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brand eins 06/2009 - SCHWERPUNKT: Identifikation
Design bestimmt das Bewusstsein
Schön zu schreiben ist eine Kunst. Schöne Schreibgeräte herzustellen auch. Lamy beherrscht sie seit fast 80 Jahren. Fehlerfrei.
-Der neue Chef war noch nicht lange im Haus, da bat er die Führungskräfte zu sich. Er wolle von jedem hören, was ihm Lamy bedeute. Als die Reihe an Beate Oblau war, Bereichsleiterin Marketingkommunikation und bereits 15 Jahre im Unternehmen, antwortete sie: "Lamy ist mein Leben."
Das habe nichts mit Anbiedern zu tun, versichert sie noch Jahre später. Der Satz stimme einfach, sagt die 50-Jährige. Und sie habe in jenem Moment auch an ihren alten Chef gedacht, der sie bei ihrem Start in Heidelberg mit den Worten empfangen hatte: "Sie kommen aus Düsseldorf? Na, dann müssen Sie hier erst mal beweisen, dass auch Rheinländer beständig sein können."
Der alte Chef heißt Manfred Lamy. Er hat den Heidelberger Schreibgerätehersteller 33 Jahre lang geführt und zu dem gemacht, was er ist: ein erfolgreiches Unternehmen, eine Design-Marke mit großem Ruf. Sein Nachfolger leitet die Geschäfte seit November 2006 und heißt Bernhard M. Rösner. Nicht weniger als zwei Jahre, sagt Rösner, hätten sich Lamy und er immer wieder getroffen und geprüft, vor allem was die gemeinsamen Werte betraf. Erst dann war man sich einig: Lamy übergab sein Lebenswerk, Rösner versprach leidenschaftlichen Einsatz.
Mögen die Produkte durch kühles Understatement auffallen - was die Verbundenheit der Angestellten mit dem Unternehmen angeht, läuft Lamy auf hoher Betriebstemperatur. Auch dort, wo die Identifikation ohne große Worte auskommt, im Büro von Marco Achenbach etwa, dem Leiter der Produktentwicklung. Er hält einen Kugelschreiber in der Hand, den Lamy noto, und spricht über Dehn- und Rückstellkräfte, Bruchstabilität und Festigkeit. Extremsten Belastungen sei das Modell gewachsen, denn trotz seiner einheitlich scheinenden Oberfläche seien für Korpus, Clip und Drücker drei ganz verschiedene Kunststoffe im Einsatz, die jeweils die für ihre Funktion idealen Eigenschaften besäßen. Ein "toll" oder "super" käme dem 38-Jährigen dabei nicht über die Lippen. Aber es ist gerade die nüchterne Aufzählung von Vorzügen, die Satz für Satz spürbarer machen, welche Begeisterung im Spiel ist. Als Achenbach schließlich von den technischen Details zu den Äußerlichkeiten des Lamy noto übergeht, meldet sich unverhohlener Stolz: "Das Produkt hat seit seiner Markteinführung im vergangenen Jahr fast sämtliche Preise abgeräumt, die in der Design-Welt von Bedeutung sind."
Nicht schlecht für einen Plastikkuli, der mit 3,90 Euro kaum mehr kostet als ein Latte Macchiato. Allerdings sind solche Zeichen der Anerkennung kein Anlass mehr, die Korken knallen zu lassen. Lamy hat so viele Preise erhalten, dass zwei Flurwände mit den gerahmten Urkunden komplett tapeziert sind. "Und was hier nicht mehr hinpasste, lagert im Keller", sagt Marketingmann Oliver Koob, als er durch den "Walk of Fame" führt, wie der Flur intern heißt. Der 37-Jährige ist seit acht Jahren im Unternehmen, war vorher bei Danone. Bezeichnend, wie er den Branchenwechsel erklärt. Er sagt nicht, er habe vom Lebensmittel- in den Schreibgerätesektor gewollt. Er sagt: "Ich wollte zum Design."
