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brand eins 06/2010 - LESERBRIEFE

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brand eins 05/2010 Schwerpunkt Irrationalität
Alexander Leonhardt, Düsseldorf

Für diesen Schwerpunkt möchte ich Ihnen aus tiefstem Herzen danken. Wenn mir die finanziellen Mittel zur Verfügung stünden, würde ich den Satz aus der Einleitung zur Kopfpauschale: "Das ist rational, logisch, vernünftig. Mit anderen Worten: in Deutschland unmöglich", als Mega-Poster auf Hunderten Quadratmeter Fläche ausdrucken und in allen wichtigen Großstädten an die markanten Hochhäuser hängen lassen. Der Satz bringt dermaßen fantastisch auf den Punkt, wo das Problem in unserem Land liegt, dass ich gleichzeitig lachen und weinen kann.

brand eins 05/2010 Gute Frage: Service-Wüste
Martin Schwemmle, Bad Liebenzell

In dem gelungenen Artikel über die Service-Wüste Deutschland heißt es: "Die Deutschen sind gar nicht so miesepetrig. Selbst jene, die einen triftigen Grund zur Klage (...) hätten, beschweren sich in weniger als der Hälfte der Fälle." Das ist grundsätzlich eine erfreuliche Entwicklung. Wie so oft, gibt es jedoch noch eine andere Seite der Medaille. Zahlreiche Studien (die prominenteste wohl Goodman 1989) konnten zeigen, dass Kunden, die sich beschweren, eine höhere Loyalitätsrate aufweisen. Und das sogar unabhängig davon, ob die Beschwerde zufriedenstellend gelöst wurde oder nicht. Heißt also - überspitzt formuliert: Lieber einen bruddeligen Kunden, der wieder bei mir kauft, als einen, der seinen Frust runterschluckt und zur Konkurrenz geht.

brand eins 05/2010 Die Wohlfühl-Utopie
Christian Klant, Köln

Die Farbe CSR wird nicht mehr so häufig getragen? Bei mehr als 150 Interviews mit deutschsprachigen Unternehmen für eine CSR-Studie mit der Uni Bayreuth kommt Nachhaltigkeit nur als untergeordneter Begriff in den Gesprächen vor. Ganz oben steht CR auf dem Treppchen. Dann verbrennt sich auch keiner die Finger an dem schwierigen S (wie social) in der Mitte; vor allem nicht die großen Dax-Konzerne. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Farbe Nachhaltigkeit nicht tragenswert wäre. Aber bei allen genannten Fehlanwendungen scheint deutlich zu werden, dass der Begriff trotz des tatsächlichen Tiefgangs wohl zu einfach ist. Das führt dann zu "nachhaltigen" Fehlinterpretationen.

brand eins 05/2010 Welt in Zahlen
Manfred Nowak, Frankfurt am Main

Immer wieder erstaunlich sind die Angaben in der "Welt in Zahlen". Nach der ersten Verwunderung frage ich mich aber oft, ob das wohl auch stimmt? Aus welcher Quelle stammen die Daten? So wird beispielsweise in der Mai-Ausgabe der Anteil der Erdoberfläche, die von im Meer treibendem Plastikmüll bedeckt ist, mit 25 Prozent angegeben. Das kommt mir unglaublich hoch vor. Ist das korrekt, und wer ermittelte diesen Wert?

Anm. der Redaktion: Bis vor drei Jahren hatten wir auf der Seite eine Fußnote: "Alle Zahlen stammen aus deutschen und internationalen Medien sowie anderen Quellen." Inzwischen werden alle Zahlen von unserer Dokumentation verifiziert und dann mit anderen, oft dazu recherchierten Zahlen ergänzt. Beim Plastikmüll war unsere Quelle die gemeinnützige Algalita Marine Research Foundation in Long Beach, Kalifornien (www.algalita.org/about-us.html). Die Studie zu "Plastik Ocean: The Great Pacific Garbage Patch" steht unter: www.cdnn.info/news/article/a071104.html. Danach umfassen die mit Plastikmüll belasteten Gebiete rund 40 Prozent der Ozeane, was 25 Prozent der Erdoberfläche entspricht. Die Wald-Zahl ist dem "Global Forest Resources Assessment 2005" der FAO entnommen.

brand eins 05/2010 Korrektur

Im Glossar zum Beitrag "Woher nehmen wir nur die Energie?" haben wir 1 Gigatonne mit 1000 Milliarden gleichgesetzt - ein Fehler, den wir bedauern. Selbstverständlich muss es heißen: 1 Gigatonne SKE = 1000 Millionen Tonnen SKE.

brand eins 04/2010 Die Rache der Nerds
Stefan Schneider, Düsseldorf

Wir wollen nur, dass Dinge gut funktionieren. Weil sie aus sich selbst und der Natur der Dinge richtig und vernünftig sind. Nicht, weil wir das gerade so wollen, weil es gerade politisch korrekt ist. Oder gibt es Naturgesetze, komplexe Wirtschafts- und Sozialdynamiken, die nach Gusto so funktionieren, wie es heute gerade erwünscht ist? Auf Feuilletonpapier kann man auch inkonsistente Behauptungen zu Weltkonzepten schönschreiben. Da tut sich der Physiker mit seinem kleinen Experiment leider viel schwerer. Das will einfach nicht so funktionieren, wie man das vorher schön und (hoffentlich nicht zu vollmundig) konzipiert hat. Da kommt kein Macht- und Herrschaftswahn auf.


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