Ausgabe 07/2012 - Schwerpunkt Digitale Wirtschaft

Unser Wissen gehört uns!

- Kürzlich fiel Günter Ziegler das Manuskript seines ersten wissenschaftlichen Aufsatzes in die Hände. "Über die Halbordnung der Aufteilungen einer ganzen Zahl" heißt das 1985 verfasste Werk, damals fein säuberlich mit Bleistift auf Karopapier geschrieben. Ein Sekretär am Massachusetts Institute of Technology (MIT), wo Ziegler als Doktorand gastierte, tippte es inklusive aller Formeln auf der Schreibmaschine ab. Es kam eine Menge Tipp-Ex zum Einsatz, hier und da wurden einzelne Absätze auch gestrichen und neue Fassungen auf das Manuskript geklebt. Schließlich ging der Aufsatz an einen Verlag, der den Text setzte und das "Journal of Combinatorial Theory, Series A" druckte. Ziegler, heute Professor für Mathematik an der Freien Universität Berlin und Experte in der Theorie der Polyeder, blieb dem Journal lange treu, als Autor und etliche Jahre auch als Mitherausgeber. "An dieser Zeitschrift, mit der meine wissenschaftliche Karriere begann, hing mein Herz."

Hing.

Vor Kurzem traf Ziegler eine schwere Entscheidung. Er kündigte seine Herausgeberschaft bei der seit etlichen Jahren zum Elsevier-Verlag gehörenden Zeitschrift und erklärte auf der Website Thecostofknowledge.com, dass er künftig auch keiner anderen Publikation aus diesem Hause mehr als Autor, Gutachter oder Herausgeber zur Verfügung stehe. "Das Geschäftsgebaren des Verlags macht die Wissenschaft kaputt", begründet der Mathematiker diesen Schritt. "Bei seinen Raubzügen will ich nicht mehr dabei sein." Starke Worte.

Zieglers Boykott ist allerdings nur eine kleine Schaumkrone auf der großen Protestwelle, die seit Anfang des Jahres gegen Elsevier anrollt. Weltweit formieren sich Forscher und Bibliotheken gegen den zum niederländisch-britischen Konzern Reed Elsevier gehörenden Verlag, immerhin der Marktführer bei wissenschaftlichen Zeitschriften. Ebenfalls auf Thecostofknowledge.com hatten Mitte Juni schon 12100 Forscher, vor allem aus der Mathematik und den Naturwissenschaften, eine Zusammenarbeit mit Elsevier ausgeschlossen.

Niemand hat die Kritik an dem Verlag und der Branche mit mehr Furor auf den Punkt gebracht als der britische Autor George Monbiot in der britischen Zeitung "The Guardian". "Wer sind die skrupellosesten Kapitalisten der westlichen Welt?", fragte er. "Wessen monopolistische Praktiken lassen Wal-Mart aussehen wie einen Tante-Emma-Laden und Rupert Murdoch wie einen Sozialisten?" Monbiots Antwort: "Die Wissenschaftsverlage."

Ein prima Geschäft: die Ware kostenlos beschaffen und teuer weiterverkaufen

Die Anklage lautet: Preistreiberei. Seit Jahren ächzen die Bibliotheken der Universitäten und Forschungsinstitute unter der Last teurer Fachzeitschriften. Nach Untersuchungen des kalifornischen Ökonomen Ted Bergstrom haben sich die Preise der Journale innerhalb eines Jahrzehnts fast verdoppelt. Unter den teuersten findet sich auch die Elsevier-Zeitschrift "Brain Research". Für 63 Ausgaben im Jahr verlangt der Verlag 21440 Euro, das sind 340 Euro pro Heft.

