Ausgabe 03/2008 - Schwerpunkt Tempo

Rasender Stillstand

0:45 Dalli, dalli

Machen wir's kurz. Zeit hat heute niemand mehr, wir auch nicht, und so sieht die folgende Geschichte auch aus. Als geübter Leser können Sie die folgenden 26 einzelnen Abschnitte leicht in 30 Minuten durchlesen. Einige Kapitel sind so kurz, dass Sie damit die Wartezeit vor roten Ampeln verkürzen können. Vor jedem Kapitel steht, wie lange Sie mit dem Lesen brauchen werden, danach, wie viel Sie schon geschafft haben. Sicher: Das ist jetzt ein bisschen ungewohnt. Muss aber sein. Alles wird effizienter, auch dieser Text *). Sie entscheiden, wie viel Sie lesen wollen! Wenn Sie sich daran gewöhnen müssen, denken Sie daran, 2008 ist ein Schaltjahr, Sie bekommen, ohne etwas dafür getan zu haben, 86 400 Extrasekunden gratis. Das wär's.

Dalli, dalli.

Zeit läuft.

1:03 Rote Ampel

Jeder hat eine Uhr, einen Kalender und tauscht seine Zeit gegen Geld. Zeitpläne bestimmen, wann wir uns ausruhen, arbeiten, feiern und lustig sind. Alles im Takt. So viel Ordnung, so wenig Zeit. Alles wird schneller. Und nichts geht mehr.

Prüfen wir das an einer Ampel in Berlin. Wer nicht lange auf öffentliche Verkehrsmittel warten will, fährt mit dem Auto. Bis zur nächsten Ampel. Das kann dauern: von 10 bis 30 Sekunden. Eine Ewigkeit.

Die durchschnittliche Fahrgeschwindigkeit in Städten ist lächerlich gering, selbst dort, wo milliardenschwere Ausbauprogramme für Stadtautobahnen und öffentliche Verkehrsmittel für scheinbar zügiges Durchkommen sorgen sollen. Um das Jahr 1995 betrug die durchschnittliche Reisegeschwindigkeit im Großraum Los Angeles beispielsweise 22 Kilometer pro Stunde, und das trotz des dichtesten Highway-Systems der Welt. Bis 2010, so lauteten die Prognosen zur Jahrtausendwende, wird diese Geschwindigkeit auf 18 Kilometer pro Stunde gefallen sein. Alles wird langsamer. Nichts geht mehr.

0:38 Schneller!

Im Vorjahr hat der britische Verkehrsinformations-Dienst Keepmoving eine Geschwindigkeits-Studie in europäischen Städten durchgeführt. Wie schnell kommt man durch, mit Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln? Die langsamste Stadt Europas ist demnach London, wo die Prognose für 2010 beinahe erreicht ist: Mit Tempo 19 geht es durch die britische Hauptstadt. Gleich darauf: Berlin. Das durchschnittliche Tempo dort beträgt 24 Kilometer pro Stunde. So schnell waren Postkutschen zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Es lebe der Fortschritt.

Gehen wir zu Fuß.

1:00 Lauf ums Leben

Nehmen wir dazu dieselbe Ampel, an der sich Autofahrer ärgern, weil sie stillstehen müssen. Der Fußgängerweg ist 35 Meter lang. Dafür haben die Verkehrsplaner zehn Sekunden Grünphase spendiert. Ein normaler, gesunder Mensch schafft pro Sekunde 1,4 Meter. Um bei Grün rüberzukommen, muss dieser Mensch also seine Geschwindigkeit verzweieinhalbfachen. Für die einen ist das Irrsinn, für die anderen Gerechtigkeit. Autos und öffentlicher Nahverkehr werden immer langsamer, Fußgänger müssen immer schneller werden. So viel zum Thema Gleichberechtigung. Was auf Straßen gilt, ist im Unternehmen schon lange richtig. Die Schnellen müssen bremsen, damit die Langsamen mitkommen, die aber treibt man noch mal an. Wie schnell oder langsam dann alles geht, hängt von den jeweiligen Mehrheitsverhältnissen ab. In Konzernen und Behörden ist das in der Regel ziemlich einfach, hier haben die Fußgänger die absolute Mehrheit. Wer damit nicht zurande kommt, kann gehen. Und zwar schnell. Am besten weit weg.

Machen wir das mal.

0:25 Alternative

Liebe Eilige: kein Stress. Keine Hektik. Keine Kompromisse. Wer das ernst meint, wird sich nicht von der Werbung verleiten lassen, sich mit ein paar Flaschen Pils in den Dünen an der Nordsee zuzuballern. Wer echte Ruhe sucht, sehnt sich nach was Ewigem. Zum Beispiel dem Weltraum.

