Ausgabe 05/2015 - Schwerpunkt Ziele

 … Eltern sein dagegen sehr

1. Anonymus, 39, ein Sohn, 4; eine Tochter, 1

Mir bleibt nur ständiges Auspendeln.

Wir stehen um sechs Uhr auf, frühstücken gemeinsam, dann bringt meine Partnerin die Kinder in die Kita. Ich fahre eine Stunde zur Arbeit, und so gegen 18 Uhr bin ich zum Abendbrot wieder zu Hause. Es bleibt ein wenig Zeit zum Spielen, und ich lese jeden Abend die Gute-Nacht-Geschichte vor. Um halb neun sind die Kinder im Bett, dann beseitigen wir in unserer Zweizimmerwohnung zumindest das größte Chaos. Anschließend habe ich noch ein wenig Zeit für mich, aber nur in der Theorie, oft schlafe ich ein.

Ein Leben neben Beruf und Kindern habe ich eigentlich kaum noch. Ich spiele nur noch meine Rolle als Arbeitnehmer und Vater. Auch die Wochenenden werden voll um die Kinder herum geplant. Manche Kollegen und Bekannte ohne Kinder schauen mich deswegen manchmal mitleidig an, doch wo sollte ich Abstriche machen? Teilzeit wäre nicht möglich, und weniger Zeit mit den Kindern kommt nicht infrage, schon allein weil ich dann meiner Partnerin neben ihrem Beruf noch mehr aufbürden würde.

Ein guter Vater zu sein bedeutet für mich vor allem, dass ich viel Zeit mit meinen Kindern verbringe und wirklich an ihrem Leben teilnehme. Ich möchte, dass sie eigenständige, glückliche Menschen werden. Dazu müssen sie die üblichen Regeln lernen, vor allem aber möchte ich ihnen Werte mitgeben. Ehrlichkeit und Verlässlichkeit etwa sind mir viel wichtiger, als dass sie beim Essen nicht die Füße auf den Tisch legen. Dazu braucht es Zeit, und ich gebe ihnen alle Zeit, die ich habe. Darauf bin ich durchaus stolz. Aber bei der eigentlichen Erziehung stoße ich immer wieder an meine Grenzen.

Teilhabe, Engagement – was heute von Vätern erwartet wird, war für mich immer selbstverständlich. Bei meinen Eltern lief es noch klassisch ab. Meine Mutter war zu Hause und stellte das Essen auf den Tisch. Mein Vater war Ingenieur, kam um halb sechs nach Hause und verzog sich dann mit der Zeitung aufs Sofa. Er hat fast nie mit mir gespielt, und aus der Erziehung hat er sich herausgehalten. Gesprochen haben wir auch nicht viel. Ich fand das schon damals blöd, und bis heute habe ich zu meinem Vater eine recht oberflächliche Beziehung. Mir war immer wichtig, dass das in meiner eigenen Familie anders läuft.

Meine Kinder, meine Partnerin, mein Arbeitgeber, alle wollen was von mir, und ich selbst bin ja auch noch da. Doch Zeit und Aufmerksamkeit sind knappe Güter, das führt nicht selten zu einem inneren Verteilungskampf, den ich eigentlich nur verlieren kann, weil ich niemals allen gerecht werden kann, obwohl ich das natürlich gern möchte. Manchmal beneide ich meinen Vater. Nicht wegen der immer geputzten Wohnung, der gebügelten Hemden oder des gedeckten Tisches, sondern wegen der Möglichkeit, sich einfach mal nach Feierabend aus dem Familienleben zurückzuziehen.

Insofern hat das neue Vaterbild durchaus seine Schattenseiten. Zwar bedeutet es eine gewisse Entlastung, weil meine Partnerin auch arbeitet und die Verantwortung für die materielle Versorgung der Familie nicht allein auf meinen Schultern lastet. Aber man muss dafür auch eine ganze Menge Haushalt und Familie stemmen. Und ständig Kompromisse schließen. Also bleibt mir nur ein ständiges Auspendeln – und das ist nicht ohne, denn einen auf Papa machen ist in der Öffentlichkeit zwar hoch angesehen, im Alltag aber sieht es dann anders aus.

Bei mir wird es immer dann schwierig, wenn ein Kind krank ist und ich deshalb zu Hause bleiben muss. Ich arbeite bei der Vertriebsgesellschaft eines Herstellers von Großformatdruckern für Profi-Anwender, betreue Händler und Geschäftspartner und entwickle neue Anwendungen für unsere Produkte. Wir sind eine kleine Niederlassung, vieles geschieht in Teamarbeit – wenn dort jemand ausfällt, kann das den Betrieb durchaus stören. Wenn ich mich wegen meiner Kinder krankmelde, habe ich immer ein unangenehmes Gefühl, spüre ich doch die unterschwellige Erwartung der Kollegen, dass die Kinderbetreuung eher die Aufgabe der Mutter sei.