Weil die führenden Journale der einzelnen Disziplinen Pflichtlektüre für die Wissenschaftler sind, eine Art Grundnahrungsmittel des akademischen Betriebs, können die Bibliotheken diese nicht einfach kündigen. Außerdem müssen sie, wenn sie keine noch teureren Einzel-Abos abschließen wollen, besonders begehrte Zeitschriften im Bündel mit anderen beziehen - auch solche, die kaum gelesen werden. Die Preisgestaltung der Verlage für die Pakete ist an Intransparenz kaum zu überbieten. Ulrich Herb, an der Universitäts- und Landesbibliothek des Saarlandes verantwortlich für das Electronic Publishing, sieht "riesige Marketingabteilungen" am Werk, "die auf Messen herumlaufen und Geheimverhandlungen mit den Bibliotheken führen".

Für George Monbiot ist das Raubtier-Kapitalismus in Reinform. "Zuerst wird eine öffentliche Ressource monopolisiert", schreibt er, "um dann für ihre Nutzung exorbitante Gebühren zu verlangen." Die Ergebnisse öffentlich finanzierter Forschung, die Wissenschaftler den Verlagen in der Regel unentgeltlich und druckreif formatiert liefern, werden zwar veröffentlicht - aber nur wer die hohen Subskriptionsgebühren bezahlt, kommt auch an die Inhalte. Die Verleger, kritisiert Monbiot, hätten "die Schatzkammer des Wissens einfach mit einem Vorhängeschloss versehen und ein 'Bitte draußen bleiben'-Schild davorgehängt".

Den Verlagen beschert all das mehr als auskömmliche Geschäfte. Allein Elsevier erwirtschaftete 2011 einen Umsatz von fast 2,5 Milliarden Euro, die Umsatzrendite liegt seit Jahren bei 30 Prozent und mehr.

Der Markt für Wissenschaftspublizistik trägt alle Merkmale eines klassischen Oligopols - und die Verlage verhalten sich wie im Lehrbuch. Die drei größten - Elsevier, Wiley-Blackwell und Springer - kommen zusammen auf einen Marktanteil von mehr als 40 Prozent. Da die Zeitschriften hoch spezialisiert und daher kaum gegeneinander austauschbar sind, können die Herausgeber die Preise diktieren. "Sie haben den Markt im Würgegriff", sagt Robert Darnton, der Direktor der Harvard-Bibliothek, "und sie pressen so viel Geld wie möglich aus den schrumpfenden Budgets der Bibliotheken."

Boykottaufrufe gegen die Branchenführer gab es auch in der Vergangenheit, aber sie blieben folgenlos. Nur wenige Wissenschaftler hielten sich auf Dauer an das selbst auferlegte Schreibverbot. Die Verlage konnten sich letztlich darauf verlassen, dass die Forscher an ihren Zeitschriften nicht vorbeikommen. Immer noch sind die Wissenschafts-Blogs voller Kommentare von Studenten und Doktoranden, die fürchten, dass es schlecht um ihre Karrierechancen stünde, wenn sie nicht in den wichtigen Zeitschriften publizierten. "Nur die etabliertesten Professoren können sich leisten dagegen aufzustehen", heißt es in einem Foren-Eintrag. "Wer noch etwas erreichen will, muss sich dem Zwang unterwerfen, sonst kann er sich von der Karriere verabschieden."

In der Wissenschaft gelten Publikationen als Währung, und je renommierter das Journal, desto härter ist sie. Der Elsevier-Boykotteur Günter Ziegler ist sich dessen bewusst: "Ich verbiete meinem Doktoranden nicht, eine Arbeit bei Elsevier einzureichen. Aber ich werde mit ihm auf jeden Fall darüber sprechen, ob es sinnvoll ist, in einem Journal zu publizieren, das andere nur lesen können, wenn eine Bibliothek schweineteure Gebühren zahlt."

Nun schlagen die Forscher zurück - die Technik macht die Preistreiber überflüssig

Diesmal scheint die Boykott-Bewegung mehr Aussicht auf Erfolg zu haben. "Wir kommen auf Masse", freut sich der Mathematiker Ziegler, und der Bibliothekar Herb findet, die Anti-Elsevier-Kampagne sei "fast schon eine soziale Bewegung". Erstmals beteiligen sich nicht nur Einzelpersonen am Protest. So beschloss das Zentrum Mathematik der Technischen Universität München im Mai, "aufgrund unzumutbarer Kosten und Bezugsbedingungen" alle abonnierten Elsevier-Zeitschriften ab 2013 abzubestellen.

