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brand eins 08/2007 - LESERBRIEFE
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brand eins 07/2007 Der Dicke
Joachim Klemm, Hannover
Über "den schönsten Möbelwagen, der je gebaut wurde" einen Bericht in brand eins zu lesen ist eine echte Überraschung. Aber für überraschende Artikel ist brand eins ja immer gut. Übrigens: Als "Youngtimer" erfreut sich der W 140 bei der Mercedes-Sammlergemeinde seit zirka drei Jahren stark wachsender Beliebtheit.
brand eins 07/2007 Ordnung durch Unordnung
Wolfgang Hauger, Leinfelden-Echterdingen
Zu dem Interview mit David Weinberger schreiben Sie: "Märkte sind Konversationen, lautet die simple wie radikale These." Diese These ist nicht neu. Sie ist einer der Grundgedanken der Systemtheorie von Niklas Luhmann. In seinem Buch "Die Wirtschaft der Gesellschaft" heißt es auf Seite 50: "Die Gesellschaft ist ein autopoetisches System auf der Basis von sinnhafter Kommunikation. Sie besteht aus Kommunikation, sie besteht nur aus Kommunikation, sie besteht aus allen Kommunikationen. Sie reproduziert Kommunikation durch Kommunikation." Das Buch stammt aus dem Jahre 1988.
brand eins 07/2007 Fusion im Erdbeerbeet
Erika Oczipka, Köln
Mein Tag war heute alles andere als erbaulich, bis ich brand eins in der Hand hielt. Schon auf Seite 10 waren meine Probleme merklich geschrumpft, auf Seite 12 fiel mir der Wunsch wieder ein, der mir vorgestern verloren gegangen war: Den hässlichen Deutschen möge es nicht mehr geben. Aber schon auf Seite 14 (und weiter bin ich nicht nach fünf Minuten) wurde mein Zwerchfellbruch (laut Vermutung meiner Mutter durch zu viel Lachen verursacht) durch Klaus-Ulrich Moeller noch größer. Egal, der Tag ist gerettet! Glückwunsch zu dieser Fusion!
brand eins 07/2007 Pimp my brand
Martin Faust, Jetzendorf
Sie schreiben: "Ideal wurde 1923 gegründet und stellt Kopfhörer her, die man für Transistorradios brauchte." Ein funktionsfähiger Transistor wurde erst 1947 erfunden. Das erste Transistorradio kam 1954 auf den Markt. Damals gab es Detektorenempfänger.
brand eins 07/2007 Der Goldene Schnitt
Simon Smend, Berlin
Wenn die Welt ein einziges Unternehmen wäre und fair nach dem Goldenen Schnitt entlohnt würde, so kämen bei einem Welt-Sozialprodukt von knapp 66 Billionen US-Dollar auf der untersten Ebene noch immer 7241 Dollar im Jahr heraus. Danke für den spannenden Denkansatz!
brand eins 06/2007 Freude am Sparen
Arnim Dahlen, Hamburg
Sehr schön, sehr aktuell: ein Heft zum Thema Anstand und Kapitalismus. Nicht etwa zu Anstand und Journalismus. Letzterer sollte in der anständigen Form eigentlich nicht Instrument von Unternehmens-PR sein. Das passiert aber offenbar selbst in einem Spitzenmagazin wie brand eins, wo die Klima-Krisen-PR-Texte von BMW schön gepaart mit Seitenhieben auf echte und vermeintliche Gegner eins zu eins Eingang in die scheinbar kritische Berichterstattung finden. Und das ist dann weniger schön.
brand eins 06/2007 Das Konto für Mittellose
Name ist der Redaktion bekannt
Die erste Bank verdient zu viel Geld und gründet eine zweite Bank für Leute, die sie in der ersten Bank nicht mehr sehen will. In der zweiten Bank dürfen sich die Kunden dann ein paar Jahre später mittels guter Kontoführung und sofern sie genug Geld verdienen wieder für die erste Bank empfehlen. Hier wird ein im Bankwesen naturgemäß tief verwurzeltes Klassendenken ausgelebt, welches sich auch noch unverhohlen in der Namensgebung ausdrückt. Unliebsame Kundschaft wird aussortiert und die Belegschaft ausgenutzt, indem sie vor den Sozialkarren gespannt wird. Ich finde das weder mutig noch nachahmenswert. Es darf keine Sozialbanken und daraus resultierend zweitklassige Bankverbindungen geben. Jede Bank kann schwache Kunden aushalten und sollte dazu notfalls gesetzlich verpflichtet werden; Sparkassen aufgrund ihres Status in besonderer Weise.