Erfolg im Job ist für mich wichtig, gerade weil ich als Studienabbrecher noch gut die Kurve gekriegt habe. Karriere zu machen und mehr Geld zu verdienen, das sind für mich wichtige Ziele, auch weil materielle Sicherheit ein wesentliches Merkmal guter Elternschaft ist. Dann aber kommt es gar nicht gut, wenn ich ständig wegen der Kinder ausfalle. Ich kann mich aber nicht aus der Verantwortung stehlen und meiner Partnerin die Kinder überlassen. Ich will ein guter Vater sein, mir zugleich aber keine Aufstiegs-Chancen verbauen. Im Zweifel gehen die Kinder vor, doch ich lasse mein Diensthandy eingeschaltet.

In Erziehungsfragen versuche ich immer, zwei Prinzipien zu folgen – was mir bei beiden immer wieder misslingt: Erziehung funktioniert nur durch Vorbilder. Und man sollte eher wenige Regeln aufstellen, diese dann aber konsequent durchsetzen. Doch es fängt schon bei so simplen Sachen an wie dem Schuheausziehen oder dem Händewaschen vor dem Essen – ich selbst bin dafür immer wieder zu bequem. Am Tisch sitzen bleiben, bis zumindest alle Kinder aufgegessen haben, ist auch so ein Ding. Statt ein aufspringendes Kind zu bremsen, esse ich lieber in Ruhe zu Ende und verzichte auf den Machtkampf. Überhaupt konsequent auf die Einhaltung von Regeln achten – daran scheitere ich ständig, schon weil ich nach der Arbeit oft weder Kraft noch Lust auf Auseinandersetzungen habe.

Diese Neigung zum leichten Weg ist aber keine Erziehung, und ich habe deshalb mitunter ein schlechtes Gewissen. Ich finde das viel schlimmer, als wenn ich meine Kinder mal anschreie, was mir in meiner Ohnmacht hin und wieder passiert. Zwar gibt es da einen Gedanken, der mich immer wieder tröstet: Ich erziehe meine Kinder nicht allein, meine Frau, Freunde, die Großeltern und die Kita erziehen alle mit, und im Mittel heben sich Fehler dann wieder auf. Und ich habe ja auch eine Menge Spaß mit meinen Kindern, was man nicht vergessen darf. Aber diese Diskrepanz zwischen genauen Vorstellungen von Erziehung einerseits und dem Hang, es dann trotzdem nicht so genau zu nehmen – sie prägt mich und macht mich unzufrieden.

Mannomann

Vielleicht auch, weil ich die Auseinandersetzung mit den Kindern eigentlich als typisch väterliche Aufgabe begreife – die früher nur kaum ein Vater wahrnahm. Und auch wenn es kaum jemand hören will, stimmt es: Erziehung hat mit Gewalt zu tun, mit der Durchsetzung des elterlichen Willens. Dabei geht es nicht um körperliche Gewalt, womöglich mit dem Gürtel. Aber ein zu großes Harmoniestreben ist nichts anderes als Bequemlichkeit.

Als Kinder erziehender, das Klo putzender Nichtalleinernährer habe ich mich weit vom klassischen Männerbild entfernt. Vielleicht macht es mir im Umgang mit meinen Kindern deshalb so viel Spaß, gerade „auf Männerart“ zu spielen. Ich boxe und raufe mit meinen Kindern, meine Sprache ist mitunter derb, ich spiele lieber Fußball als Rollenspiele. Wenn ich mit meinem Sohn auf einen Baum klettere, will ich ganz nach oben, und wenn wir Rad fahren, fahren wir auch mal Rennen. Dieser Wettkampfgedanke ist in Männern drin, und mein Sohn muss das nicht verleugnen. Unser Spiel ist rauer und weniger auf Sicherheit bedacht. Bleibende Schäden gilt es freilich zu verhindern.

Damit folge ich durchaus einem alten Vater-Klischee, aber man sollte nicht glauben, das mache die Sache einfacher. Denn dieses traditionelle Männerding heißt natürlich, dass ich hohe Erwartungen an meine Kinder habe, für die sie aber selbst gar nichts können. Und mit seinen Kindern anzugeben ist für Väter eine beliebte Form des klassischen Schwanzvergleichs. Auch wenn ich das eigentlich total peinlich finde, spüre ich diesen Impuls durchaus selbst – und muss ihn unterdrücken, was mir zum Glück in der Regel gelingt.

