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Charles Landry, Experte für Stadtentwicklung, im Interview

Die beste Stadt für die Welt

Charles Landry ist einer der wichtigsten Berater von Stadtplanern in aller Welt. Bereits in den späten Achtzigerjahren formulierte der Brite das Konzept der „Creative City“, das heute als eine der Grundlagen der modernen Stadtentwicklung gilt. Ursprünglich betonte Landry in seiner Theorie den Wert des kulturellen Lebens einer Stadt, ihrer kreativen Industrie und der dazugehörigen kreativen Klasse. Inzwischen meint er, dass auch die Verwaltung und die zentralen Organisationen kreativer werden müssen, um das Potenzial einer Stadt, ihre Ressourcen und damit letztlich ihren Reichtum zu entfalten. Das Ziel ist eine neue Alltagskultur: „Eine kreative Stadt ist ein Ort, der eine Alltagskultur etabliert hat, in der jeder potenziell kreativ sein kann.“

Mit seiner in London ansässigen Agentur Comedia hat der 63-Jährige mehr als 500 Projekte rund um die Welt durchgeführt, die ein weites Feld von Problemen berühren: Eine australische Bergbaustadt will dynamischer werden, Abu Dhabi mit seinen historischen Gebäuden seine kulturelle Vielfalt bewahren, Londoner Shopping-Meilen wollen sich dem veränderten Einkaufsverhalten anpassen. Große Teile der Recherche erledigt Landry selbst. Wenn er eine Stadt kennenlernt, durchquert er sie oft wochenlang, nimmt Hunderte von Fotos auf, spricht mit allen Menschen, die ihm begegnen. Das, sagt er, hilft ihm, die Stadt zu verstehen.

Es ist schwer zu sagen, was genau Charles Landry eigentlich tut – und ebenso schwer ist es, darüber zu sprechen. Seine Arbeit an wenig greifbaren Faktoren wie Atmosphäre oder Alltagskultur umreißt der Berater eher, als dass er sie exakt erklärt. Wenn es wichtig wird, ist er allerdings sehr präzise: „Eine Stadt sollte nicht danach streben, die beste Stadt der Welt zu werden, sondern die beste Stadt für die Welt.“

brandeins Wissen: Herr Landry, Ihre Expertise ist weltweit gefragt, in diesem Jahr waren Sie schon in Brasilien, Kanada, den USA, China, Malaysia, Japan und mehreren europäischen Ländern. Was erhoffen sich die Leute von Ihnen?

Charles Landry: In der Regel rufen mich Städteplaner, weil sie festgestellt haben, dass entweder ihre Stadt als Ganzes oder ein Teil davon einen neuen Impuls braucht. In Taipeh zum Beispiel soll ein alter Wissenschaftspark modernisiert werden und ein neuer entstehen. Zu beiden trage ich Ideen bei.

Wie gehen Sie dabei vor?

Ich suche mir stets vor Ort einen Partner oder eine Gruppe von Leuten, die ähnlich denken. Und diese Leute wissen immer schon eine Menge. Während des Prozesses sehe ich dann vor und zurück: Was ist das Ziel? Welche Bedingungen wollen wir herstellen? Aber auch: Gibt es konkrete Projekte, an denen sich dieses Ziel darstellen lässt? Ich bin ein kritischer Freund, ein sympathisierender Außenseiter, der sich nicht fürchtet, schwierige Fragen zu stellen, aber natürlich auch eigene Ideen präsentiert. Doch ich will nicht wie jemand wirken, der alle Antworten kennt. Es muss das Gefühl entstehen: Wir können etwas gemeinsam erreichen, wenn wir es nur anpacken.

Wie sieht das konkret aus?

Kürzlich war ich in Minneapolis-St. Paul, den Twin Cities. Da geht es um die Frage, wie die beiden Städte besser miteinander verbunden werden können. Es soll eine neue Nahverkehrsstrecke der Eisenbahn gebaut werden. Und jeder Bahnhof soll nun einen eigenen Charakter erhalten, der wiederum das jeweilige Stadtviertel abbildet. Solche Ideen sind vor Ort vorhanden, ich diene dafür nur als Katalysator. Ich spiegele, was ich höre. Und manchmal sage ich auch: Können wir über dieses oder jenes noch einmal nachdenken?