Ich selbst habe 2002 Privatinsolvenz angemeldet und wurde von der Sparkasse gekündigt. Nun bin ich Kunde bei der Postbank. Die Postbank lehnte mich zunächst auch ab, worauf ich die Bank auf die Empfehlung des Zentralen Kreditausschusses verwies und mit Klage drohte. Eine Woche später erhielt ich ein Konto auf Guthabenbasis.
brand eins 06/2007 Abzocke leicht gemacht
Paul Grimm, Hamburg
Dieser Artikel beschreibt aktuelle Machenschaften der Anwälte sehr gut. Nachdem jetzt wahrscheinlich ein kurzes Aufatmen durch die Branche der Online-Elektrohändler ging, nachdem Media Markt bekannt gegeben hat, die Zusammenarbeit mit dem sehr abmahnfreudigen Anwalt Joachim Steinhöfel zu beenden, springen leider ständig neue Anwälte wieder auf den Zug auf. Diese hängen sich dann gern an sehr fragwürdigen EU-Verordnungen auf, die weder der Kunde noch der Händler immer komplett überblicken kann.
Ein Beispiel dafür ist die verpflichtende Angabe des durchschnittlichen Jahresverbrauchs an Wasser und Energie beim Verkauf einer Waschmaschine, welche von irgendjemanden in der EU auf genau 200 Waschladungen Baumwolle à 60 Grad Celsius festgelegt wurde. Diese kostet den Händler nicht nur Kraft, sondern leider auch Geld, was natürlich dann in höhere Preise für den Endkunden mündet. Mir ist immer wieder ein Rätsel, warum unter "ehrlichen" Kaufleuten solch ein unrühmliches Verhalten an den Tag gelegt werden muss. Auch wenn ich nicht aus der gestandenen Generation von Kaufleuten stamme, bin ich doch mit der Prämisse aufgewachsen, dass man sich unter Kaufleuten anruft und so im ersten Schritt versucht, ein Problem einfach aus der Welt zu schaffen.
brand eins 05/2007 Die Wegbereiter
Dieter Hofmann, Wuppertal
Die Wuppertal-Bewegung hat es geschafft, eine beeindruckende Spendensumme zu akquirieren. Noch beeindruckender ist jedoch das bürgerschaftliche Engagement, das sie mit dem Projekt entfacht hat. Da verwundert die Aussage von Carsten Gerhardt doch sehr, dass man das Projekt in die Hände der Stadt übergeben wolle. Bei allem Respekt vor der geballten Kompetenz der Wuppertaler Stadtverwaltung, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass das Stadtentwicklungsprojekt Nordbahntrasse so optimal vorangetrieben werden kann. Mit der Errichtung des Fuß- und Radweges fängt die Entwicklung doch erst richtig an!
Die wichtigste Ressource Wuppertals liegt in den Köpfen ihrer Bürger. Dieses Wissen sollte für die Entwicklung der Trasse dauerhaft gesichert werden. Die Frage ist: Gibt es eine Unternehmensform, die privatrechtliche Unternehmensführung mit kommunaler Eigenverantwortung und Bürgerengagement kombiniert? Die Antwort lautet: Public Citizen Partnership in der Rechtsform der Genossenschaft. Hier nehmen Bürger und Kommunen ihre Angelegenheiten gemeinsam in die Hand. Ziel ist es, ehrenamtliches und damit kostengünstiges Bürgerengagement sowie Bürgerkapital zu aktivieren beziehungsweise althergebrachte Verwaltungsabläufe kritisch zu überdenken und gegebenenfalls gemeinsam kostengünstiger zu organisieren.
Für diese Aufgaben bietet die Privatrechtsform der Genossenschaft eine der Kommune strukturell verwandte, zugleich aber flexiblere und vor allem betriebswirtschaftlich ausgerichtete Organisationsplattform. Die Genossenschaft könnte sowohl die Trägerschaft als auch den Betrieb der Trasse übernehmen und sie mit vielfältigen Projekten und Veranstaltungen zu einer wahren Lebensader, einem Kraftzentrum der Stadt entwickeln, das weit über die Grenzen Wuppertals hinausstrahlt.
brand eins allgemein
Carolin, per E-Mail aus Cambridge
Schade, dass brand eins kein Typ ist. Intelligent und attraktiv, stylisch, aber nicht gestylt. Weltgewandt. Mit dem Blick für das Wesentliche und mit einer Schwäche für das Unwesentliche. Humorvoll, tiefsinnig und immer unterhaltend. Intellektuell und kreativ, mit sozialem Verstand, aber gar nicht öko. Sympathisch elitär. Schade eigentlich, er wäre genau mein Typ.
