Ausgabe 03/2000 - Artikel

GERECHTIGKEIT FUR GATES

#__Was bedeutet die Zahlenreihe 66 73 76 76 71 65 84 69 83 3 ? Nur wenige Menschen vermögen diesen Code zu deuten. Bibelfestigkeit und Computerkenntnisse sind nötig, um das Rätsel zu lösen. Wer über diese Fähigkeiten verfügt, erschaudert, wenn er die Zahlenreihe addiert. Das Ergebnis lautet 666. Es ist die Zahl des "Tieres", des Antichristen, die Chiffre für den Satan, die der Apostel Johannes in seinen apokalyptischen Visionen festgeschrieben hat. Die Zahlen entsprechen den Buchstaben des Computer-Alphabets, des ASCII-Codes, der jedem Buchstaben eine Zahl zuweist. Übersetzt man den Code in den Klartext zurück, dann lautet der Name: Bill Gates III. Na also.

Beweise? Bill Gates ist der Satan, Microsoft die Hölle Was macht es schon aus, dass diese vor zwei Jahren im Internet verbreitete Satanstheorie nicht ganz korrekt ist. Der Fehler steckt im Detail, in der letzten Zahl, der Drei, die im ASCII-Code die Chiffre 51 trägt. Damit wäre die Summe des Namens von Bill Gates dem Dritten 714. Aber das ist langweilig, bedeutet gar nichts und ist deshalb auch nicht brauchbar, um zu beweisen, was die meisten Menschen gern glauben: dass man nicht zum reichsten Mann der Welt werden kann, ohne mit dem Bösen zu paktieren, ja, das Böse zu sein.

Seit zweieinhalb Jahren laufen die gerichtlichen Verfahren gegen den Microsoft-Konzern. Die Vorwürfe lauten auf unfaire Geschäftspraktiken und Monopolmissbrauch. In den USA, wo die Justizministerin Janet Reno die Klage gegen Microsoft längst zum Djihad, zum Heiligen Krieg, erklärt hat, sind das rundamentale Verbrechen, die mit Gesetzen aus dem 19. Jahrhundert bestraft werden. In den 1890er Jahren entstanden, als Reaktion auf Eisenbahn-Monopole, scharfe Anti-Trust-Gesetze. Die wurden später beispielsweise auf das Ölmonopol Rockefellers angewendet und, noch ein paar Jahrzehnte darauf, auf das Telefonkartell AT&T's.

Im Fall von Microsoft soll die gerichtliche Zerschlagung des 31000 Mitarbeiter zählenden Konzerns wenigstens zwei voneinander vollständig getrennte Unternehmen hervorbringen. Eines, in dem die marktbeherrschenden Windows-Betriebssysteme, die neun von zehn Personal Computern antreiben, entstehen sollen. Und eines, in dem die Software des Hauses gefertigt werden darf - Office und seine Teile wie etwa MS-Word, MS-Excel und der Internet-Browser Explorer, der die Gerichtsverfahren ausgelöst hat. Auch diese Programme führen die Verkaufslisten an. Dazu sollen die Quellcodes von Windows öffentlich gemacht werden. Jene Programmzeilen also, die Entwickler brauchen, um das Betriebssystem für ihre Zwecke anzupassen, zu verändern oder, in der Informationstechnik gang und gäbe, weitgehend Eigenständiges, Neues daraus zu schaffen.

Der Rest steht unter scharfer Beobachtung. Der Krake soll sich nie wieder erheben. In erster Linie deshalb, weil Microsoft sich einfach nicht abgewöhnen kann, ein erfolgreiches Unternehmen zu sein, das sich so verhält wie alle anderen erfolgreichen Unternehmen auch.

- Mit Konkurrenten nicht gerade zimperlich umgehen - gewinnorientiert arbeiten - fremde Ideen, die niemand nutzt, in eigene Produkte einfließen lassen und - auf allen Gebieten versuchen, der Größte zu sein.

Der Gerechtigkeit ist Genüge getan, wenn die oben genannten Punkte nicht mehr auf Microsoft zutreffen, anders gesagt: das Unternehmen seine Geschäftstätigkeit einstellt. Mehr ist gar nicht nötig.