1:05 Fluchtgeschwindigkeit

In der Physik wird die Geschwindigkeit, die man braucht, um sich von der Schwerkraft großer Objekte (etwa Planeten) zu lösen, sinnigerweise Fluchtgeschwindigkeit genannt. Um Ruhe zu haben und in die Ewigkeit des Weltraums zu geraten, muss man also Gas geben. Um die Schwerkraft der Erde zu überwinden, etwa von Berlin-Mitte aus, muss man mindestens 7,44 Kilometer pro Sekunde schnell sein, um in den Weltraum zu kommen. Jetzt kann man, vom Orbit aus, zugucken, wie andere sich stressen. Aber noch hält uns die Erde gefangen. Um ihrem Schwerkraftfeld wirklich zu entgehen, müssen wir auf mindestens 11,2 Kilometer pro Sekunde beschleunigen. Unser Fluchtpilot würde dann bemerken, dass er zwar der Erde, nicht aber dem Sonnensystem entronnen ist. Dazu muss er nochmals aufrüsten, auf 42,1 Kilometer pro Sekunde. Um schließlich auch noch unsere Galaxie, die Milchstraße, hinter sich zu lassen, bräuchte er eine Rakete, die 129 Kilometer pro Sekunde schafft. Erst jetzt gilt: freie Fahrt für freie Bürger!

Wo darf's denn hingehen? Das klären wir später.

0:50 Rasen

Sage keiner, das Beispiel mit dem Weltraum sei weltfremd, also unvernünftig. Denn der Umgang mit Zeit und Geschwindigkeit hat wenig mit Vernunft zu tun. Die einen fliehen mit hoher Geschwindigkeit aus der Realität, weil ihnen alles zu viel ist. Entschleunigt, sagen sie. Die anderen rasen vor sich her, weil ihnen alles anscheinend zu langsam geht. Stress wird immer nur mit rasendem Tempo gleichgesetzt. Doch auch das Gegenteil ist richtig. Wo man nicht so schnell sein darf, wie man möchte, weil alles normiert ist, sucht man nach Auswegen, effizienteren Technologien und Methoden, mit denen man das Langsame und Träge besser überholen kann. Der französische Medienphilosoph Paul Virilio hat dafür den Begriff der Fluchtgeschwindigkeit aus der Physik entlehnt und in unsere Welt geholt. Wir laufen immer schneller, weil uns die Realität zu schnell geht. Man versucht, ein Defizit auszugleichen, indem man ein neues schafft. Aber eins und eins macht immer noch zwei, und dabei bleibt es nicht.

1:30 Schneller sein

Wenn man nur wüsste, was Zeit ist. Darüber rätseln kluge Köpfe schon lange. Was steckt hinter dem meistgenutzten Hauptwort der deutschen Sprache?

"Wissenschaftler sind, wenn es um Zeit geht, schnell am Ende. Sie wissen nicht mal, was Zeit eigentlich ist", hat das der deutsche Soziologe und Zeitforscher Karlheinz Geißler einmal beschrieben. Diese Ahnungslosigkeit aber hindere, schreibt Geißler weiter, keine Disziplin daran, aus der Zeit jeweils das zu machen, was man für passend hält: Die Physiker halten sie für eine "hartnäckige Illusion", die Sozialwissenschaftler für die "Ordnung des Vergänglichen"; für Ökonomen ist die Sache wieder total einfach, denn für sie gilt Benjamin Franklins Diktum "Time is money". Zeit ist Geld. Das klingt plausibel. Und man versteht es immer wieder so: Der Schnellere frisst den Langsameren. Wir alle erinnern uns an eine lustige kleine Theorie, die vor einigen Jahren recht populär war, die der "early mover", die Produkte und Dienstleistungen herstellen, die von "early adopters" gekauft werden. Ein Unternehmer will der Erste sein, der eine neue Ware anbieten kann. Und getragen wird die dann von Kunden, die auch die Ersten sein wollen. Klingt logisch. Time is money. Bedauerlicherweise zeigte sich bei genauerem Hinsehen, dass die early adopters überall dort, wo sie diese Regel fürs Geschäft einsetzten, relativ schnell pleite waren. Denn Standards und Regeln entwickeln sich eben erst im Wettbewerb, im Laufe der Zeit sozusagen. Die early adopters saßen also auf den Waren, die ihnen die early movers verkauft hatten, und waren nicht kompatibel zum Rest der Welt. So viel zum Thema Zeitverschwendung.

1:00 Turbo und Bremse

Time is money - das klingt logisch, das versteht jeder. Wirklich? Es gibt jede Menge Beweise dafür, dass Entscheidungen, die unter Zeitdruck gefällt werden, der angestrebten Lösung besser entsprechen als solche, für die man sich lange Zeit lässt. Wer zu spät entscheidet, den bestraft das Leben, schön, aber heißt dies auch, dass Raserei auf allen Ebenen des Unternehmens richtig ist? Dafür gibt es wiederum keine Beweise, nur jede Menge Spekulationen. Und dann werden auch unaufhörlich Dinge miteinander verwechselt: Langsamkeit kann Trägheit bedeuten oder Gründlichkeit. Organisationen brauchen die Schnellen und die Gründlichen, die flotten Entscheider genauso wie die geduldigen Umsetzer.