Die Revolte der Akademiker richtet sich nicht allein gegen die Preispolitik der Verlage. Einige sehen ihre Zeit gekommen und wollen mehr. So formuliert George Monbiot pathetisch: "Es wird Zeit, diese parasitären Lehnsherren loszuwerden und die Wissenschaft zu befreien, denn sie gehört uns allen." Eine Emanzipation des wissenschaftlichen Publizierens von den Großverlagen hat aber nur eine Chance, wenn es gelingt, dem Prestige der Zeitschriften-Schlachtschiffe, auf dem die Marktmacht von Elsevier und Co. gründet, Gleichwertiges entgegenzusetzen.

Genau das geschieht. Die Protestaktion für eine "Public Library of Science" (PLoS) mündete schon vor fast zehn Jahren darin, dass die Initiatoren einen eigenen Verlag als frei zugängliche Alternative zu den Abonnement-Zeitschriften gründeten, ausgerechnet auf dem besonders umkämpften Terrain der Biowissenschaften. Es gelang ihnen, sieben Zeitschriften zu etablieren und damit, wie es auf der PLoS-Website heißt, "Tausende von Artikeln zu befreien".

Die PLoS-Journale unterschieden sich vor allem in einem Punkt von den Zeitschriften der großen Verlage: Sie stehen jedermann jederzeit ohne technische und rechtliche Barrieren in digitaler Form unentgeltlich zur Verfügung - was die Fachwelt Open Access nennt, ist nicht weniger als die Demokratisierung des Wissens.

Technisch gesehen ist das die logische Konsequenz der Digitalisierung. Durch das Internet hatte sich die Chance zu einer offenen Wissenschaftskommunikation aufgetan. "Auf einmal gab es da eine Vision über den offenen Austausch von Forschungsergebnissen", erinnert sich Roland Bertelmann, der Leiter der Bibliothek des Wissenschaftsparks Albert Einstein in Potsdam. "Man hat gesagt: Wir haben neue Möglichkeiten, lasst uns die nutzen."

Heute existieren weltweit schon fast 8000 frei zugängliche Zeitschriften im Netz. "Vor allem junge Forscher, die mit dem Internet aufgewachsen sind, verstehen nicht, warum man sie vom wissenschaftlichen Diskurs ausschließt", meint Heinz Pampel vom Open-Access-Koordinationsbüro der Helmholtz-Gemeinschaft. Internet und Abonnement-Modelle seien völlig inkompatibel, urteilt Theodora Bloom, verantwortlich für Biologie- Publikationen bei PLoS: "Das ist, als wenn man jemandem zeigt, was er alles lesen könnte, ihm aber im gleichen Atemzug das Lesen strikt verbietet."

Bei Bekanntheit und Zitationshäufigkeit haben viele frei zugängliche Journale längst zu den etablierten Zeitschriften aufgeschlossen. Weil jeder Forscher sie lesen kann, werden sie auch fleißig zitiert. Mit einer Gallionsfigur wie Paul J. Crutzen als Vorsitzendem, der 1995 für die Entdeckung des Ozonlochs mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet wurde, braucht sich beispielsweise eine Zeitschrift wie "Atmospheric Chemistry and Physics" um Reputation nicht zu sorgen - wobei die Grundsatzfrage bleibt, wie viel die Häufigkeit, mit der eine Zeitschrift in der Community zitiert wird, oder die Zahl der Publikationen in der Veröffentlichungsliste über die Qualität und Relevanz von Forschung aussagen.

"Als junger Forscher werden Sie nun mal daran gemessen, wie viel Sie publiziert haben. Sie sind ein Opfer des Systems", sagte die Mitentdeckerin des HI-Virus und Medizin-Nobelpreisträgerin Françoise Barré-Sinoussi bei ihrem denkwürdigen Auftritt anlässlich des Lindauer Nobelpreisträger-Treffens vor zwei Jahren zu jenen jungen Wissenschaftlern, denen es hauptsächlich darum geht, so oft wie möglich ihren eigenen Namen in angesehenen Journalen zu lesen.

