war ein Teil des Erfolgsrezepts. „Ich glaube, wir haben immer ein bisschen mehr bezahlt als die Konkurrenz“, sagt Hermanns. Und: „Es ist schwer, gute Comedy zu machen. Die Erfahrung des Scheiterns auf der Bühne kennt jeder Comedian. Das verbindet. Ein gutes Hotel, gute Betreuung, gute Arbeitsbedingungen – das ist uns wichtig. Die Comedians lernen beim Machen, das ist ja das Tolle daran.“

Von der Subkultur auf den Boulevard

1992 wusste in Deutschland kaum jemand, was Stand-up-Comedy ist. Hermanns war noch keine 30 Jahre alt, aber schon eine Weile im Geschäft. So hatte er bereits mit 20 in München beim ersten Programm der Sängerin und Performance-Künstlerin Cora Frost Regie geführt. „Es ging um lausige Summen, 1000 Mark oder so. Weil wir keinen Produzenten hatten, habe ich das gemacht“, sagt der Humor-Unternehmer. „Es herrschte in der Subkultur eine Aufbruchstimmung, es gab in Hamburg und Köln schwul-schrilles Entertainment, Volkstheater mit Glamour. Die allererste Show, bei der ich mit 19 Jahren mitgemacht habe, war schwules Kabarett, fröhlicher Kleinkunst-Trash. Das war so erfolgreich, dass wir damit eine Tour durch 50 Spielorte gemacht haben. Irgendwer musste diese Tournee organisieren. Weil es kein anderer übernehmen wollte, habe ich das gemacht.“ Vor der Gründung des Quatsch Comedy Clubs hatte er ein Jahr in New York gelebt und gesehen, dass es dort alle so machten: selbst produzieren, ohne Subventionen, auf eigenes Risiko. „Das hat mich extrem beeinflusst.“

Nach dem Erfolg der ersten Shows hat Hermanns sein Spaßprojekt professionalisiert und eine Firma gegründet – zunächst mit einer einzigen Mitarbeiterin, Renate Berger, bis heute die künstlerische Leiterin. „Der Quatsch-Club war in Hamburg erfolgreich, aber nicht gewinnbringend“, erinnert sie sich. Ohne Querfinanzierung – erst durch das Sponsoring einer Zigarettenmarke, der dafür in jeder Show ein eigener Sketch gewidmet wurde, dann durch Fernsehübertragungen – wäre der Spaß kaum finanzierbar gewesen.

Nach zehn Jahren mit einer monatlichen Veranstaltung in Hamburger Szene-Läden und Stammpublikum sorgte 2002 der Umzug nach Berlin und die ganzjährig bespielte eigene Bühne für eine Neuausrichtung: Die einstige Subkultur-Show war im Mainstream angekommen. Heute hat der Quatsch Comedy Club 45 feste und freie Mitarbeiter. Neben der Bühne in Berlin gibt es regelmäßig Shows in Düsseldorf, Zürich und Hamburg. Etwa 120 000 Besucher im Jahr sorgen für einen Umsatz von 2,5 bis 2,8 Millionen Euro. Und das soll noch nicht alles gewesen sein. „Ich habe das Gefühl, dass ein Comedy Club in jeder größeren Stadt funktionieren und Zuschauer ziehen kann, so wie in England“, sagt Hermanns. Vor Konkurrenz fürchtet er sich nicht: Das Geschäft sei „schwieriger, als es aussieht. Es ist nicht damit getan, Künstler zu buchen. Die Dramaturgie, die Moderation, der Raum, die Technik, die Marke müssen stimmen.“

Heute arbeitet seine Firma mit etwa 200 bis 250 regelmäßig gastierenden Stammspielern. Es gibt Comedians, die fast ausschließlich in gemischten Shows auftreten. „Sie müssen eine gute Viertelstunde haben. Dadurch werden sie nicht berühmt, aber sie können ihre Miete bezahlen und sich weiterentwickeln. Für andere ist das eigene Soloprogramm das Hauptziel“, sagt Renate Berger. „Ich habe das Luxusproblem, dass es mehr Künstler gibt, mit denen wir gern arbeiten, als wir Auftrittsmöglichkeiten haben.“ Was als halb professionelles Spaßprojekt begann, ist zu einer Unterhaltungsmaschine geworden und zu einer Bühne, auf der sich Comedy-Talente in Serie erproben können.