Es gibt Zeiten. Es gibt Geschwindigkeiten.

In unserer Zeit aber werden lieber Gegensätze propagiert: Die "Entschleuniger" gegen die "Turbokapitalisten" beispielsweise, darunter kann sich jedes noch so schlichte Gemüt etwas vorstellen. Beide Parteien aber berufen sich darauf, doch nur das eine zu wollen: das Realistische. Das Heute. Die Gegenwart. Das Jetzt.

Schauen wir mal kurz auf die Uhr. Wann ist Jetzt?

0:04 JETZT

Das Jetzt dauert höchstens vier Sekunden. Eher drei.

0:50 EIGEN-Zeit

Bad News. Der russische Biochemiker Ilya Prigogine hat dafür den Begriff der Eigenzeit geprägt. Das ist die nachweisliche Dauer eines periodischen Ablaufes im Gehirn, eine Zeitspanne von 30 bis maximal 40 Millisekunden, innerhalb der Informationen gesammelt und verarbeitet werden. Dies ist die Zeitspanne des Bewusstseins. Nur dieser Rhythmus ist die Gegenwart, drei Sekunden, vielleicht vier sammeln, bewerten, begreifen. Es geht nicht schneller, und es geht nicht langsamer. Stück an Stück fügt sich diese Eigenzeit zu etwas, was wir als Fluss oder Kette von Ereignissen wahrnehmen, der allergrößte Teil daraus in Form von Vergangenem. Es stimmt also, dass die Veränderung die einzige Konstante ist. Wie viel an Information passt in die Gegenwart?

02:45 Multitasking

Ein iPhone verfügt über einen Festspeicher von acht Gigabyte, das menschliche Gehirn über eine Gesamtspeicherkapazität von 200 Megabyte. Davon abgesehen, sind die Unterschiede auf den ersten Blick banal. Gehirn wie Mikroprozessor reagieren empfindlich auf die Verdichtung von Ereignissen. Es gibt keinen Computer, der sich nicht durch die Anhäufung von Entscheidungen, die er fällen soll, außer Gefecht setzen lässt. Es ist nur eine Frage, wie viel wir gleichzeitig von ihm verlangen.

Wer heute Erfolg haben will, es bis in die höchste Etage schaffen möchte, der muss vor allen Dingen eines sein: ein Multitasking-Talent. Ein was?

Obwohl sich die meisten Menschen, die mit Informationstechnik arbeiten, sonst nicht darum scheren, welchen Automaten sie eben bedienen - der zeitknappe Mensch ist technikverliebt, aber ein technischer Analphabet -, hat sich dieser Begriff in der Alltagssprache der Büromenschen schnell festgefressen. Die meisten meinen, Multitasking sei so etwas Ähnliches wie die Fähigkeit, mehrere Dinge gleichzeitig tun zu können. Also etwa telefonieren, mailen, nachdenken, schreiben, zuhören, vielleicht auch noch ein wenig über das eben Gesagte, Geschriebene und Gemeinte reflektieren und dabei gut aussehen.

Weil dieser Unfug als Tugend gilt, herrschen dort, wo eigentlich Ruhe und Konzentration angesagt sein sollten, in den Arbeitsstuben der Kopf- und Wissensarbeiter, Zustände wie im Irrenhaus. Wer heute - von Telefon, Konferenzen, Zwischenrufen und anderen belanglosen Störungen verschont - eine Stunde konzentriert durcharbeiten darf, gilt bereits als privilegiert. Früher war nicht alles besser, aber Leute, die sich für gebildet hielten, guckten gelegentlich mal im Lexikon nach, was das, wofür sie sich halten, eigentlich bedeutet.

Multitasking bedeutet Folgendes: Multitasking (engl. Mehrprozessbetrieb) bezeichnet die Fähigkeit eines Betriebssystems, mehrere Aufgaben (Tasks) nebenläufig auszuführen. Dabei werden die verschiedenen Prozesse in so kurzen Abständen immer abwechselnd aktiviert, dass der Eindruck der Gleichzeitigkeit entsteht (aus der freien Enzyklopädie Wikipedia).