Landry erzählt das lächelnd, und so könnte man ihn für einen netten Onkel halten, der seinem etwas zurückgebliebenen Neffen einen guten Rat mit auf den Lebensweg gibt. Doch der Brite kann auch böse sein. 2007 war er als „Creative Capital Thinker“ sieben Wochen in Perth in Westaustralien. In seinem Abschlussbericht „Perth – Stadt oder Kleinstadt“ fiel sein Urteil eindeutig aus: „Ich habe 350 Kilometer von Perth durchfahren, von den östlichen Vorstädten bis zu den westlichen, immer auf der Suche nach einem Hauch von Großstadt. Ich will die Vorstädte nicht schlechtmachen, aber Perth besteht zu 98 Prozent aus ihnen.“

Landry formulierte seine Kritik detailliert. Sein erster Eindruck in Perth sei von Verbotsschildern geprägt gewesen: Durchfahrt verboten, Einfahrt verboten, Parken verboten, Fußgänger verboten. Perths Innenstadt, schreibt er, scheint ein Ort zu sein, an dem alles verboten ist, was nicht explizit erlaubt ist. „Die Fußgängerampeln sind quasi immer rot. Die längste Grünphase war acht Sekunden, normalerweise ist sie kürzer. (...) Die Annahme, dass das Auto immer Vorrang haben muss, mindert Perths Potenzial, eine lebendige, fußgängerfreundliche, urbane Stadt zu sein.“

Das ist harte Kost, zumal wenn man bedenkt, dass sich Perth im weltweiten „Most Livable Cities“-Ranking des »Economist« zurzeit unter den Top Ten befindet: Landry ist nicht nur kritisch, er ist es auch noch im Widerspruch zu angesehenen Kollegen. Damit macht man sich entweder unbeliebt – oder sorgt dafür, dass man ernst genug genommen wird, um wirklich arbeiten zu können. Im Falle Perth klappte das allerdings nicht: Die Stadt gab eine zweite Studie in Auftrag, die 2011 erschien und weniger radikal ausfiel.

„Der globale Wettbewerb um kluge und kompetente Bürger nimmt zu, denn sie sind die wichtigsten Werte einer Stadt.“ Charles Laundry

Was erhoffen sich die Städte von Ihren Ideen?

Der globale Wettbewerb um kluge und kompetente Bürger nimmt zu, denn sie sind die wichtigsten Werte einer Stadt. Und solche Leute erwarten von ihrem Wohnort eine hohe Lebensqualität: Dazu gehören die Architektur, der öffentliche Nahverkehr, eine vernünftige Gesundheitsversorgung, Schulen und Freizeitmöglichkeiten sowie ausreichend Wohnraum.

In diesen Wünschen unterscheiden sich die klugen und kompetenten Bürger nicht von anderen Menschen.

Das stimmt. Der entscheidende Unterschied sind zwei weitere Faktoren, die für besonders talentierte Menschen wichtig sind: Kreativität und Flexibilität. Kreative suchen ein Umfeld, in dem sie auf andere Kreative treffen, in dem Kunst und Kultur wichtig sind. Und sie schätzen eine flexible Alltagskultur.

Das deckt sich mit dem US-Ökonomen Richard Florida, der von einer „kreativen Klasse“ spricht. Florida behauptet, es gebe einen Zusammenhang zwischen der wirtschaftlichen Stärke einer Stadt und ihrer Anziehungskraft auf Autoren, Musiker, Künstler.

Floridas Buch war natürlich gut für mich, weil dem Schlagwort „kreative Klasse“ in der öffentlichen Debatte viel Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Inhaltlich war ich allerdings weniger glücklich. Selbstverständlich gibt es bestimmte Gruppen von Menschen, die kreativer denken und handeln als andere. Wenn Sie aber eine ganze Stadt dazu bringen wollen, sich dauerhaft neu zu erfinden, müssen Sie alle einbeziehen.