Innerhalb der Logik des von Barré-Sinoussi kritisierten "Systems" haben frei zugängliche Publikationen möglicherweise sogar einen weiteren Vorteil. Weil die Papers vor der Veröffentlichung im Journal online gestellt werden können, hat die gesamte Disziplin die Möglichkeit, sich am Diskussions- und Begutachtungsprozess zu beteiligen - was der Qualität des Aufsatzes zugute kommen dürfte.

Normalerweise ist das Begutachtungsverfahren eine Blackbox. "Es gibt den Herausgebern und den Gutachtern zu viel Macht", sagte Dennis Snower, Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft und Kritiker der etablierten Wissenschaftsverlage, dem "Handelsblatt", "diese Leute können Gott spielen." Von den 25 Journals des Göttinger Copernicus-Verlags bieten 14 die Option der Online-Diskussion. Vor der öffentlichen Begutachtung lag die Quote der aufgrund mangelnder Qualität abgewiesenen Aufsätze bei zehn bis 15 Prozent, nach der Diskussion bei nur noch fünf Prozent.

Copernicus ist ein Glückskind der Open-Access-Bewegung. 2001 stieg der Verlag in das abonnementfreie Publizieren ein und stellte drei Jahre später komplett auf Open Access um. Seit 2008 verdient er damit Geld und kann heute mehr als 30 Mitarbeiter bezahlen.

Unternehmen wie Copernicus müssen sich anders finanzieren als die Altvorderen. Da es keine Abonnenten gibt, bezahlt - zumindest theoretisch - der Autor für seine Veröffentlichung. Auch im Internet-Zeitalter entstehen Kosten: Der Verlag organisiert den Begutachtungsprozess, er bringt die Aufsätze in die richtige Form, kümmert sich um die Archivierung in Datenbanken und kooperiert mit Nachweisdiensten, um die Zitationshäufigkeit zu dokumentieren. Dafür berechnet Copernicus zwischen 500 und 1000 Euro pro Artikel. In den ersten zwei bis drei Jahren nach dem Launch einer Zeitschrift, die ihre Reputation und Qualität erst noch beweisen muss, zahlen Autoren keine Publikumsgebühr. 73 Prozent der Open-Access-Zeitschriften verlangen kein Geld. Die meisten von ihnen werden von wissenschaftlichen Gesellschaften herausgegeben und auch finanziert.

Die schöne neue Welt des Internets: Geld für Forscher - nicht für Verlage

In wie vielen Fällen der Autor seine Publikation tatsächlich aus eigener Tasche bezahlen muss, weiß niemand genau. "Zu einer guten Forschungsumgebung gehört auch, dafür zu sorgen, dass der Autor nicht auf den Kosten für die Veröffentlichung sitzen bleibt", sagt der Bibliotheksleiter Roland Bertelmann. Manche Wissenschaftsorganisationen zahlen den Verlagen eine Jahresgebühr, die sämtliche Kosten der Open-Access-Publikationen ihrer Forscher deckt, andere denken über die Einrichtung eines Fonds nach, der in solchen Fällen angezapft werden kann.

Auch für die Bibliotheken der Universitäten und Forschungsgesellschaften ergeben sich neue Optionen. Sie könnten in Zukunft direkt in die Forscher ihrer Hochschulen und Institute investieren statt in teures bedrucktes Papier. Die Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen praktiziert das bereits, indem sie die Open-Access-Gebühr für Erstautoren der Universität übernimmt.