Da haben wir es: Es entsteht der Eindruck von Gleichzeitigkeit. Es ist eine Illusion wie im Film: Viele einzelne Bilder, hektisch aneinandergereiht, ergeben einen laufenden Film. Im Kino ist das in Ordnung, im wirklichen Leben weniger. Denn die Legende, dass man gleichzeitig und selbstverständlich in bester Qualität an verschiedenen Dingen arbeiten kann, ist schiere Einbildung. Ein Computer macht alles hintereinander. Er pickt sich nur die Aufgaben heraus, die er jetzt am besten erledigen kann. So haben ihm das seine Entwickler beigebracht, Menschen also, die, wenn sie es mal genauer überlegten, eben nicht zwei Dinge oder gar mehr auf einmal machen können. Multitasking ist eine Ausrede unserer Zeit geworden. Sie kaschiert oberflächlichen Aktionismus, der so tut, als ob er bereits eine Tugend an und für sich wäre. Multitasker erklären Aktionismus zur Produktivität. Dabei kommen sie natürlich bei all jenen gut durch, die sich ebenso durchwursteln immer wie auf der Flucht, von einer Aufgabe in die nächste. Das ist eine der größten Beschleunigungs-Kräfte unserer Zeit. Mach nichts ganz. Rase an den Oberflächen dahin.

1:40 Phantomschmerzen

Die Kommunikationswissenschaftlerin Miriam Meckel hat in ihrem Buch "Das Glück der Unerreichbarkeit" darauf hingewiesen, dass wir nicht mehr als zwei Prozent des Informations- und Datenmaterials, das uns täglich zur Verfügung steht, verarbeiten können. Das ist für Leute, die gern zu den Multitaskern gehören würden, ein jämmerliches Ergebnis. Statt diese Menge sinnvoll zu kombinieren und zu bewerten, zu selektieren und daraus etwas zu machen, bleibt man lieber beim gewohnten Spiel: Noch mehr Daten müssen her. Je mehr Daten, desto besser. Statt Entscheidungen zu treffen, wird einfach gebaggert. Mit allen Konsequenzen, sagt Meckel: "Auf die Datenflut folgt unweigerlich die Denkebbe."

Die einen sehen in der falsch verstandenen Technik den Feind, den es zu bekämpfen gilt, denn schließlich hat der Scheißcomputer all diese Daten herbeigeschafft, nicht wahr? Es sind dann der Blackberry oder das Handy, die böse sind, weil Menschen nicht in der Lage sind, die Dinger mal wegzulegen und die Klappe zu halten. Oder: Es wird aufgerüstet. Dann gibt es keinen Ort mehr, an dem nicht der Eindruck des geschäftigen Aktionismus herrscht. Unterm Strich entsteht der Eindruck, dass sich die Jungs und längst auch die Mädels, die bei jeder Gelegenheit ihr Multi-tasking-Handy zücken, um Banales zu bequasseln und ständig Termine austauschen, dafür schämen, dass sie so langsam sind - im Vergleich zu ihrem Computer.

Hilfe - meine Prothese ist schneller als ich! Aber das wollten wir ja auch. Wer das Tempo seines Werkzeugs einzuholen versucht, wird dessen Teil.

Das ist das Schicksal der Kontroll-Freaks.

0:25 Selbst schuld

Keine Zeit? Selbst schuld.

"Multitasking", "Echtzeit", der ganze faule Zauber lebt davon, dass man so tut, als ob. Der nervöse Kerl im Flugzeug, der während Start und Landung den Zeigefinger auf der Einschalttaste seines Blackberrys hat, weil er ein paar Minuten nichts tun und Unfug wie "bin auf dem weg zum meeting, cu ben" tippen darf. Solche Menschen produzieren bis zu 300 Mails, S MS oder anderen Info-Müll pro Tag, und das heißt, dass mindestens 300 andere Leute diesen Müll bekommen. Dieser Spam füllt das, was die Multitasker als "ihr Netzwerk" bezeichnen, also die Gesamtheit ihrer Opfer, die gleichsam auch Täter sind. Warum werden in einem Land, in dem sonst alles geregelt ist, eigentlich Kommunikationsgeräte ohne Waffenschein verkauft?

01:20 Entscheidung

Eine rote Ampelphase besteht aus bis zu zehn Gegenwarten. Das kann ziemlich lang sein, vor allem dann, wenn man eigentlich nicht länger als eine Gegenwart darüber nachdenkt, dass man lieber Gas geben möchte - es aber die folgenden neun nicht darf. Das zerrt an den Nerven, und um die geht's im Wesentlichen.

Verbote wie rote Ampeln sind im Vergleich zu neueren Zeitproblemen relativ harmlos. Sie nerven, aber sie geben uns, wie Regeln und Gesetze, immerhin noch das Gefühl, dass wir nicht schuld sind daran, dass es jetzt nicht weitergeht. Etwas ganz anderes passiert, wenn jemand versucht, unsere Drei-Sekunden-Gegenwart für sich zu beanspruchen. Das ist die Aufmerksamkeits-Industrie. Sie stiehlt unsere Zeit, weil wir das zulassen. Niemand zwingt uns, einen Werbeblock zu sehen, der endlose drei Minuten lang dudelt und uns damit den schönen Spielfilm versaut, der gerade richtig spannend geworden ist. Die Aufmerksamkeits-Industriellen wissen das. Früher machte man das so: Man ließ einen Film laufen, nach, sagen wir, zehn Minuten schob man einen Werbeblock rein, und dann lief der Film genau dort weiter, wo er aufgehört hatte.

