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brand eins 05/2011 - Wirtschaftsgeschichte

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Geschäfte in der Pinte

Lloyd's of London ist die größte Versicherungsbörse der Welt. Entstanden aus einem Café, in dem Seeleute von ihren Abenteuern berichteten.

- Ein Gastwirt soll für das Wohl seiner Gäste sorgen: Die sollen gut essen und trinken und etwas erleben. Auch Edward Lloyd, dessen Kaffeehaus in der Londoner City zum ersten Mal 1688 urkundliche Erwähnung fand, war um seine Kundschaft bemüht. Lloyd's Coffee House war die bevorzugte Adresse von Kapitänen, Schiffsbesitzern und Händlern. Wer zur See fuhr, der kehrte bei Lloyd ein. So wurde die enge Pinte zu einer Nachrichtenbörse für all diejenigen, die um die Welt segelten. Denn Neuigkeiten gab es bei Lloyd's.

Wo sich Reeder und Kapitäne trafen, kamen bald auch Versicherungsvertreter dazu. Das war viel bequemer, als von Büro zu Büro zu laufen. Das Geschäft lief so: Wohlhabende Herren der Londoner Gesellschaft waren bereit, gegen eine Gebühr für die Risiken der Seefahrt zu bürgen. Sie schlossen sich zu Gruppen zusammen, versicherten Schiffe und deren Ladungen. Gemeinsam teilten sie sich die Prämien und das Risiko. Die Schadenssumme, die jeder Versicherer im schlimmsten Fall übernehmen musste, wurde in einer Police notiert.

Immer zahlreicher kamen die Gäste zu Edward Lloyd, sodass der schließlich größere Räume in der Lombard Street beziehen musste. Um dort seinen Gästen noch mehr zu bieten, heuerte er in den wichtigsten Häfen der Welt Kundschafter an, die Informationen über Schiffsbewegungen lieferten, damit seine Kunden ihre Risiken besser abschätzen konnten.

Nur im Jahr 1805 kamen sie schwer in die Bredouille: Vor der Schlacht bei Trafalgar versicherten sie ausgerechnet die spanische Armada, den Gegner also. Durch den Sieg ihres Landsmannes Lord Nelson über die Spanier verloren sie viel Geld. Ehrensache: Sie kamen trotzdem für den Schaden des Feindes auf - und stifteten dann Nelson eine Gedenktafel.-


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