All dem haben die traditionellen Verlage nicht untätig zugeschaut. Sie sind mittlerweile selbst in das Geschäft eingestiegen und werben nicht mehr nur um die Gunst der Bibliotheken, sondern auch um die der Autoren. Die konsequenteste Strategie verfolgt zweifellos Springer. Der Verlag kaufte vor vier Jahren den Open-Access-Spezialisten BioMed Central und stieg damit über Nacht zur Nummer eins im Publizieren ohne Paywall auf. Heute bringt es diese Sparte bei Springer Science+Business Media schon auf einen Anteil von rund 15 Prozent bei den veröffentlichten Aufsätzen. "Uns ist wichtig, dass der Mehrwert, den wir als Verlag bieten, bezahlt wird", sagt Firmensprecher Eric Merkel-Sobotta. "Ob das am Anfang oder am Ende der Wertschöpfungskette geschieht, ist uns eigentlich egal."

Inzwischen haben die etablierten Verlage ihren Widerstand auf ein benachbartes Schlachtfeld verlagert. Dort tobt gegenwärtig die Auseinandersetzung um ein obligatorisches Zweitveröffentlichungsrecht. Bisher ist es gängige Praxis, dass Autoren ihre Nutzungsrechte vollständig an den Verlag abtreten und ihre Aufsätze nicht einmal auf der Homepage ihres Instituts veröffentlichen dürfen. Damit bleiben die Arbeiten für weite Teile der wissenschaftlichen Community unzugänglich - es sei denn, man verschafft sich Zugang per Zahlung einer stattlichen Gebühr. So verlangt Elsevier für Günter Zieglers ersten Artikel im schlechten Original-Scan von damals immer noch 35 Dollar.

Aktuell wird diskutiert, ob sämtliche Forschungsarbeiten nach einer Embargofrist von sechs Monaten nach der Erstpublikation allgemein zugänglich sein sollen. In Deutschland ist eine entsprechende Novelle des Urheberrechts in Arbeit. "Ich hätte dann endlich eine rechtlich abgesicherte Möglichkeit, über die Homepage meines Lehrstuhls auch meine Publikationen und die meiner Mitarbeiter zum Download anzubieten", sagt Olaf Gefeller, Direktor des Instituts für Medizininformatik, Biometrie und Epidemologie an der Universität Erlangen-Nürnberg. "All das kann ich aktuell nicht."

Hinter der Debatte steht die grundsätzliche Frage, wem Forschungsergebnisse eigentlich gehören. Auf der einen Seite steht die Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen - ein Zusammenschluss fast aller großen deutschen Forschungseinrichtungen -, auf der anderen die Verlage und ihre Statthalter aus Politik und Publizistik.

Zu ihnen gehört der Konstanzer Universitätsbibliothekar Uwe Jochum, der in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" beklagte, nicht mehr der freie Forscher sei das Leitbild, "sondern der nach staatlicher Vorgabe forschende Wissenschaftler, von dem man verwertbare Resultate erwartet, die als digitale Zwangspublikationen per Open Access zu verbreiten sind". Wer dafür plädiere, dass sämtliche Forschungsergebnisse für jedermann unentgeltlich zugänglich sind, nehme "den Tod der Wissenschaftsverlage billigend in Kauf, um sein Wissenschaftskommunikations-Utopia aufbauen zu können".

Einer derart heftigen Dosis Kulturkritik entgegnen die Befürworter des frei zugänglichen Publizierens mit ebenso viel Sarkasmus. "Meine Sorge um das ökonomische Überleben der Wissenschaftsverlage ist gering", sagt Olaf Gefeller in Richtung jener Druckhäuser, die jetzt den Untergang der freien Forschung beklagen. "Warum soll es ihnen besser ergehen als den klösterlichen Skriptorien des Mittelalters, die sich gegen die Einführung des Gutenbergschen Buchdruckverfahrens stemmten?"-

Mehr aus diesem Heft

Digitale Wirtschaft 

„Mafiöse Strukturen“

Der Rechtswissenschaftler Thomas Hoeren über die Inflation der Manifeste zum Urheberrecht, vernünftige Richter und gierige Verlage.

Lesen

Digitale Wirtschaft 

Zurück ins Mittelalter?

Das Internet wird gern mit den Marktplätzen früherer Jahrhunderte verglichen. Frans van der Reep, Professor für Digitales aus den Niederlanden, sieht noch einige Parallelen mehr.

Lesen

Idea
Read