Die Entwicklung hin zur Designfirma Mitte der sechziger Jahre war für das Unternehmen so bedeutsam, dass Lamy sie zur zweiten Geburtsstunde erklärt hat. Die erste schlägt 1930: Der Heidelberger Kaufmann Carl Josef Lamy, zuvor Niederlassungsleiter für den amerikanischen Schreibgerätehersteller Parker, macht sich in seiner Heimatstadt selbstständig und lässt Füllfederhalter fertigen, zunächst unter den Markennamen Orthos und Artus. 1952 entsteht das erste Schreibgerät, das den Schriftzug mit den vier kursiven Großbuchstaben trägt. Der Füller Lamy 27 wird zum Verkaufsschlager - nicht nur wegen seines revolutionären Innenlebens, das die Tinte unabhängig von Temperatur und Luftdruck immer gleichmäßig zur Feder fließen lässt. Sondern auch, weil er stromlinienförmig und schnörkellos ist - schlicht und schön.
Doch erst mit dem Firmeneintritt von Carl Josef Lamys Sohn Manfred, der 1962 als Marketingleiter anfängt, richtet sich der Fokus ganz auf das Thema Gestaltung. Manfred Lamy beauftragt den ehemaligen Braun-Designer Gerd A. Müller, ein Schreibgerät konsequent nach Bauhaus-Prinzipien zu entwerfen: klar, funktional, sachlich. Das Ergebnis: ein aus Edelstahl und dem damals relativ neuen Hightech-Kunststoff Makrolon bestehender Füller mit abgefedertem Clip, der 1966 unter dem zukunftsweisenden Namen Lamy 2000 auf den Markt kommt. Er wird das, was man einen modernen Klassiker nennt - und ist bis heute einer der Stars im Sortiment.
Das umfasst inzwischen etwa 200 Modelle, vom Druckbleistift bis zum Multifunktions-Gerät, das mal Mine, mal Bleistift ausfährt, nach Wunsch auch markieren, radieren oder als Touchscreen Pen für den PDA dienen kann. Insgesamt produziert Lamy mit 365 Mitarbeitern jährlich mehr als sechs Millionen Schreibgeräte, liefert in 65 Länder, macht 50 Millionen Euro Umsatz.
Vertraut wird dem, der Wurzeln schlagen will
Zum Gespräch bittet Geschäftsführer Rösner in den Showroom, wo das Lamy-Gesamtwerk in Glasvitrinen erstrahlt: der 1974 entwickelte, extrem schlanke Ganzmetallkugelschreiber "cp 1"; der 1980 erschienene Jugend-Füllfederhalter "safari", dessen Clip an eine Büroklammer erinnert; der "swift", ein seit 1990 produzierter kappenloser Tintenroller, der erste seiner Art; der "pico" aus dem Jahre 2001, der sich per Hubmechanik von Lippenstiftgröße in ein ausgewachsenes Schreibgerät verwandelt. "Produkte", sagt Rösner, "geben immer auch ein Statement ab, ob der Besitzer will oder nicht." Besitzer hochwertiger Schreibgeräte wollen. So seien es sehr viele Kreative, die mit einem Lamy arbeiten, weil er ihnen die adäquate Ausdrucksform biete - während zum Beispiel der typische Banker einen Montblanc vorziehe.
Auch Rösner hat ein Bekenntnis abgegeben, eines ohne Vorbehalte. Für ihn ist Lamy keine Karrierestation, sondern eine Lebensentscheidung. Als geschäftsführender Gesellschafter hält er Anteile am Unternehmen. Die Beteiligung war keine Bedingung, sondern sein eigener Wunsch und ein Signal an die Belegschaft. "Ich wollte deutlich machen: Hier kommt kein Manager, der nur einen Job macht, sondern jemand mit einer besonderen Verantwortung und Verpflichtung." Dazu gehörte auch, dass Rösners Familie mitzog, im Wortsinne. Seine älteste Tochter stand ein Jahr vor dem Abitur und war nicht gerade begeistert vom Umzug aus Heidenheim ins mehr als 200 Kilometer entfernte Heidelberg. "Für uns waren diese Zeichen von enormer Bedeutung", sagt die Bereichsleiterin Beate Oblau. "Lamy war immer inhabergeführt. Wir kannten nichts anderes. Als wir sahen, dass es im Prinzip so weitergeht, dass der Neue hier ein Haus baut - da hatten wir gleich ein viel besseres Gefühl."