Mittlerweile lassen die Aufmerksamkeits-Profis nach dem Ende des Werbeblocks den abgerissenen Film immer weiter zurückspulen, bis zu 30 Sekunden. Man sieht so die Szenen, die man bereits vor dem Werbeblock gesehen hat, noch einmal, weil die Aufmerksamkeitsindustriellen inzwischen zu Recht davon ausgehen, dass sich ohnehin niemand den ganzen Info-Müll merken kann. Auch wenn man unablässig das Gegenteil behauptet, weiß jeder, der beispielsweise Fernsehspots für Computer oder noch schnellere Autos herstellt, dass kein Kunde der Welt in Echtzeit entscheiden kann. Deshalb wiederholt man, und man wiederholt immer mehr. Diesen Eindruck hat man nicht nur vorm Fernseher, kurz nach dem Werbespot. Alles geht potenziell immer schneller, immer mehr Möglichkeiten gibt es, aber letztlich wird die Zahl der neuen Ereignisse, der Veränderungen, nicht größer. Es gibt mehr vom Gleichen, das dafür aber schneller.

02:40 Revolutionen

Paul Virilio hat drei große Revolutionen der Geschwindigkeit ausgemacht, die diese Verhaltensnormen prägen. Die erste datiert er ins 19. Jahrhundert, in dem die Revolution des Transportwesens stattfindet, der Siegeszug der Eisenbahn, des Telegrafen, des Telefons schließlich und, an dessen Ende, des Automobils. Die industrielle Revolution ist nach Virilio die Phase der Menschheit, in der sie "Maschinen erzeugen kann, die selbst Geschwindigkeiten produzieren können". Der Mensch kann also etwas herstellen, das bestimmte, vorgegebene Abläufe schneller erledigt als er selbst, den Automaten nämlich, und er denkt daran, den zu kontrollieren. Vorerst. Mit der zweiten Geschwindigkeitsrevolution, der "Revolution der lichtgeschwinden Übertragungsmedien" im 20. Jahrhundert, wird die Menschheit vermeintlich unabhängig von Distanzen und physischer Bewegung. Die Echtzeit, das Jederzeit, das Überall, das Ständig wird möglich und unabhängig davon, ob es nützt oder nicht, genutzt. "Der Raum beginnt zu verschwinden", meint Virilio, "alles wird zu schnell für die menschliche Wahrnehmung." Die Automaten, die wir geschaffen haben, lassen sich aus dieser Wahrnehmung heraus nicht mehr mit den alten Mitteln der Beobachtung kontrollieren, dafür sind sie zu schnell - und natürlich auch nicht geschaffen worden.

Dieses Problemchen wird allerdings bis heute kaum richtig verstanden. "Seine Existenz", schreibt Virilio über den Menschen im Echtzeit-Zeitalter der lichtgeschwinden Medien, "beschränkt sich auf die Präsenz bei Ereignissen, die außerhalb seiner eigenen Gegenwart stattfinden", also etwa Telefonate, Mails, Fernsehen und alle anderen Inhalte, die sich durch elektronische Medien erkennen lassen. "Die Wahrnehmungskraft des Menschen findet nur noch in Echtzeit in der Zeit der Lichtgeschwindigkeit statt." Zu diesem Zeitpunkt wird erkannt, dass es eben nicht schneller geht. Mehr ist nicht drin. Das Tempo ist ausgereizt. Ende der Fahnenstange. "Die Geschichte der zunehmenden Geschwindigkeit ist an ihr Ende gekommen", schreibt Virilio, "denn alles ist nun JETZT."

Das ist eine blöde Sache. Denn alles, was wir über die Gegenwart, das Jetzt, wissen, ist eben die wenig erfreuliche Nachricht, dass sie als biologischer Rhythmus unausweichlich und ohne jede Alternative recht kurz ist, eben nur drei Sekunden. Keine Zukunft, keine Vergangenheit, nur mehr "ECHTZEIT", in der alles erledigt werden muss, die aber kein Limit mehr hat, keinen Rahmen, keine Dauer.

0:20 Blinder Passagier

Wo alles gleichzeitig passiert, geschieht gar nichts mehr, das Sinn ergibt: "So schieben die hohen Geschwindigkeiten die Bedeutungen ineinander, bis sie sich schließlich ganz auflösen, wie das Licht die Farben auflöst. Doch dieses Flimmern der Geschwindigkeit führt zum vorübergehenden Erblinden, zum blinden Passagier", schreibt Paul Virilio. Alles unscharf. Gibt es eine andere Lösung?