War 1992 noch unklar, was Comedy überhaupt sein soll, müssen sich die Künstler heute spezialisieren. Mit der Zeit haben sich die Stile ausdifferenziert, es gibt Neurosen-Darsteller wie Johann König oder Olaf Schubert, Puppenspieler wie René Marik, den Bauchredner Sascha Grammel, virtuose Musiker wie Rainald Grebe oder Sebastian Krämer, den Dadaisten Wigald Boning und für gröbere Gemüter Holzhammer-Entertainer wie Sascha Korf. „Da ist eine große Industrie gewachsen“, sagt Hermanns, „und natürlich sind wir ein Teil dieser Industrie. Aber Comedians kann man nicht am Fließband produzieren, Comedians kann man nicht casten. Immer wieder kommt jemand, der das Format für sich selbst neu erfindet“, sagt Hermanns.

Sein Unternehmen hat über zwei Jahrzehnte wie ein Inkubator funktioniert. So ziemlich jeder Live-Comedy-Star unter 50 stand am Beginn seiner Karriere auf Hermanns’ Bühne. Auch der Humor-Prolet Mario Barth, dessen Auftritte heute große Hallen und einmal im Jahr das Berliner Olympiastadion füllen. Oder die Trash-Berlinerin Cindy aus Marzahn. Als völlig Unbekannte hatte sie im Quatsch Comedy Club angerufen und wollte sich als Kellnerin bewerben. Das Telefonat muss so skurril gewesen sein, dass sie eingeladen wurde, in der „Talentschmiede“ aufzutreten. „Und so“, schreibt sie selbst in einem Buch über den Club, „nahm das Elend seinen Lauf.“

Das Gespür von Hermanns und seinen Kollegen für die potenzielle Publikumswirkung noch unbekannter Talente dürfte neben den freundschaftlichen Kontakten zu vielen Künstlern nach wie vor das wichtigste Kapital der Firma sein.

Für die Stars der Branche ist der Club mit seinen 300 Plätzen längst zu klein. Und „an den kommerziellen Erfolgen einer Cindy aus Marzahn oder eines Mario Barth partizipieren wir nicht, obwohl beide in ihren Anfängen bei uns aufgetreten sind“, sagt Hermanns. „Wir haben uns bewusst und sehr klar dagegen entschieden, als Agentur zu fungieren. Man kann nicht gleichzeitig Veranstalter und Künstleragent sein. Es wäre auch anmaßend, zu Cindy zu sagen, ich will an deinen Tourneen mitverdienen, nur weil sie bei uns in der ,Talentschmiede‘ angefangen hat. Ihr Erfolg in der ,Talentschmiede‘ oder bei uns in der Sendung war ja ihre eigene Leistung, von ihren Texten bis zum Outfit. Das war nicht unsere Erfindung. Jemanden wie Cindy kann man auch nicht erfinden.“

Aber weil er mit den Künstlern, die seinen Weg kreuzten, immer noch im besten Einvernehmen ist, kommt es immer wieder zu gemeinsamen Projekten. So hat Hermanns’ Firma für einen Mobilfunkanbieter eine Tour mit prominenten Comedians auf großen Bühnen organisiert. Bei den ersten großen Showprogrammen von Michael Mittermeier hat er Regie geführt. Der sagt: „Das hat sicher meinen ganzen Stil beeinflusst. Durch Thomas sind die Programme definitiv anders geworden.“

Parallel entwickelt der umtriebige Unternehmer allerlei Projekte, bei denen ihm 22 Jahre Club-Erfahrung zugutekommen. Kommendes Jahr bringt er im Münchner Staatstheater am Gärtnerplatz sein Musical „Bussi“ auf die Bühne. Derzeit hat er zwei weitere Musicals in Arbeit, schreibt eine Boulevardkomödie und spricht mit einem Sender über die Entwicklung einer Sitcom.

Markenbildung dank Privatfernsehen

Einen enormen Schub bekam Hermanns kleine Humorfabrik durch das Privatfernsehen. Anfang der Neunzigerjahre herrschte dort Aufbruchstimmung, man war experimentierfreudig und suchte neue Stoffe. Die hatte der Quatsch-Club. Nach dem Pay-TV-Sender Premiere (Hermanns: „Das war Üben unter Ausschluss der Öffentlichkeit“) nahm 1996 ProSieben den Club mit aufwendig inszenierten Sendungen ins Programm.