Bevor Rösner zu Lamy kam, war der Diplom-Volkswirt sieben Jahre Chef bei Steiff und drei Jahre verantwortlich für die Zubehörsparte von Mercedes-Benz. Wenn man den 51-jährigen Schwaben fragt, wo er aufgewachsen ist, antwortet er: "In Geislingen an der Steige" - um lachend hinzuzufügen: "WMF-Land! " Er ist ein Markenmensch, ein Qualitätsmensch. Sonst hätte ihn Manfred Lamy nicht geholt. "Wir haben zahlreiche Gespräche geführt damals, aber das war von Anfang an klar: Man kann bei Lamy vieles machen. Eines nicht: mit der Qualität runtergehen."
Rösner vergleicht eine Marke mit einem lebendigen Organismus, den man davor bewahren müsse, dass er beschädigt wird. "Eine Marke hat eine ihr innewohnende DNS, einen Kern. Den darf man auf keinen Fall verletzen, sonst erleidet man Schiffbruch." Steiff-Tiere in China produzieren zu lassen, das wäre für Rösner zum Beispiel eine solch tödliche Verletzung gewesen.
Auch zur DNS von Lamy gehört, nicht in Billiglohnländer auszuweichen. Man macht fast alles selbst: Gehäuse, Federn, Minen, Tintenpatronen, insgesamt 95 Prozent aller Bauteile. Auch sämtliche Werkzeuge und Spritzgussformen entstehen im eigenen Haus. 19 Mitarbeiter sind damit beschäftigt. "Eine so hohe Fertigungstiefe wie wir hat wohl sonst keiner der Wettbewerber", sagt Rösner. "Bei uns gilt wirklich noch: made in Germany."
Sich diese Konsequenz zu leisten, führt in der Sparte der Werbepräsente zu gewinnbringenden Allianzen. Denn es sind vor allem in Deutschland produzierende Firmen, die ihren Kunden einen Lamy schenken. "Das geht vom kleinen Handwerker bis zum Automobilbauer", sagt Rösner. "Es sind Unternehmen, die zwar auf die Kosten achten, aber nicht bereit sind, wegen Einsparungen am Produkt einen Teil ihrer Identität aufzugeben. Unternehmen, die 'made in Germany' tatsächlich als Qualitätsversprechen sehen. Die wollen, dass ihr Geschenk über lange Zeit immer wieder gern in die Hand genommen wird."
Nur bei einer entscheidenden Aufgabe vertrauen sie in Heidelberg auf andere: beim Design. Lamy arbeitet ausschließlich mit externen Gestaltern zusammen, allerdings oft über Jahre mit denselben, sodass manche für eine Reihe erfolgreicher Modelle stehen. Richard Sapper etwa, der Schöpfer der Tizio-Lampe, oder der Schweizer Franco Clivio. "Aber das heißt nicht, dass die Langjährigen gesetzt sind", sagt Rösner. So verpflichtete man für den "noto" erstmals den Japaner Naoto Fukasawa, der auch für Apple arbeitet. Und mit dem Wiener Design-Atelier EOOS, das für Bulthaup die minimalistische b2-Küche entwarf, sind ebenfalls Projekte geplant. Die Aufgabe bleibt stets gleich: "Ein Schreibgerät misst dreizehneinhalb, vielleicht vierzehn Zentimeter", sagt Rösner. "Auf dieser Länge müssen Sie eine ausdrucksstarke Form finden, die etwas in sich trägt, das noch nicht da war, das eine neue Interpretation liefert."
Und dabei ein typischer Lamy bleibt. Dass dies immer wieder gelingt, darin liegt für Ralph Wiegmann, Geschäftsführer der International Forum Design GmbH in Hannover, das Besondere. "Sie können sämtliche Produkte nehmen: Jeden Füllfederhalter, Kugelschreiber, Tintenroller oder Bleistift wird man seiner Lamy-Familie auch ohne Logo zuordnen können." Den Juroren der jährlichen IF Awards stelle man für ihre Notizen stets Kulis von Lamy zur Verfügung - und erhalte die Stifte nur selten zurück. "Lamy verkörpert in einer Zeit, die schnelllebig ist und viel blasses Zeug auf den Markt wirft, einen Wert", sagt Wiegmann.
