Inhalt
brand eins 04/2009 - WAS WIRTSCHAFT TREIBT
Die Körner-Connection 
Vor knapp 30 Jahren erfand Willi Pfannenschwarz hochwertige Biomüslis. Er ist Überzeugungstäter.
Seit zwei Jahren machen ihm drei Jungunternehmer aus Passau im Internet Konkurrenz. Sie sind Pragmatiker.
Die Geschichte einer Vater-Sohn-Beziehung.
- Im Juli 2008 fahren Max Wittrock, 26, Hubertus Bessau, 28, und Philipp Kraiss, 28, in ihrem olivgrünen Mercedes Kombi, Spitzname Panzer, über die Autobahn, als die Radaufhängung bricht. Auf dem Tachometer des Wagens stehen 380 000 Kilometer; mit dem Tempo der drei kann er nicht mehr mithalten.
Bis dahin hat er treue Dienste geleistet. Seit April 2007 verkaufen die drei auf ihrer Internetseite Mymuesli.com jedem Kunden genau das Müsli, das er haben möchte: individuell gemischt aus Haferflocken, Nüssen und Trockenfrüchten, insgesamt 70 Zutaten, für knapp vier Euro Basispreis pro Dose. Zu Beginn ist eine Wohnung die Produktionsstätte und der Panzer das Transportfahrzeug. Kaum mehr als ein Jahr nach dem Start zieht Mymuesli in eine geräumige Halle um und eröffnet eine zweite Produktion in der Schweiz; auf dem Rückweg von dort gibt der Panzer auf. Sein Ende markiert den Wendepunkt: Aus Mymuesli, der Idee dreier Studenten, ist ein Unternehmen geworden.
Noch zwei Jahre zuvor hatten sie in einer Küche in der Altstadt von Passau gesessen, einem Ort mit 50 000 Einwohnern, in dem das Leben in der Regel so ruhig vor sich hin fließt wie der Inn, der sich durch die Stadt schlängelt. Hubertus Bessau und Philipp Kraiss kennen sich seit dem ersten Tag ihres Wirtschaftsstudiums. Gemeinsam mit dem Jurastudenten Max Wittrock testeten sie in ihrer WG die ersten Zutaten. Sollen Ananasstückchen und Datteln ins Sortiment? Wie viele verschiedene Flockensorten brauchen wir? Und, die Gretchenfrage, wie halten wir's mit der Rosine? Denn vor allem deren hoher Anteil in herkömmlicher Ware hatte die passionierten Vollwertverkoster schon immer gestört. Eine Studie der Stiftung Warentest belegt ihren Eindruck. 2006 probierten die Prüfer 22 Müslis und kamen zum Ergebnis: In mehr als jedem zweiten Produkt dominiert der Geschmack getrockneter Weinbeeren, andere auf der Packung angegebenen Früchte sind dagegen oft nur in kaum wahrnehmbaren Dosen enthalten.
Dass es sich die drei Passauer zur Aufgabe machten, diesem Missstand ein Ende zu setzen, hatte aber weniger mit missionarischem Eifer zu tun als vielmehr damit, dass sie eine eigene Firma gründen wollten. "Der erste Impuls war, unternehmerisch tätig zu sein", sagt Bessau. "Und dann haben wir nach der besten Geschäftsidee gesucht." Das Müsli, das man sich im Internet nach eigenem Geschmack zusammenstellen kann, war zunächst nur eine von vielen. Bis sie eines Tages in ihrem Panzer auf dem Weg zum Badesee waren.
