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brand eins 04/2011 - LESERBRIEFE
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brand eins 03/2011 Das Null-Bock-Rätsel
Rasmus Helt, Hamburg
Die schizophrene Situation, dass Menschen immer noch ihre Leistung abrufen, obwohl sie innerlich bereits gekündigt haben, basiert vor allem darauf, dass ein gegenteiliges Verhalten erhebliche Risiken zur Folge hätte. Etwa die Kündigung und die damit in vielen Fällen heutzutage nicht gerade einfache Suche nach einer ähnlich hoch entlohnten Tätigkeit. Zumal sich die postmoderne Dienstleistungsgesellschaft insbesondere in Deutschland dadurch auszeichnet, dass gute Beschäftigungsverhältnisse zunehmend durch prekäre ersetzt werden.
brand eins 03/2011 Wir sind so frei
Manja Blankenhagel, Dresden
Der Beitrag enthält einen Absatz darüber, dass es volkswirtschaftlich sinnvoll scheine, wenn Mütter wieder arbeiten gehen, anstatt bei ihren Kindern zu bleiben. Wenn ich so etwas lese, bekomme ich mittlerweile Wut - denn "volkswirtschaftlich" bezeichnet hier wirklich nur die Geldströme, die wir Frauen ins Steuer- und Sozialsystem einbringen.
In solchen Berechnungen geht nicht ein, dass die Nähe zur Mutter/ Familie eine Grundlage für das psychisch gesunde Aufwachsen eines Kindes ist und sehr viele soziale Kompetenzen hervorbringt, die absolute Grundvoraussetzungen für eine funktionierende Gesellschaft sind. Die Möglichkeit, nach drei Jahren wieder ohne Karriereknick einsteigen zu können oder als Hausfrau (auch finanziell) anerkannt zu werden - das sind Punkte, über die man nachdenken sollte und die uns "volkswirtschaftlich" um einiges weiterbrächten. Denn unsere Kinder sind es, die später die Gesellschaft gestalten.
brand eins 03/2011 "Alle sehen gleich aus"
Jens Edler, Bielefeld
Vielen Dank für das Interview mit Rainald Grebe. Er bringt es echt auf den Punkt, wenn auch noch relativ zurückhaltend. Ich beobachte mich zuweilen auch dabei, zu der "neuen Mitte" gehören, ein anderes, offeneres Weltbild leben zu wollen. Bei genauerer Betrachtung muss man aber erkennen, dass die schwarz-grüne "neue Mitte" in Wirklichkeit mehr schwarz denn grün ist, ja, fast schon spießiger als unsere Elterngeneration. Von Individualismus ist, entgegen allen Bekundungen, nichts zu sehen. Alle machen das Gleiche. Alle tragen das Gleiche. Wer nicht dem Muster entspricht, wird mit abschätzigen Blicken bedacht. Vielen Dank, dass ihr mir mit dem Artikel die Augen geöffnet habt. Zum Glück wohne ich nicht in Berlin, sondern in Bielefeld und kann jetzt in Ruhe spießig leben, ohne individuell sein zu müssen.
brand eins 01/11 "Mein größer Freiraum ist mein Kopf"
Dirk Peters, Oldenburg
Ein toller Artikel und ein tolles Interview. Gestört hat mich nur der Satz: "Angela Jansen ist einer der drei bis acht Fälle pro 100 000 Einwohner, denen dieser Albtraum widerfährt." Fakt ist: In Deutschland erkrankt - und stirbt - eine von 400 Personen an ALS. Bildlich gesprochen: Im vollbesetzten Stadion von Borussia Dortmund sitzen etwa 150 Menschen, die ALS bekommen werden. Dass es in der offiziellen Statistik "nur" 3 bis 8 Patienten pro 100 000 sind, liegt einfach daran, dass nur die Lebenden gezählt werden; die meisten ALS-Patienten aber sterben nach wenigen Jahren, einige schon nach einigen Monaten.
Mir ist das wichtig, weil ich selber an ALS leide und mich seit längerer Zeit für eine verstärkte Forschung gegen diese Krankheit einsetze (Initiative Therapieforschung ALS). In unseren Diskussionen merken wir immer wieder, dass die Häufigkeit der Krankheit selbst bei Experten massiv unterschätzt wird. Das führt dazu, dass Amyotrophe Lateralsklerose bei der Forschungsförderung nahezu vergessen wird. Obwohl die Chancen für die Entwicklung einer Therapie gar nicht so schlecht stehen, beläuft sich die Fördersumme für Projekte der ALS-Therapieforschung zurzeit auf gerade einmal zirka 250 000 Euro jährlich. Das sind etwa 110 Euro für jeden neu erkrankten Patienten. In den USA übrigens kennt die dort sogenannte Lou Gehrig Disease jedes Schulkind.