Darum geht es in Ihrem Konzept der Creative City.

Genau. Ich denke weniger in Gruppen, sondern betrachte die schöpferische Energie, den Einfallsreichtum eines Ortes. Ein Unternehmer mit einer tollen Idee ist in dieser Hinsicht ebenso wichtig wie ein Sozialarbeiter, der die Bewohner eines heruntergekommenen Wohnblocks zur Selbsthilfe bewegt.

Eine Erfolgsgeschichte ist die Entwicklung des Londoner Bezirks Lewisham. 2001 schrieb Landry den Report „Creative Lewisham“, der mit einer langen Reihe von Vorschlägen endete, vor allem aber empfahl, eine Creative Lewisham Agency einzurichten, die die neue Agenda vertreten und realisieren sollte. Das Büro wurde tatsächlich gegründet, und offensichtlich hat es ganze Arbeit geleistet: Auf ihrer Website verkündet die Bezirksverwaltung stolz, dass Lewisham heute zu den fünf Londoner Bezirken mit der größten Kreativindustrie gehört und in diesem Bereich seit 2005 mehr als 2000 neue Jobs entstanden sind.

Weltweit wird darüber debattiert, welches die stärksten Städte sind. Was ist Ihre persönliche Einschätzung?

Es gibt bekanntlich diverse Rankings, und die sollte man, genau wie die allgegenwärtigen Uni-Rankings, sehr kritisch betrachten. Fragen Sie stets: Wer bezahlt die Rangliste? Welche Kriterien stehen im Vordergrund? Aber gut, es gibt einen Kern attraktiver Weltstädte: Tokio, New York, London und Paris, in nächster Zeit werden Peking und Schanghai dazustoßen. Tokio muss allerdings meiner Meinung nach aufpassen, dass es seinen Status behält. Und Paris braucht neue Impulse. Spannend ist, dass sich New York gerade umorientiert, vom Feuer zum Eis.

Wie bitte?

Bisher legten die Branchen Finance, Insurance und Real Estate die ökonomische Basis der Stadt, also FIRE. Jetzt setzen die Verantwortlichen auf ICE: Innovation, Creativity und Entertainment.

Und wer gruppiert sich Ihrer Meinung nach um diesen Kern der wichtigsten Metropolen?

Es gibt weltweit 10 bis 30 weitere Städte mit einer hohen Anziehungskraft. Dazu gehören zum Beispiel Mumbai und Singapur. Berlin hat enorm aufgeholt, nicht zuletzt durch das Ende der europäischen Teilung. Das hat auch Wien, Prag, Moskau und Budapest in den zweiten Rang globaler Kreativstädte katapultiert, zu dem außerdem westeuropäische Zentren wie Amsterdam, Zürich und Barcelona gehören.

Landry hat seine Kindheit in drei Ländern verbracht: in England, Italien und Deutschland. In München ist er einige Jahre zur Schule gegangen und hat dort auch sein Abitur gemacht. Das Aufwachsen in drei Kulturen habe sein Denken stark beeinflusst, glaubt er, sodass er bei der Betrachtung von Problemen weniger einen bestimmten, engen Fokus hätte, sondern versuche, einen größeren Blickwinkel einzunehmen.

Vorbildlich: Dank seines vertikalen Gartens gehört das Musée du quai Branly in Paris zu den meistfotografierten Gebäuden der Welt.

Braucht man für eine Weltstadt ein Wahrzeichen, so etwas wie den Pariser Eiffelturm oder das Opernhaus in Sydney?

Das ist eine wichtige Frage: Wollen Sie eine Ikone haben, mit der Ihre Stadt weltweit identifiziert wird? Oder schaffen Sie die kreative Stadt lieber durch 100 gut funktionierende Projekte? Idealerweise gibt es natürlich beides.

Viele architektonische Ikonen gehen auf Entwürfe eines kleinen Kreises von Stararchitekten zurück: Norman Foster, Herzog & de Meuron, Zaha Hadid, Renzo Piano.