Aber schön der Reihe nach. Eines der meistbenutzten Argumente gegen Microsoft ist jenes, dass der Konzern in seiner Geschichte stets nur die Ideen armer, hilfloser Genies bzw. kleiner, wehrloser Unternehmen - geklaut habe. Der spießige Bill Gates und seine willenlosen Kumpane, der grobschlächtige Steve Ballmer und der dicke Paul Allen, hätten, so liest sich praktisch jeder beherzte historische Ausritt in die Gründerzeit der PC-Ära, im größten Raubzug der Geschichte des Computers alles eingesackt, was sich nur irgendwie in klingende Dollars verwandeln lassen könnte. Wer dem Wegelagerer-Trio in die Quere oder auch nur nahe kam, musste alle Hoffnung fahren lassen. Wer sich wehrte, wurde weich geklopft.

So sind die eben, lautet die Botschaft.

Wer im Konkurrenzkampf gegen Gates unterliegt, hat immer Recht.

1975, Computersteinzeit. Zum Jahresanfang hatte das Technikmagazin "Popular Mechanics" ein eigenartiges Gerät auf seiner Titelseite: einen Bausatzcomputer namens Altair 8800, der für eine Handvoll Dollar den ersten Computer unter 1000 Dollar darstellte. Das war natürlich nur etwas für Freaks, die sich neben ihrer Arbeit in den Rechenzentren endlich auch in ihrer Freizeit dem Digitalen zuwenden konnten. Ein Computer an sich aber ist eine ziemlich langweilige Sache, sogar für Programmierer, und Programme für den Altair 8800 gab es nicht. Man musste sie schon selbst schreiben.

Dazu wiederum brauchte man eine Programmiersprache. Es bot sich die in den sechziger Jahren entwickelte Sprache "Basic" an. Die war, als der Altair 8800 auf die Welt kam, ziemlich umständliches Zeug. Gates und Allen schrieben das Programm komplett um. Erst durch die Basic-Neuentwicklung von Gates und Allen machte der Altair 8800 Sinn, der den Anstoß für die Entwicklung des Apple durch Steve Jobs und Steven Wozniak im Jahr 1976 gab. Kaum einer der Programmierer, die das Microsoft-Produkt damals verwendeten, zahlte dafür eine Lizenzgebühr. Doch um die Legende vom gierigen Konzern aufrechtzuerhalten, wird bis heute immer nur ein Teil der Wahrheit erzählt: Gates krallte sich das Ur-Basic. Alles klar?

Geschichtsfälschung ist auch das zentrale Moment beim wichtigsten Deal des Unternehmens, der 1980 über die Bühne ging: der Auftrag des Computerkonzerns IBM an Microsoft, ein Betriebssystem für eine neue Modellreihe namens "Personal Computer" zu entwickeln. Aus der Sicht der Heiligen Krieger ist damals Folgendes abgelaufen: Ein Unterhändler der IBM, des größten Computerkonzerns der Welt, taucht bei der Mini-Klitsche Microsoft in Seattle auf, um ein Betriebssystem zu bestellen. Selbst könne man das nämlich nicht. Gates und Allen sollen daraufhin Folgendes gemacht haben: der IBM 1. ohne Vorlage irgendwelcher Arbeitsproben 2. einen Vertrag aufgedrängt haben, der für 3. ein noch nicht existierendes Betriebssystem 4. das Recht auf Lizenzzahlung - pro verkauftem Rechner und Betriebssystem - an Microsoft durchsetzt.

Weil Gates und Allen natürlich nichts Passendes im Schrank haben, schwatzen sie - wohlgemerkt: nach dem Gespräch mit IBM - dem Softwareunternehmen Seattle Computer Products, einem ortsansässigen Programm-Mittelständler -die Codes des Betriebssystem-Prototypen QDOS ab. Dafür zahlen sie 50000 Dollar. Wieder daheim im Programmier-Camp angelangt, entfernen Gates und Allen den Namen der Urheber aus allen Programmzeilen und nennen das Ding Microsoft Disk Operating System. Das wird dann, wie besprochen, an IBM verhökert. Daraus wird, wie geplant, der größte Erfolg der Computergeschichte. Soweit die Legende.