1:20 Kurzschluss

Sicher, schreibt Virilio: Wenn man nicht mehr schneller kann, dann muss das menschliche Bewusstsein eben an das Tempo der Prothesen angepasst werden, die es geschaffen hat. Es kommt zur dritten und letzten Geschwindigkeitsrevolution, die Paul Virilio "Die Revolution der Transplantationstechniken" nennt. Wenn Maschinen und lichtgeschwinde Informationstechnik unser Bewusstsein ohnehin kontrollieren, dann muss eben das Bewusstsein an sich "revolutioniert" werden, und zwar, indem man Mikrochips statt träger Gehirne in den menschlichen Körper verpflanzt. Der damit verbundene Verlust der "Seele", also des unverwechselbaren Charakters des Individuums, dürfte angesichts der heute schon allgegenwärtigen Uniformität der Multitasker und Aktionisten nicht so auffallen. Und Programmierer für diese "Revolution" werden sich schon finden, darauf war in der Geschichte der Menschheit immer Verlass. Damit wären wir nicht nur flotter, sondern endlich gleicher, nämlich so gleich wie die Werkzeuge, die wir geschaffen haben. Der Kreis schließt sich, und das bedeutet, wenn Strom im Spiel ist, immer eines: Kurzschluss.

0:40 Stillstand

Und da wären wir. Die Realität macht uns einen Strich durch die Rechnung. Zeit wird nicht gespart.

Wir zahlen einen hohen Preis für die eingebildete Beschleunigung, nämlich Stillstand, das Gefühl, dass sich nichts mehr bewegt. Das hat nichts mit Poesie, sondern - schon wieder - viel mit Physik zu tun. Je schneller wir uns bewegen, desto träger wirkt das, was wir wahrnehmen. Virilio hat dafür ein sehr einfaches Beispiel genannt, das man jederzeit an sich selbst erproben kann. Man setzt sich in einem Flugzeug auf den Fensterplatz und guckt raus. " Je weiter das Flugzeug sich vom Erdboden entfernt, umso langsamer zieht die überflogene Landschaft vorbei; die Welt wird statisch. Die mit sehr hoher Geschwindigkeit aufsteigende Maschine erreicht einen Punkt, an dem aus der Entfernung alles stillzustehen scheint." Nun wissen wir zwar logisch, dass das nicht der Fall ist - tatsächlich fliegen wir mit 900 Kilometern pro Stunde über die Pampa - aber weil auch Zeit nichts weiter ist als eine menschliche Konstruktion, die wir subjektiv wahrnehmen, zählt hier einzig der Eindruck. Ein Computer, der eine Minute braucht, um nach dem Einschalten hochzufahren, kommt uns elend langsam vor - weil wir diese Zeitspanne mit dem vergleichen, was der Computer im betriebsbereiten Zustand zu leisten vermag. Zeit ist der Maßstab, mit dem wir unterschiedliche Ereignisse messen können. Sie ist zu nichts weiter nütze, als den Unterschied zwischen verschiedenen Prozessen und Ereignissen, genauer: dem Wandel und der Veränderung, festzuhalten. Wir nutzen die Zeit, um zu vergleichen und zu unterscheiden. Wo man alles aber an einer Zeit, am Entweder-oder, am Schnell oder Langsam misst, gibt es diese Unterscheidung nicht mehr. Wir werden zeitlos. Träge. Unfähig, Veränderungen zu erkennen.

1:05 Geile Eile

Wir lieben, worunter wir leiden - Eile ist ein Statussymbol. Menschen, die nicht in Eile sind, sind entweder arbeitslos oder unproduktiv oder unbrauchbar, irgendwie. Wer in Eile ist, kann sich "hocharbeiten". Und dann? Es ist ein altes Privileg der Herrschenden, demonstrativ Ruhe und Gelassenheit auszustrahlen. Je weiter oben in der Hierarchie, desto weniger Geschäftigkeit herrscht. Souveränität heißt in erster Linie auch Bedächtigkeit. Ob Papst, Vorstandsvorsitzender oder Regierungschef - sie alle haben das Privileg, gelassen zu sein. Das ist Macht. Macht ist nicht hektisch. Da wollen alle hin. Das ist der Aufstieg: ein Rattenrennen, um etwas tun zu können, was in den niedrigen Chargen unerreichbar scheint. Ein Leben, in dem man selbst darüber entscheidet, was man tut oder lässt, was nötig ist und was nicht, kurz und gut: was man kann oder was man muss. Rennt man ums Leben, um ruhig zu werden? Und, die alte Frage, ginge es auch anders?