Da zeigt sich die Zweischneidigkeit der Globalisierung: Einerseits wollen die Verantwortlichen etwas Besonderes haben, andererseits werden damit überall dieselben weltbekannten Architekten beauftragt.

Dass es auch anders geht, zeigt ein Beispiel, das sich auf Landrys Website (www.charleslandry.com) findet: Valloria, ein winziges Dorf in Ligurien, war von einem dramatischen Niedergang bedroht, bis jemand auf die Idee kam, die Türen der Häuser von Künstlern bemalen zu lassen. Heute finden sich in Valloria rund 100 dieser bemalten Eingänge, der Ort ist als das „Dorf der be-malten Türen“ bekannt. Es gibt inzwischen wieder ein Restaurant, Touristen und Sommerfeste, bei denen weitere Türen bemalt werden. Die Kosten dieser Revitalisierung waren vermutlich winzig, doch der Effekt war enorm. Das ist kulturelle Stadtentwicklung in ihrer effizientesten Form.

Sie betonen immer wieder, dass ein wichtiger Faktor bei der Entwicklung einer Stadt die Führungskraft der Verantwortlichen vor Ort sei.

Das ist sicherlich eine Stärke dezentraler Staaten. Regionen und Kommunen in Deutschland oder Spanien haben viel größere Kontrolle über ihre Budgets. In Großbritannien dagegen hängen die Städte von der Zentralregierung ab. Das führt überall zu Staus, manchmal sogar im Wortsinn: Birmingham zum Beispiel ist die größte Stadt Europas ohne Metro-Netz, obwohl es angesichts des dortigen Dauerstaus keinen Zweifel gibt, dass ein besseres Nahverkehrssystem nötig wäre. Auf dem Kontinent könnte sich eine Stadt in solch einer Situation das nötige Geld auf dem Kapitalmarkt besorgen. England muss in London darum betteln.

Deutsche Kommunen jammern auch gern.

Aber sie können eigene Ambitionen in die Tat umsetzen. Denken Sie an Stuttgart 21 oder die Hamburger Elbphilharmonie.

Beides sind höchst umstrittene Projekte.

Das mag sein. Doch sie zeugen von einem Gestaltungswillen der Menschen vor Ort, die kreativ über ihre Stadt nachdenken. Es ist ganz wichtig, das eigene Potenzial zu entfalten – für Städte wie für Individuen.

Das Budget für die Elbphilharmonie hat sich binnen weniger Jahre vervielfacht. Das zeugt nicht von guter Gestaltung.

Ich kenne die Details nicht, aber mein Instinkt sagt mir: Diese Ikone wird gelingen und Hamburg auf die kulturelle Weltkarte setzen. Das passiert bei 100 solcher Projekte höchstens vier-, fünfmal. Es geht nicht um kurzfristige ökonomische Probleme, sondern um den Standort und die Präsenz des Bauwerks direkt am Wasser, wo sich das Licht bricht und spiegelt.

Seit einiger Zeit beschäftigt sich Landry mit den Rahmenbedingungen der Creative City. Dabei ist er auf den Begriff der kreativen Bürokratie gekommen, eine Kombination, von der er selbst sagt, sie sei ein Widerspruch in sich. Aber: „Die Frage ist nicht: Was ist der Wert einer kreativen Bürokratie? Sondern: Was kostet es uns, keine kreative Bürokratie zu haben?“

Landry schlägt naheliegende Veränderungen vor, flache Hierarchien und mehr Kompetenz für Beamte in niedrigen Positionen. Dabei stützt er sich unter anderem auf eine selbst durchgeführte Umfrage, bei der untere Verwaltungsangestellte ihren Unmut darüber äußerten, dass sie bei ihrer Arbeit nur ungefähr 60 Prozent ihrer Fähigkeiten nutzen konnten.