Fernseh-Comedy war noch ein Nischenthema. „Das Einzige, was im Fernsehen langsam kam, auch nach einem Jahr mit begrenztem Erfolg, war die RTL-Sendung ,Samstag Nacht‘ “, sagt Oliver Mielke. Er war damals als ProSieben-Unterhaltungschef für Hermanns’ Engagement zuständig. Sketch-Comedy ist in der Produktion relativ teuer. Ob das neue Format ein größeres Publikum finden würde, war lange unklar. Die gesamte erste Staffel des Quatsch Comedy Clubs mit 13 Folgen hatte nur eine mäßige Quote. „Ich erinnere mich gut an den Piloten, der war mit Ingo Appelt, Michael Mittermeier, Martin Schneider und natürlich Thomas als Gastgeber“, sagt Mielke. „Ich fand die vier damals sensationell. Bei der senderinternen Vorführung im kleinen Kreis kam das erst mal gar nicht gut an. Comedy ist ein schwieriges Geschäft. Wir finden eine Sendung toll und witzig, und am nächsten Tag schauen alle bedeppert, weil die Quote nicht so war, wie wir uns das gewünscht hatten. Und umgekehrt: Man wiederholt etwas zum dritten Mal, und auf einmal explodieren die Quoten.“

Erst in der zweiten Staffel zog die Quote langsam an. Diese Geduld bringen Sender heute nicht mehr auf. Aber sie hat sich gelohnt: ProSieben, Thomas Hermanns und die Quatsch-Künstler dürften über viele Jahre bestens an der Zusammenarbeit verdient haben. Und nebenbei wurden die Comedians dank der Fernsehprominenz langsam zu Stars. Die Sendung warb für die Show – und die Show sorgte dafür, dass der Sendung der Stoff nicht ausging.

„Wir haben nur Nummern ins Fernsehen gebracht, die live funktioniert haben, das ist ganz altmodisches Bühnenhandwerk“, sagt Hermanns. „Wir haben in der Fernsehzeit nie zu Künstlern gesagt: Tritt doch mal im Club umsonst auf, dann nehmen wir dich vielleicht in die Sendung. Andere machen das. Ich wollte die beiden Bereiche, live und Fernsehen, nicht vermischen. Wenn sich die Live-Shows medial zweitverwerten lassen – sehr gern. Aber ich bin kein Fernsehproduzent.“

Die Live-Show sollte nicht zum Anhängsel und Rohstofflieferanten der Sendung werden. Das war klug, auch weil es die Sendung davor schützte, allzu sehr wie ein seelenloses Industrieprodukt zu wirken. Klug war auch, dass Hermanns alle Namensrechte behalten hat. Mit dem Label sicherte er sich die Kontrolle. Bei Konflikten hätte er jederzeit gehen können. Das wäre das Ende der Sendung gewesen.

Diese Konstruktion sorgt für einen gewissen Respekt aufseiten der Fernsehmacher. „In meinem jugendlichen Leichtsinn hätte ich die Namensrechte auch nicht abgegeben, wenn der Sender darauf bestanden hätte. Das war gesunder Trotz“, sagt Hermanns.

Die letzte Sendung auf ProSieben lief am 7. Januar dieses Jahres, eine große TV-Gala. Die kleineren, im Berliner Club aufgezeichneten Formate wurden vor zwei Jahren eingestellt. „Die Sender finden, Stand-up-Comedy sollte heute aussehen, als würde alles in großen Hallen stattfinden. RTL hat da die aktuelle Ästhetik vorgegeben“, ist Thomas Hermanns überzeugt. „Bis zuletzt waren unsere Quoten bei ProSieben relativ stabil. Aber was Sender von einem Live-Format wie von unserem wollen, ändert sich. Aktuell gibt es keine Vereinbarungen mit Sendern.“

Heute herrscht Aufbruchstimmung im Internet, „während im werbefinanzierten Privatfernsehen die Angst umgeht“, sagt Hermanns. Der Entertainment-Unternehmer will von dieser Aufbruchstimmung profitieren. „Viele Akteure brauchen Content und sind bereit, dafür Geld zu zahlen.“ Stand-up eignet sich gut für die Verwertung im Netz. Die Nummern sind kurz, der Aufwand, um sie in Szene zu setzen, hält sich in Grenzen.

„Die Klickzahlen für gute Stand-up-Nummern sind enorm“, sagt Hermanns. „Selbst während der größten Comedy-Welle im Fernsehen gab es nicht so ein riesiges Stand-up-Angebot wie jetzt im Netz.“ Eine starke Marke wie der Quatsch Comedy Club könnte da als Orientierungshilfe dienen.

Dank seines Ehemanns Wolfgang Macht, dem Internetunternehmer und Gründer der Netzpiloten AG, ist Thomas Hermanns mit Internetgeschäftsmodellen bestens vertraut. Ein eigener Youtube-Kanal des Quatsch Comedy Clubs ist in Planung. Hermanns wird „mit einem großen Partner“, dessen Namen er noch nicht nennen will, seine Filme der Auftritte ins Netz bringen. Und könnte, wenn der Plan aufgeht, einer der Gewinner des aktuellen Medienwandels sein. ---

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