Im Radio lief Werbung für Seitenbacher, den Pionier für vollwertiges Frühstück. Dessen Hörfunk-Spots werden vor allem von Sendern in Süddeutschland ausgestrahlt. Darin preist ein Schwabe voller Inbrunst Müslis an, die "Sinnestraum" heißen oder "Feel-Good-Mix Nummer sieben-drei-acht", umrahmt von E-Gitarren und der Stimme eines kleinen Mädchens, das "lecker, lecker, lecker" jauchzt. Wer Werbung von Seitenbacher hört, mag manchmal glauben, im Odenwald werden Müslis mit psychedelischen Stoffen versetzt. Die Spots teilen ihr Publikum in zwei Hälften: Die eine mag Seitenbacher gerade wegen seiner kauzigen Werbung, die andere wechselt den Sender. Die drei Studenten aus Passau gehörten zur zweiten Gruppe. Als sie am Abend zu Hause angekommen waren, stand ihr Plan deshalb fest: Bei uns sollen die Kunden entscheiden können, was sie lecker finden. So wurden sie noch während ihres Studiums selbst zu Pionieren - sie gehörten zu den Ersten in Deutschland, die das Konzept des Customized Food im Internet umsetzten. Ihre Abschlüsse schafften sie allesamt noch nebenbei.
Der Mann, dessen Stimme durch die Spots bekannt geworden ist, heißt Willi Pfannenschwarz. Vor 30 Jahren hat er die Firma Seitenbacher gegründet, er spricht die Werbung bis heute gegen alle gut gemeinten Ratschläge selbst. Ohne sich zu kennen, ist das Verhältnis zwischen den drei Jungunternehmern und Pfannenschwarz wie das zwischen Söhnen und ihrem Vater: Sie haben Respekt vor seiner Leistung, halten ihn und das, was er macht, aber nicht mehr für zeitgemäß.
Mit der gleichen Haltung hat auch Pfannenschwarz mal begonnen und im Alter von 26 Jahren mit der Seitenbacher GmbH Naturkost einen neuen Markt erschlossen. Der Sohn eines Müllers war überzeugt davon, dass es die Menschen krank macht, wenn man all die Nährstoffe aus dem Mehl heraussiebt, bevor man es blütenweiß verkauft. Er wollte lieber Vollkornmüslis produzieren, konnte seinen Vater aber nicht dazu bewegen, sich ihm anzuschließen. Also beschloss er, es auf eigene Faust zu versuchen.
"Ich komme aus der Hippiezeit und habe gedacht, ich müsste die Welt verbessern", so der 54-jährige Schwabe, der als Jugendlicher in einer Hardrock-Band Gitarre spielte. Aus dieser Zeit hat nicht nur seine Lust überdauert, die Menschen davon abzuhalten, sich krank zu essen, sondern auch seine Frisur: Seine blauschwarz gefärbten Haare reichen ihm immer noch bis zu den Schultern.
1980 verließ er die Mühle und gründete seine eigene Firma, benannt nach dem Seitenbach, der durch seinen Heimatort Waldenbuch fließt - und musste erkennen, dass die Welt von ihm zunächst gar nicht verändert werden wollte. Auf einer Nahrungsmittelmesse in Köln liefen die Besucher an seinen Müslis vorbei; weil er selbst davon Magengrimmen bekam, brachte man ihn ins Krankenhaus. Doch Pfannenschwarz blieb hartnäckig, verließ die Klinik und kehrte zurück an seinen Stand. Er sei der Beweis dafür, dass es möglich sei, bei absolut null anzufangen und ein Unternehmen aufzubauen, hat er einmal gesagt. Heute beschäftigt er 140 Mitarbeiter, sein Sortiment umfasst 270 Produkte, von Suppen bis zu Backmischungen und Vollkornnudeln. Bekannt aber ist die Firma aus Buchen im Odenwald immer noch vor allem wegen ihrer Müslis, die in Supermärkten und Bioläden verkauft werden, für fünf Euro pro Tüte. Wer in seine Gesundheit investieren möchte, muss auch bereit sein, Geld auszugeben - das ist die Botschaft des Unternehmers.