0:50 Ich muss mal

"Ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass alle Leute, die hektisch rumlaufen, sagen: , Ich muss'? Die müssen alle, stellen Sie sich mal vor", sagt der Zeitforscher Karlheinz Geißler, und er ist sehr amüsiert. Der emeritierte Professor der Bundeswehruniversität München hat das Wort "müssen" auf dem Index. Es ist, sagt er nebenbei, ein Wort all jener, die die "Möglichkeiten der Freiheit nicht begreifen wollen oder können". Sein Lebtag lang hat sich Geißler mit der Zeit beschäftigt und den Menschen, die nicht mit ihr umgehen können. Er hat eine Menge gelernt, etwa, "dass man nicht Zeit sparen kann. Leute, die sich nicht entscheiden können und deshalb volle Terminkalender haben, laufen in ein Zeit-Management-Seminar, wo sie weitere Zeit verplempern. Weil sie nie genug kriegen, lesen sie nicht mehr ganze Bücher, sondern nur noch Abstracts. Oder sie kaufen alberne Geräte, für die sie nicht mal so viel Zeit haben, um die Bedienungsanleitung zu lesen, um dann eben damit nichts oder nur Quatsch zu machen. Andere wieder hoffen auf die Entschleunigung - ein schlichtes Modell, das schon rhetorisch eine Zumutung ist. "Wer entschleunigt, will schneller an sein Ende kommen", zählt Geißler auf. Langsamer, fügt er hinzu, sei ebenso wenig eine Option wie schneller.

0:50 Zeitvielfalt

Aber was dann? Ist nicht alles zu viel? "Im Gegenteil", sagt Geißler, "wir haben nicht begriffen, was Vielfalt bedeutet, und das wirkt sich natürlich ganz besonders auf unser Verhältnis zur Zeit aus. Zeit-Vielfalt nutzen heißt, in der Lage zu sein, die Entscheidung für oder gegen etwas zu treffen. Davor drücken sich die meisten aber gern. Sie müssen ja", sagt Geißler, und er lacht herzlich. Die fixe Idee der Gleichzeitigkeit und des hohen Tempos führen, sagt er, "zu einer Einsicht, die alle verstehen: Alles gleichzeitig reduziert alles zur Bedeutungslosigkeit. Nichts ist mehr wirklich wichtig. Das Resultat ist eine oberflächliche Arbeitswelt, eine oberflächliche Beziehungswelt und eine oberflächliche Ökonomie, in der Sie nur was behaupten müssen, aber eigentlich nichts mehr tun. Aber wer nicht mitmacht, gilt als Querulant."

Darin vermeinen nun viele das Antlitz des Kapitalismus zu erkennen.

0:55 Zeitdiebe

Das vermeintlich logische Gegenteil dieser Oberflächlichkeit ist der Sozialismus, der reale, versteht sich, der heute wieder warme romantische Gefühle hervorruft. Nicht nur Karlheinz Geißler findet das witzig. Denn das reale Leben im realen Sozialismus, der gern von Fortschritt, Tempo und Plansteigerung sprach, von mehr und schneller also, sah ganz anders aus. Wo Menschen nicht entscheiden können, verläuft alles wie in Zeitlupe. Die Zeit wird "bleiern", die Welt träge. Doch das hat seine Ordnung. "Zeit spielte für den gestandenen DDR-Bürger oft in dem Sinne überhaupt keine Rolle, als sein Leben vorgezeichnet war. Man studierte oder machte seine Lehre, schloss das ab, heiratete möglichst früh, damit man seine Wohnung und seine Kinder kriegte, und wartete, dass man 65 ist, um in die weite Welt zu fahren. Zeit war nur ein Warten", gab der DDR-Bürgerrechtler Friedrich Magirius für eine Studie der Körber-Stiftung zum Thema Tempounterschiede Ost und West zu Protokoll. Überall Takt, nirgendwo Rhythmus - das macht müde und hoffnungslos. Um das zu kennen, muss man nicht auf der sozialistischen Seite der Mauer aufgewachsen sein.

1:20 Karussell

Maschinen und Organisationen, die sich wie Maschinen verhalten, also alle, die starr planen, laufen nach Takt, nicht nach Rhythmus. Der langsame Takt des Sozialismus findet sich so überall: in Behörden, in großen Konzernen, überall dort, wo man mit Überraschungen - nichts anderes sind Veränderungen - nichts anfangen kann. Hier zählt das Vorhersehbare und vermeintlich auf Dauer Berechenbare: von der Ampel bis zum Leben. So werden, wie auf Berlins Straßen, die Langsamen angetrieben und die Schnellen gebremst - Hauptsache, ein berechenbarer Durchschnitt entsteht. In diesem Zustand befindet sich das Land im Ganzen: Es wird wieder viel von Sicherheit und Garantien geredet in der Republik. Man braucht Virilio nicht gelesen zu haben, um den rasenden Stillstand hier zu erkennen. Es gibt kein Ziel mehr, das sich durch das Verdichten von Prozessen und Ereignissen erkennen lässt. Wenn ohnehin alles festen Regeln unterliegt, an denen wir nicht drehen können, dann scheint es am klügsten zu sein, die Folgen zu ignorieren. Doch das hat seinen Preis. Wer das tut, folgt dem Takt und hat seinen eigenen Rhythmus verloren. Alles dreht sich, nichts geht mehr.

Wer glaubt, dass er damit weiterkommt, hält auch ein Karussell für ein Fahrzeug.