Wer beklaut in der Hightech-Branche wen? Die Gretchenfrage schlechthin.

Tatsächlich kaufte Gates bereits 1980 - ein Jahr vor dem IBM-Auftritt in Redmond - die Rechte an den Quellcodes von QDOS. Die bisherigen Eigentümer hatten nicht einmal ansatzweise verstanden, was sie da in Händen hielten. Selbst harte Kritiker der Microsoft, wie der Journalist Michael Malone, zugleich einer der wichtigsten Chronisten der frühen Computer-Ära, nannten es "nur gerecht, dass Gates durch die Weiterentwicklung von QDOS reich wurde. Die anderen hatten es einfach nicht kapiert. Und Gates war damals der schnellste und klügste Kerl in der ganzen Branche". Das reicht noch nicht für eine Verschwörungstheorie.

Nach dem erfolgreichen IBM-Deal wurde die Legende der raubenden und habgierigen Microsoftler ideologischer Industriestandard. Eines der schönsten Beispiele dafür ist der langjährige Konflikt zwischen dem Apple-Gründer Steven Jobs und Bill Gates, der ab 1984 eskalierte. In diesem Jahr präsentierte Jobs den Apple Macintosh, ein Computer, dessen wichtigste Eigenschaft seine einfache und logische Bedienung war. Überdies hatte der Macintosh ein Eingabegerät namens "Mouse", das die Bedienung wesentlich erleichterte. Die einzig eigenständige Entwicklung an dem Computer in Würfelform war allerdings das kompakte Design von Hartmut Esslinger - die grafische Benutzeroberfläche, die die Bedienung viel einfacher machte, stammt aus dem Xerox Palo Alto Research Center, die Maus von einem kaufmännisch wenig begabten Hardware-Entwickler namens Doug Engelbart.

Als Gates daranging, mit den frühen Windows-Prototypen die nützlichen Dinger auch für den PC anzukündigen, warf Jobs dem alten Kumpel aus Seattle " Diebstahl" und "Wegelagerei" vor. Weil Jobs aber ein sympathischer Veganer und Gates ein langweiliger Nerd ist, kam niemand darauf, sich zu fragen, wer da eigentlich "Haltet den Dieb" schreit.

Die Taktik wurde zum bewährten Muster. Als Microsoft sein Tabellen-Programm "Excel" auf den Markt brachte, lief die Konkurrenz Sturm. Vor allem der US-Software-Konzern Lotus, der sein Office-Paket " 1,2,3" in den achtziger Jahren mit enormem Erfolg verkauft hatte, ortete beim neuen Mitbewerber schlicht Ideenklau.

Gereizt reagierten auch die Macher des in den Achtzigern marktbestimmenden Textverarbeitungsprogramms " Word-Perfect" auf das Microsoft-Schreibprogramm " Word". In allen Fällen, Windows, Excel, Word, trat Microsoft nicht als Erster auf dem Markt auf. Jeder der drei Anbieter, Apple, Word-Perfect wie auch Lotus, waren zum Zeitpunkt des Markteintritts von Microsoft in den jeweiligen Bereichen mit großem Abstand Marktführer. Konkurrenten eben, die keineswegs so einfach über den Tisch zu ziehen waren. Nicht aber Microsoft, sondern IBM, Compaq, Hewlett-Packard & Co waren es, die sowohl MS-DOS wie auch später Windows als Basisausstattung auf ihre Personal Computer installieren ließen.

Das gilt auch, genauer betrachtet, für den eigentlichen Auslöser des Zerschlagungs-Prozesses, den Streit mit dem Webbrowser-Hersteller Netscape ("Navigator"). Microsoft, so heißt es, habe versucht, den Mitbewerber aus dem Markt zu verdrängen, durch harten verbalen Einsatz, vor allem aber dadurch, dass alle mit Windows-Betriebssystemen ausgestatteten Computer automatisch auch mit dem Microsoft-Produkt " Explorer" ausgestattet worden waren. Damit, so die Netscape-Spitze, wäre der Navigator auf verlorenem Posten.