Pfannenschwarz weiß allein, was gut für seine Firma ist. Die Mymueslis lassen sich helfen
Gern wüsste man deshalb, wie er über die drei Passauer denkt, die ganz ähnlich wirtschaften wie er. Auch sie setzen auf Bio und Qualität. Ein Jahr nach dem Start haben sie sich deshalb dem Verband Biokreis mit Sitz in Passau angeschlossen, der Öko-Bauern aus der Region mit Verwertern zusammenbringt. Doch über die junge Konkurrenz möchte Pfannenschwarz nicht sprechen. Ein bereits vereinbartes Treffen lässt er von seiner Assistentin wieder absagen, als er erfährt, dass Seitenbacher mit Mymuesli verglichen werden soll. In seiner Weigerung, sich mit der Konkurrenz auseinanderzusetzen, steckt wohl sein wesentlicher Charakterzug: Pfannenschwarz weiß, was das Beste für seine Firma ist. Was andere über ihn denken und schreiben, interessiert ihn nicht. So hat er es schon immer gehalten. Und genau darin liegt der größte Unterschied zwischen dem Alten in Buchen und den Jungen in Passau. Da ist eine Generation am Werk, bei der Transparenz zum Geschäftsprinzip gehört.
Als ihre Website am 30. April 2007 online ging, schrieb Hubertus Bessau im dazugehörenden Blog: "Wir wissen einfach nicht, was uns erwartet, und müssen sicherlich noch einige Abläufe optimieren. Das eine oder andere wird auch schiefgehen, deshalb hoffen wir in den ersten Wochen auf eure Unterstützung und euer Verständnis, falls es mal einen Tag länger dauert oder sich die Website komisch verhält. Wir sind für Feedback jeder Art dankbar. Was funktioniert nicht? Was könnten wir besser machen? Sagt es uns! " Seitdem gilt die Devise: Wenn wir nicht mehr weiterkommen, fragen wir jemanden, der es besser weiß.
Drei Monate später war es so weit: In der Vorbereitungsphase hatten die drei entschieden, das Müsli in runden Dosen zu verkaufen, weiß, mit einer Aufschrift in Gelb und Magenta. Weil die Post für den Versand aber eine sogenannte Rollenservicemarke verlangt hätte, steckten sie die Dosen in Standardkartons, sodass trotz Polstermaterials das Müsli am Ende in verbeulten Packungen ankam. Neue Kartons mussten her.
Eine kurze Suche bei Google ergab einen Stückpreis von knapp zwei Euro; der war nicht zu bezahlen. Also fragte Bessau im Blog: "Kennt von euch jemand Hersteller, bei denen es sich lohnt anzufragen?" Es trudelte Tipp um Tipp ein. Nach wenigen Stunden schrieb jemand, die drei sollten es mal auf einer Website probieren, auf der jeder nach der für ihn besten Verpackung suchen könne. So fanden sie über Umwege einen Kartonageproduzenten aus der Region, der seitdem die passgenauen Kisten liefert. "Es war so cool, mitanzusehen, wie der Crowd-Sourcing-Effekt funktioniert hat", sagt Max Wittrock. Von Beginn an ist das Online-Tagebuch damit eines der wichtigsten Instrumente gewesen: Es stellt eine Verbindung zwischen dem Unternehmen und seiner Kundschaft her, die keine andere Marketing- oder Werbemaßnahme erreichen könnte. Und davon haben beide etwas: Bessau, Wittrock und Kraiss können das Wissen einer großen Masse abfragen. Und die Leser haben das Gefühl, an der Entwicklung von Mymuesli aktiv teilzuhaben.
Max Wittrock und Hubertus Bessau sitzen im schmucklosen Konferenzraum im ersten Stock eines quaderförmigen Zweckbaus am Stadtrand von Passau, während sie diese Episode erzählen. Das Panoramafenster gibt den Blick frei auf den im Nebel liegenden Wald. Betritt man den Raum, läuft man unter einem an die Wand gemalten Logo eines Wildfleischproduzenten durch die Tür. Es ist ein von Eichenblättern umrahmter Schriftzug: "WILD - Des Waidmanns edle Ernte". Früher wurde in diesem Zimmer über Preise für Hirsch- und Rehfleisch verhandelt, das in der Halle darunter verarbeitet wurde.
Dort stehen zu diesem Zeitpunkt etwa 15 Teilzeitangestellte, Hausfrauen auf 400-Euro-Basis und Studenten, und mischen Müsli. Die Mymuesli-Website mag mit ihren frischen Farben und den locker formulierten Texten noch immer den Eindruck machen, als kämen die Dosen direkt aus der WG-Küche, doch hinter den Kulissen hat sich der Betrieb professionalisiert. Bessau kümmert sich um die Website, Wittrock ums Marketing, Kraiss organisiert den Einkauf und regelt die Finanzen, im Moment ist er wieder in der Schweiz. Mit der Produktion selbst haben sie nur noch zu tun, wenn ihre Mitarbeiter mit dem Abarbeiten der Bestellungen nicht hinterherkommen.