Gutes Design bewege sich im Spannungsfeld von Identität und Differenz, sagt Professor Peter Zec, geschäftsführender Vorstand beim Design Zentrum Nordrhein Westfalen in Essen, das den renommierten Red-dot-Preis vergibt. "Daraus in den Produkten eine Symbiose zu bilden schafft Lamy immer wieder mit Bravour." Hinzu kämen Zeitlosigkeit und Langlebigkeit. So benutze er täglich seinen Lamy "persona", einen damals 400 Mark teuren Füller, den ihm seine Frau 1993 zum Geburtstag geschenkt habe.
Doch das beste Image hilft wenig, wenn Menschen nicht mit der Hand schreiben. Weshalb sich Lamy dort engagiert, wo dies zum ersten Mal geschieht: in der Schule. Schülern ist es nicht egal, welchen Füller sie benutzen. Schon für sie zählt die Marke (ihre Eltern aus der Pelikan-oder-Geha-Generation waren da nicht anders). Lamy hat für sein Anfänger-Modell "abc" Holz und wahlweise roten oder blauen Kunststoff gewählt - Materialien und Farben, die Kindern vom Spielzeug vertraut sind. Und im Showroom steht eine kleine rote Stuhl-Tisch-Kombination, wie sie auch im Fachhandel postiert ist, passend für Sechsjährige, die daran ihr neues Schreibgerät ausprobieren können. "Wir wollen, dass Kinder sich als mündige Kunden ernst genommen fühlen", sagt Rösner. 3
Selbstverständlich werden sie schon bald SMS, E-Mails und Chat-Nachrichten schreiben, also auf Tasten und Tastaturen drücken. Aber der erste Lamy soll in so guter Erinnerung bleiben, dass alles Handschriftliche auch künftig mit einem Produkt aus Heidelberg erledigt wird. Die Menge an Handgeschriebenem, das ist Rösner klar, geht zurück, aber gerade deshalb steige seine Bedeutung. "Außerdem sehe ich dann plötzlich in Südamerika, wie viel dort noch mit der Hand geschrieben wird. Oder ich treffe auf Reisen Jugendliche, die mit ihrem Moleskine unterwegs sind und darin alles festhalten, was sie erleben."
Das Gerät, mit dem sich Handgeschriebenes am individuellsten ausdrücken lässt, verkauft Lamy am meisten: Füller. Die Fertigung der Federn nennt Marketing-Mitarbeiter Koob das "Herzstück der Produktion", das er bei einer Werksführung besonders gern demonstriert. Mehr als 20 Arbeitsschritte sind nötig, eine Feder herzustellen, davon viele, die keine Maschine leisten kann, weil eine feinfühlige Hand, ein scharfes Auge gefragt sind. Aus einem schmalen Metallband, das durch Walzen die gewünschte Dicke erhält, wird eine Rohform gestanzt. Anschließend stanzt man das sogenannte Herzloch aus und prägt das Firmenlogo ein, danach wird die Form gerundet. Jetzt kann an die Spitze das sogenannte Federkorn angeschweißt werden. Die kleine Kugel besteht aus einer extrem harten Iridium-Legierung und stellt den Kontakt zum Papier her. Auf sie kommt es an: Ihre Form entscheidet, wie breit der Strich wird und ob Schreiber und Schreibgerät harmonieren. Die meisten kommen mit einer mittleren Stärke zurecht. Wer aber klein und eng schreibt, wählt ein feines oder extrafeines Federkorn. Wer sein Handgelenk beim Schreiben stark abwinkelt, dem erleichtert eine Feder mit abgeschrägtem Korn das Dahingleiten auf dem Papier. "Wir bieten mindestens vier, für die meisten Modelle sechs, bei manchen sogar neun verschiedene Stärken an", sagt Oliver Koob. "Und jedem Füller liegt ein Gutschein bei. Ist die Feder noch nicht die richtige, tauscht sie jeder Lamy-Händler kostenlos um."