0:40 Die Zeitlogik

Der rasende Stillstand ist ein Leben ohne Eigenzeit, in dem für alles Zeit ist - außer für die Frage, wohin man eigentlich läuft.

Wer ist daran schuld? Wer dreht an der Uhr?

Es sind wir selbst, sagt Armin Nassehi, Professor für Soziologie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Den Entschleunigungs-Propheten und Beschleunigungs-Versprechern, von denen die Welt so viele hat, solle man nicht glauben, sagt er. "Die Vorstellung, dass es irgendwo auf dieser Welt eine Instanz gäbe, die über Zeit entscheiden könnte und für uns freundlicherweise an den Stellschrauben dreht, ist einfach von gestern", sagt er. "Das Letzte, was wir heute brauchen, ist ein Zentralkomitee zur Entschleunigung."

01:15 Zeit-Logik

An einer Kommission, die dieser Gesellschaft ein paar Lektionen in Sachen Zeit-Logik gäbe, wäre hingegen weniger auszusetzen, sagt er. "Wir müssen lernen, den unterschiedlichen Zeit-Logiken zu folgen, mit anderen Worten: Wir müssen erkennen, wann es sich lohnt, schneller zu gehen, und wann langsamer. Das ist aber keine Frage der Zeit, sondern eine Frage der Sache. Was machen wir gerade? Nicht: Wie schnell oder wie langsam machen wir es?" Wer seinen Rhythmus finden will, muss auf Rituale verzichten, die jeder verinnerlicht hat: "Stellen wir uns vor, wir dürfen drei Tage durcharbeiten, ohne dass uns jemand anruft. Das ist ein Privileg. Andererseits: Wenn niemand was von einem will, ist das auch nicht schön. Aber in diesen Ansprüchen sind die meisten gefangen. Und Stress ist beides", sagt Nassehi.

Es gibt Zeiten. Es gibt Geschwindigkeiten. Wer neben dem Jetzt, dem kurzen Augenblick, auch noch ein Leben will und Ziele, der sollte - schleunigst - darüber nachdenken, wer eigentlich den ganzen Stress verursacht: der Chef? Die Kunden? Die anderen?

Wir schalten, der fortgeschrittenen Zeit halber, nochmals ganz kurz zurück an die Grenze unserer Galaxie, wo sich das Raumschiff mit Affenzahn aus der Schwerkraftfalle der Milchstraße befreit. Gleich haben wir's. Jetzt.

1:15 Fluchtgeschwindigkeit, die zweite

Was sehen wir da? Die maximale Fluchtgeschwindigkeit ist längst erreicht. Noch hofft unser Pilot auf ewige Ruhe und Frieden im endlosen Weltraum, auf zeitloses Dahingleiten. Doch was ist das?

Die Instrumente in der Kapsel unseres Fluchtpiloten zeigen nach Verlassen unserer Milchstraße kurz an, dass deren Schwerkraft überwunden ist, um gleich wieder nach oben zu schnellen. Sie haben eine neue Schwerkraftquelle ausgemacht. Etwa jene der Canis-Major-Zwerggalaxie, die in einer Entfernung von 25 000 Lichtjahren als Nachbar der Milchstraße auf unseren Fluchtpiloten lauert. Jetzt endlich würde der Flüchtling erkennen, wie der Satz des Beraters und Autors Reinhard K. Sprenger zu verstehen ist: "Wo immer du auch hingehst, du nimmst dich immer mit."

So eine Rennerei, so viel Rasen - und dann doch nur so eine banale Erkenntnis über Zeit? Das ist erst recht zum Verrücktwerden, gewiss. Das hält nicht jeder aus. Das ist schlimmer als Berlin-Mitte. Gut möglich, dass sich unser Fluchtpilot kurz vorm Durchdrehen noch an das Motto des Science-Fiction-Reißers "Alien I" erinnert: "Im Weltraum hört dich keiner schreien." Da hätte er gleich in Berlin-Mitte bleiben und etwas gegen die unzähligen Zeitdiebe wie Ampeln, elektronische Geräte und sogenannte wichtige Termine tun können. Das wär' mal was: statt ständig vor sich und dem Druck, den man sich macht, abzuhauen und die Uhr nach sich selbst stellen. Das kann man übrigens gar nicht schnell genug machen. Höchste Zeit. -

*) Das Kleingedruckte: Wenn Sie diesen Text in Häppchen gelesen haben, sind Sie mit großer Sicherheit jetzt ein wenig verwirrt. Logisch. Wenn man etwas richtig machen will, gilt: ganz oder gar nicht. Trauen Sie keinem, der Ihnen verspricht, er wisse, wie Sie Zeit sparen können. Dann müssen Sie nicht immer von vorn anfangen. Merke: Wer nur Häppchen will, wird nie satt. Das ist eine einfache Regel.

Danke für Ihre Zeit.

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