Als ein Beispiel guter öffentlicher Verwaltung gilt dem Experten unter anderem der Bau des Solarviertels Vauban auf einem ehemaligen Kasernengelände in Freiburg. Bei der Entwicklung des Viertels war die Stadt flexibel, dafür aber an einigen Stellen sehr konsequent. Landry zitiert den Leiter des städtischen Planungsamtes Wulf Daseking: „Wir hatten ein paar Prinzipien – und die haben wir durchgesetzt.“ Das Ergebnis wurde auch international gewürdigt: Freiburg war Europäische Stadt des Jahres 2010.

Ebenfalls vorbildlich: In Taipeh wurden urbane Akupunkturpunkte identifiziert, die mit Kunst bespielt wurden. Dies ist eine Konstruktion des niederländischen Architekturbüros MVRDV.

Sie sind ein bekannter City-Guru, leben aber selbst auf dem Land. Warum?

Ach, das kennen doch viele: Ich mag die Leere und Stille auf dem Land ebenso wie das Vibrierende, Laute, Grelle der Stadt. In meinem Fall kam hinzu, dass mein Sohn als Kind an Fieberkrämpfen litt und die Ärzte zu einer ruhigen Umgebung rieten. Inzwischen ist er vollkommen genesen. Und ich genieße das Pendeln zwischen meinem Dorf, in dem Handys keinen Empfang haben, und London.

In welchem Verhältnis steht das Bedürfnis nach Leere, Nichtstun und Stille zur Kreativität?

Es ist eine Voraussetzung dafür. Für meine Arbeit ist es entscheidend, einen frischen, offenen Blick auf eine Situation zu werfen. Dazu sind Ruhe und Kontemplation ungeheuer wichtig.

Charles Landry hat sein Konzept der Creative City immer weiterentwickelt, und es sieht nicht so aus, als würde er damit jemals aufhören. Zurzeit umfasst sein Konzept zwölf grundsätzliche Punkte. Er plädiert unter anderem für eine ausgewogene Mischung aus lokaler und globaler Kultur, spricht sich gegen die uneingeschränkte Macht der Märkte aus und rät, Wirtschaftsprojekte zu fördern, die ökonomisch und ethisch wertvoll sind.

Man möge von anderen lernen, sie aber nicht kopieren. Man möge den Bürgersinn fördern und die Umwelt schützen. Ein wichtiger Punkt: „Städte brauchen eine Geschichte, eine kulturelle Erzählung über sich selbst, um sich zu verankern, eine Identität zu entwickeln und ihre Bürger zu wecken.“ Und nicht zuletzt: „Beteilige die, die von deinen Handlungen betroffen sind, an deinen Entscheidungen.“ Ja, das liest sich im ersten Moment wie eine Sammlung populärer Klischees. Aber das ändert sich, wenn man die Sätze ernst nimmt.

Wie definieren Sie eigentlich eine Stadt? Wo beginnt für Sie die kritische Masse?

Na, so um die 100 000 Einwohner müssen es schon sein. Ich habe mich mit dieser Frage sehr intensiv beschäftigt. Kleinere Orte neigen dazu, mehr nach innen zu schauen. Andererseits können in kleineren Städten wenige Menschen eine dramatische Veränderung bewirken. Gent in Belgien hat ein sehr gutes Programm. Und Umea in Schweden macht große Fortschritte auf dem Weg zu Europas Kulturhauptstadt 2014.

Und alle konkurrieren um talentierte Leute.

Insofern hat Richard Florida recht. Aber er spricht von 25 bis 30 Prozent der Menschen. Ich hingegen sehe die ganze Stadt als Kreativ-Biotop, zu dem auch die anderen 70 Prozent gehören.

Woraus besteht die Stadt, wenn nicht aus ihren Bewohnern?, heißt es schon bei Shakespeare.

Eben. Natürlich ist nicht jeder Mensch schöpferisch tätig. Aber wenn jeder nur fünf Prozent an Erfindungsreichtum hinzugewinnt, gewinnt die Stadt als Ganzes. Die Erfahrung hat mich gelehrt: Wenn Sie die bestehende Kultur ernst nehmen und nicht immer alles gegen den Strich bürsten, geben Sie den Leuten das Gefühl, es sei alles okay. Und dann wird Veränderung leichter.

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