Rechtfertigt schlechtes Benehmen eine Hetzkampagne?

Auch hier schadet es nicht, die zeitlichen Abfolgen nochmals Revue passieren zu lassen. Im Jahr 1995, das Internet begann zu brummen, gab es eine weltweit verbreitete Browser-Software, "Mosaic", eine Kreation des National Center für Supercomputing Applications an der Universität von Illinois. Mosaic war das Produkt vieler Entwickler und Programmierer. Einer davon, Marc Andreesen, erwies sich aber als der mit Abstand geschäftstüchtigste von allen. Er gründete das Unternehmen Netscape und entwickelte - auf der Grundlage von Mosaic - den Navigator, der bis weit ins Jahr 1997 eine Vormachtstellung unter den Webbrowsern besaß.

Bill Gates unterschätzte, wie fast alle rührenden IT-Manager in dieser Zeit, das Web als kurzfristige Modeerscheinung. Der Einsicht, sich geirrt zu haben, folgten erfolglose Verhandlungen mit Netscape über den Ankauf der erfolgreichen Software. Dabei wurden, wie der ehemalige Netscape-Chef Jim Barksdale, einer der wichtigsten Zeugen der Anklage, dokumentieren konnte, harte und härteste verbale Bandagen eingesetzt. Das spricht gegen den Stil von Gates - nicht aber grundsätzlich gegen den Verlauf des versuchten Deals.

Der ist, wie das Beispiel MP3 zeigt, nichts Besonderes: Als vor zwei Jahren das Internet-Audioformat MP3 zu boomen begann, wetterten rührende Konzerne der Unterhaltungsindustrie - allen voran Sony und Philips - gegen die neue Technik, die vermeintlich der Verletzung von Verwertungsrechten Vorschub leisten würde. Heute führen die Unternehmen selbst MP3-Play er im Programm. Das ist vielleicht moralisch ein bisschen so lala, betriebswirtschaftlich aber völlig in Ordnung.

Aus der Befürchtung von Netscape, dass der Internet-Explorer die eigene Software vom Markt drängen würde, ist jedenfalls nichts geworden. Weil längst alle Hersteller sowohl den Navigator wie auch Microsofts Explorer auf die Festplatten spielen oder auf CD-ROM neuen Computern beipacken, entscheiden die Kunden selbst, womit sie im Web surfen wollen -in Deutschland etwa im Verhältnis 2:1 für das Microsoft-Produkt.

Die Wünsche des Kunden freilich spielen im Zerschlagungsprozess nur eine untergeordnete Rolle. Da wird so getan, als ob sich die gesamte Welt im Kauf-Würgegriff von Microsoft befände. Es gab und gibt Alternativen zu Textverarbeitungen, Tabellenkalkulationen, Präsentationssoftware und Terminplanern aus dem Hause Microsoft. Viele der alternativen Produkte kosten weniger als die Microsoft-Pakete. Und eine ganze Anzahl dieser Produkte ist sogar umsonst erhältlich, etwa das Office-Paket "Star-Office" der Hamburger Star-Division. All diese Produkte funktionieren einwandfrei unter Microsoft-Betriebssystemen, mit denen die meisten Computer laufen. Warum also laden sich Hunderte Millionen von Computerbenutzern in aller Welt vor allem die angeblich so üblen, unter vermeintlich so hanebüchenen Bedingungen zum Erfolg gewordenen Produkte von Bill Gates auf den Rechner? Weil sie alle doof sind? Oder aber, weil Microsoft technologisch einfach das kleinere Übel ist.

Ein Beispiel: Scott Mc-Nealy, Chef des US-Computerkonzerns Sun Microsystems, und Lany Ellison, CEO von Oracle, zwei Kreuzritter im Kampf gegen den blassen Bill, haben der Menschheit schon vor Jahren den NC, den Netzwerk-Computer, angekündigt. Beim NC gibt es keine Festplatte mehr, nur einen Netzanschluss. Jedes Mal, wenn man ein Programm nutzen möchte, muss man das auch laden - gegen Bares. Das will natürlich niemand. Deshalb sind die für den PC gemachten Produkte von Microsoft nach wie vor Marktführer.