Ins Gewerbegebiet sind sie im November 2007 gezogen, weil die WG in der Altstadt aus allen Nähten platzte. Jetzt hat Mymuesli zwar eine eigene Produktionshalle und fünf Büros, doch auch hier spürt man noch etwas vom alten Flair. In dem Raum, in dem Bessau an der Website arbeitet, Wittrock an neuen Marketingideen strickt und Kraiss den Nachschub der Zutaten koordiniert, wimmelt es von Computern, Kabeln und auf dem Boden verteilten Rucksäcken, an den Wänden hängen Fanbriefe -und auch hier gibt es einen Mitbewohner. Mymuesli teilt sich das Gebäude mit einem polnischen Lebensmittellogistiker, der die restlichen Flächen an Büros und in der Halle nutzt.
Bei allen Unterschieden sind sich der Alte und die Jungen in einem einig: PR ist Chefsache
Umso wichtiger ist es jetzt, dass es jemanden gibt, der für Ordnung sorgt, und dafür haben sie keinen weiteren Kommilitonen aus alten Studentenzeiten an Bord geholt, sondern einen Fachmann: Gunter Huber, 42. Er stieß dazu, nachdem er in der lokalen Tageszeitung eine Anzeige gesehen hatte, in der Mymuesli einen Produktionsleiter suchte.
Seine Einstellung steht für den neuen Pragmatismus dieser Gründergeneration, denn zwischen Huber und den drei Gründern gibt es nicht nur einen Altersunterschied. Auf die Frage, welche Müslisorte er selbst am liebsten esse, antwortet er in herzhaftem Bayerisch, er sei eher der Fleisch- und Wurstesser. Und bevor er sich daranmachte, die Abläufe in der Halle zu optimieren, bat er einen alten Freund um Rat: Der arbeitet als Leiter des Schlachthofes im benachbarten Vilshofen.
"Ich muss den Überblick behalten, wer wofür Verantwortung hat", beschreibt Huber seinen Job. "Nur so kann ich dann sagen: Da ist zu viel Hafer drin, hier zu wenig Kokos. Und ich will dann nicht hören: , Weiß ich nicht, war ich nicht.'" Die Lagerarbeiter sind seitdem nur noch verantwortlich dafür, die Papiersäcke in die Halle zu schaffen. Die Mixer stehen jeweils zu zweit in weißen Kitteln und Haarnetzen an einem Tisch, um den sich Regale verteilen, gefüllt mit allen wichtigen Zutaten. Jene, die selten bestellt werden, sind in Wannen in der Hallenmitte untergebracht. Sind die Mischungen komplett, werden die Dosen am Hallenende mit den Bestellzetteln in Kisten gesteckt. Der Etikettierer kümmert sich mithilfe eines Computers um die Adressaufkleber, und ab geht die Post. Bei allem Hang zur Modernität, wie sie sich auf der Website präsentiert, haben die Mymuesli-Gründer begriffen, dass ihre Firma nur bestehen kann, wenn sie auf einem soliden Fundament steht.
Von Hubers Erfahrung profitieren die drei Müslimacher aber nicht nur bei der Produktion. "Man merkt vielen Lieferanten schon an, dass sie Probleme haben, wenn ihnen da jemand mit 28 Jahren gegenübersitzt und über Preise verhandelt", erzählt er, der anfangs selbst skeptisch war, ob er mit diesen jungen Leuten zurechtkommen würde. "Das sind aber alles meine Landsleute, wir sprechen dieselbe Sprache." Deshalb schlägt Huber bei Landwirten und Spediteuren oft Konditionen heraus, die seinen Chefs verwehrt blieben. Seit Kurzem kümmert er sich folglich auch um den Vertrieb in die Hotels im Umland. Damit schlägt er die Brücke zwischen der Welt, die sich Mymuesli durch das Internet erschlossen hat, und der Region um Passau. Produkte von dort landen dank der Müslimacher in ganz Deutschland und der Schweiz und seit Juli 2008 auch in England.