Pop-orange: neue Ideen für neue Kunden
Im nächsten Schritt wird die Feder mit einer haardünnen Diamantscheibe von der Spitze bis zum Herz aufgeschlitzt. Anschließend wandert sie durch drei Behälter, in denen sie in Walnussgranulat gewälzt und dadurch entgratet und poliert wird. Zum Schluss durchläuft sie ein fünfstufiges Reinigungsbad, bevor ein Mitarbeiter der Endkontrolle sie ein letztes Mal vor seine Lupe hält und auf Kratzspuren und Druckstellen prüft. Fertig? Nein, erst wenn auch die Schreibprobe bestanden ist, darf die Feder die Fertigung verlassen. Beim Großteil der Stahlfedern geschieht dies maschinell, aber 15 Prozent jeder Charge werden zur Sicherheit auch per Hand eingeschrieben. Goldfedern sowieso, jede einzeln.
Der 72-jährige Manfred Lamy, der noch an drei Vormittagen pro Woche ins Haus kommt, erlebt mit, wie seine Maßstäbe und Werte weiter gelten. Auch wenn es nicht die einzige Aufgabe seines Nachfolgers sein kann, die Kontinuität sicherzustellen. Bernhard Rösner geht deshalb neue Wege. Die führen zum Beispiel nach China, wo er ein Netz von Lamy-Shops aufbauen möchte, weil es dort keinen klassischen Fachhandel gibt. Oder er schließt unerwartete Kooperationen: Der limitierte Jugend-Füller "safari orange" leuchtet im selben Farbton wie die neu belebte Kultmarke der Siebziger, Creme 21 - Lamy in Pop.
Und die Krise? "Mir ist nicht bange", sagt Rösner. "Wir sind komplett eigenfinanziert, haben keine Banken im Unternehmen." Im Übrigen leide auch Japan, Lamys wichtigster außereuropäischer Markt, unter der Weltwirtschaftslage - trotzdem werde man dort dieses Jahr wieder ein zweistelliges Plus machen. Reagiert hat Lamy dennoch: Seit April wird länger gearbeitet, 38 statt bisher 35 Stunden, ohne Lohnausgleich. Im Gegenzug hat der Chef jedem eine Jobgarantie bis 2011 gegeben. Er sei überzeugt, dass man mit derselben Mannschaft deutlich mehr leisten könne, sagt er. Den Mitarbeitern viel abverlangen - viel Wertschätzung und Sicherheit zurückgeben, das ist seine Überzeugung. Die passt zu einem Unternehmen, das Fluktuation nicht gewohnt ist, geschweige denn Entlassungen. "Ich erlebe ständig 25- und 40-jährige Jubiläen. Wer einmal bei Lamy ist, bleibt bis zur Pensionierung."
Und wie Rösner das sagt, klingt es, als wolle er in diesem Zusammenhang keine Ausnahme sein.-
An ihren Stiften sollt ihr sie erkennen
Der Schreibgeräte-Markt in Deutschland ist stark segmentiert. Lamy ist nach eigenen Angaben Marktführer unter den designorientierten Herstellern. Montblanc aus Hamburg mit seinen handgefertigten Füllfederhaltern ist der wichtigste Luxus-Produzent und hat sein Produktportfolio in den vergangenen Jahren außerdem um Uhren, Lederwaren, Schmuck, Brillen und Düfte erweitert. Das französische Unternehmen Bic produziert im Niedrigpreis-Sektor nicht allein Kugelschreiber, sondern auch Feuerzeuge und Einweg-Rasierer. Die in Hannover und der Schweiz ansässige Pelikan AG ist traditionell stark in Schulen vertreten; das breite Sortiment reicht allerdings vom Edel-Füllhalter bis zur Druckerpatrone.
Das Unternehmen Faber-Castell fertigt in Stein bei Nürnberg zwei Milliarden Blei- und Farbstifte jährlich und beschäftigt weltweit 7000 Mitarbeiter. Auch die fränkischen Traditionsfirmen Schwan-Stabilo (3300 Mitarbeiter) und Staedtler (2500 Mitarbeiter) agieren heute als internationale Unternehmensgruppen. Die Zahl der Arbeitsplätze in dieser Branche liegt hierzulande laut Manfred Meller vom Schreibgerätehersteller-Verband ISZ in Nürnberg bei rund 5000.