Dort, wo Microsoft Fehler macht, wird das prompt bestraft. Bei Windows CE etwa, dem Betriebssystem für Kleinstcomputer, oder bei Netzwerk-Betriebssystemen. Windows NT, der Vorgänger des jetzt präsentierten Windows 2000, verfügt gerade noch über gut ein Drittel Weltmarktanteil. Linux, der von Gates unterschätzte Herausforderer, holt immer mehr auf und ist schon auf jedem vierten Netzrechner installiert. Eine Folge des Linux-Erfolges ist übrigens, dass Konzerne wie Intel und IBM, Riesen wie Microsoft die Zügel im angeblich so freien Linux-Land immer straffer ziehen.

Der irrationale Hass auf Microsoft und Gates wird dennoch in unzähligen Linux-Webseiten geschürt. Die Demokraten des Programmierwesens finden nichts dabei, wenn in Ballerspielen auf Gates geschossen wird.

Microsoft muss zerschlagen werden - weil die Abrechnung mit den alltäglichen Leiden des Computerzeitalters längst fällig ist. Seit Anfang der achtziger Jahre werden Millionen Menschen mit der Arbeitsmaschine Computer konfrontiert, viele davon unfreiwillig. Längst klagt niemand mehr laut, die Wut ist offenbar geblieben. Der blasse, uncharismatische Ingenieur Bill Gates ist ein Spießer, aber kein Satan. Ganz gewiss aber ist er der Sündenbock für eine verfahrene Situation.

Nur: Ist er wirklich dafür allein verantwortlich, dass seit zwei Jahrzehnten auf jedem Schreibtisch Computer stehen, die wir nicht leiden können, die, für den größten Teil ihrer Benutzer, bis heute ein Buch mit sieben Siegeln geblieben sind?

Der reiche, langweilige und kleine Kerl steht stellvertretend für alle, die uns an den Computer gezwungen haben. Mit den Argumenten der achtziger und neunziger Jahre: Wer nicht mit dem PC zurande kommt, wird ausrangiert. Wer nicht mit dem Internet zurande kommt, wird in Rente geschickt. Wer zugibt, dass er seinen PC nicht versteht, offenbart sich Kollegen und Vorgesetzten gegenüber als Versager. Statt gegen unverständliche, dumme Computersysteme zu protestieren, sucht sich der Mob ein Opfer: Lyncht Microsoft.

Erst wenn die Konkurrenz fast so aussieht wie Windows, ist endlich alles gut.

Dies ist die Kehrseite der IT-Revolution, die zeitweilig in eine Menschen verachtende Hysterie umschlägt, in der die Maschine über dem Menschen steht. Das hat niemand gewollt. Gates muss dafür zahlen. Gerechtigkeit? Gut. Wo sind die benutzerfreundlichen Alternativen zu Microsoft? Warum kann man sie nicht kaufen? Weil es sie nicht gibt oder weil sie, wie Apple Computer, Nischenprodukte sind, deren einst so legendär einfache Oberfläche sich im Übrigen immer mehr der von Windows angleicht.

Vorurteile entscheiden längst, was gut oder schlecht ist. Wie bei einem Interview auf NDR 3 anlässlich der diesjährigen Cebit, bei der eine Moderatorin einen Computerjournalisten zum Thema "Linux oder Windows?" befragte. Moderatorin: "Und bei Linux, gibt es da so ordentliche Kästchen am Bildschirm mit Grafiken, die man mit der Maus anklicken kann, so wie bei Windows?" Journalist: "Ja, das wird schon, das sieht bald so aus wie Windows." Moderatorin: " Ja super, das ist ja toll." Strahlendes Lächeln.

Vielleicht war es gar nicht so gemeint. Doch es war eine Sekunde Gerechtigkeit für Gates.__//

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