Das zu verkaufen, was andere produzieren - das käme dem Seitenbacher-Chef Pfannenschwarz nicht in den Sinn. Mag seine Firma auch zu einem mittelständischen Unternehmen herangewachsen sein, in dem seine ganze Familie mitarbeitet: Seine Aufgabe sieht er nach wie vor darin, Getreide und andere Rohstoffe zu gesunden Produkten zu verarbeiten. Der Verkauf ist erst der zweite Schritt. Auch heute noch verbringt er deshalb den Großteil seiner Zeit in der Firma. "Ich kann fast alles selbst machen", rühmte er sich einmal. Die Cornflakes-Maschine zum Beispiel hat er konstruiert, die meisten Programme der restlichen Apparate geschrieben.
Nur nachts darf er nicht mehr an die Geräte. Seine Frau hat es ihm verboten, nachdem er sich einmal - allein in der Firma - den Arm gebrochen hatte. Das bedeutet aber nicht, dass er sich seitdem einen Feierabend gönnt. Stattdessen hat er sich zu Hause ein Tonstudio einbauen lassen, für die Produktion der Radiowerbung.
Von seiner Mission, die Menschheit zu gesundem Essen zu bekehren, hat nicht zuletzt er selbst profitiert. Versagte man ihm die Möglichkeit, sich in seiner Firma zu verwirklichen, würde er wohl selbst in kurzer Zeit krank werden. Dafür nimmt er auch gern in Kauf, von anderen belächelt zu werden. Im Gegenteil, er kann auch über sich selbst lachen. Der Gag-Schreiber eines Radiosenders aus dem Südwesten karikiert seit Jahren die Seitenbacher-Spots in einer eigenen Serie, neuerdings sponsert Pfannenschwarz dessen Bühnenshow.
Es ist diese Mischung aus schwäbischer Hartnäckigkeit und Humor, die Seitenbacher zu dem gemacht hat, was es heute ist. Anders hätte Pfannenschwarz wohl nicht durchgehalten: Er wurde zum Unternehmer in einer Zeit, in der er sich mit seiner Idee gegen die ganze Branche stemmen und dafür erst mal einen freien Platz im Regal erkämpfen musste. Der Kampf mit dem Handel dauert bis heute an. "Die behalten bis zu 45 Prozent vom Preis", so seine Klage. Und der werde dann auch noch gedrückt. Seine Konkurrenten aus Bayern hatten es da ungleich leichter: Mit den Möglichkeiten, die das Internet eröffnet hat, brauchten sie zunächst nur eine Idee, einen Computer und eine Datenleitung. Es ist bestimmt nicht nur eine Generationenfrage, dass sich der kauzige Selfmade-Unternehmer nach außen hin abschottet, während die drei Online-Kaufmänner von Beginn an großzügig Einblick in ihre Firma gewährt haben. Wahrscheinlich hat Pfannenschwarz in den drei Jahrzehnten gelernt, dass es nur einen gibt, dem er wirklich vertrauen kann: sich selbst.
Und schließlich hat auch die Offenheit der Jungen ihre Grenzen. Wie Pfannenschwarz wollen sie nicht über die Umsatzzahlen sprechen, und genauso wie er schlagen sie die Angebote von PR-Leuten in den Wind, die mit zunehmender Bekanntheit immer aufdringlicher werden. Viele Agenturen wittern offenbar die Chance, für ein Unternehmen zu arbeiten, das im vergangenen Jahr Auszeichnungen wie den Multimedia-Gründerpreis des Bundeswirtschaftsministeriums gewonnen hat, um damit selbst bekannter zu werden. Seit Kurzem steht deshalb auf der Mymuesli-Website: "Liebe PR-Agenturen, vielen Dank für die vielen E-Mails. Aber wir würden gerne weiterhin die Kommunikation selbst übernehmen." Als hätten sie's von Willi Pfannenschwarz gelernt. -