So muss ich es eben schlicht aushalten, wenn mein Sohn, so wie gerade, eine völlig sinnlose Angst vor steilen Treppen und U-Bahn-Schächten entwickelt. Diese Mutlosigkeit gibt mir einen schmerzhaften Stich, aber meinen Sohn die Treppe hinunterzuzwingen, wäre in meinen Augen völlig idiotisch. Ich muss einfach darauf hoffen, dass es von selbst wieder aufhört. Und mir klarmachen, dass es mein Problem ist. Nichts seins. Dumm nur, dass diese Arbeit an sich selbst so wahnsinnig unbequem ist.

2. Anonyma, 43, eine Tochter, 7

Zuversicht ist wichtig. Und Kinder gehören nicht in Watte gepackt.

Eine gute Mutter sein? Das war für mich vor allem ein großes Thema, als ich noch kein Kind hatte. Dieses klassische deutsche Bild, dass eine Mutter immer für ihr Kind da sein muss und dass sie sich aufopfert, hat mich sehr geärgert. Ich hatte in Frankreich studiert, dort gilt keine Frau als Rabenmutter, nur weil sie arbeiten geht.

Man muss sich nicht ständig aufs Kind draufsetzen – das war mein Ideal, und das ist es immer noch. Nur musste ich feststellen, dass das so selbstverständlich nicht ist, selbst in scheinbar aufgeklärten Kreisen. Als meine feministischen Freundinnen Mütter wurden, wurden viele von ihnen schwer waldorflich, die legten sich plötzlich total krumm für ihre Kinder, standen etwa um fünf auf, um sie in die Super-Kita fahren zu können. Mich hat das sehr befremdet. Aber es hat mich auch verunsichert. Ich selbst habe meine Tochter in eine ganz normale städtische Kita um die Ecke geschickt, schon weil mein Mann und ich beide arbeiten und aus Zeitgründen auf kurze Wege angewiesen sind. „Ganz schön Multikulti“ war noch ein harmloser Kommentar, und ein pädagogisches Konzept gab es dort nicht wirklich. „Bin ich deshalb eine schlechte Mutter?“ – das habe ich mich durchaus gefragt, aber am Ende bin ich meinem Bauch gefolgt, und im Nachhinein hat sich das auch als richtig herausgestellt.

Aber es ist eben schon so, dass man immer wieder irritiert wird, wenn man als Mutter arbeitet, und das nicht nur nebenher, weil man irgendwie seine Tage füllen muss. Zum einen, weil man die eigenen Ansprüche ans Muttersein mit seinen sonstigen Ansprüchen ans Leben harmonisieren muss – und was will man denn darüber hinaus nicht alles sein: Ehefrau, Freundin, Geldverdienerin, politisch und kulturell natürlich auf dem aktuellen Stand, und vielleicht auch einfach mal faul. Aber auch weil es in der Gesellschaft trotz aller gegenteiliger Beteuerungen nicht selbstverständlich ist.

Ich arbeite freiberuflich als Autorin für Hörfunk und Fernsehen. Im Grunde ist das ein Vollzeitjob, trotzdem sind meine Ansprüche ans Muttersein nicht gering. Meine Tochter soll behütet aufwachsen, zugleich soll sie Freiräume haben. Ich will aufmerksam sein und merken, was sie bewegt, will Zeit mit ihr verbringen. Sie soll Dinge erleben können. Vor allem aber will ich nicht meine eigene Vorstellung von ihr durchsetzen. Am Ende soll sie ein selbstbewusster, glücklicher Mensch werden, und dafür muss auch ich als Mutter den Rahmen setzen. Nicht, indem ich bestimmte Fertigkeiten vermittle und Wissen eintrichtere, sondern durch Zuwendung und Anerkennung. Die Eltern sind die wichtigsten Bezugspersonen für ein Kind.

Das aber heißt im Grunde ständige Präsenz, und ich hätte nie gedacht, dass es so schwer sein würde, eine gute Mutter zu sein. Denn Kinder sind niemals so, wie man sie sich erträumt. Sie funktionieren nicht, sie machen eben nicht mit beim Schuheanziehen. Meine Tochter entspricht längst nicht immer meinen Erwartungen, dafür ist sie, wie andere Kinder auch, ein Mensch, der ständig etwas von einem will. Das frustriert. Und Kinder kennen etwa keine Eile, dieses übliche Zeitkorsett der Erwachsenen ist ihnen fremd. Auch deshalb ist meine Tochter mitunter sehr anstrengend. Es geht um ihre Gefühle, aber auch um meine. Und beide sind wahrlich nicht immer dieselben.

Das bringt mich immer wieder in eine Zwickmühle. Einerseits finde ich es toll, wenn sie auf dem Weg zur Schule Kastanien sammelt und die Wolken betrachtet, andererseits muss sie lernen, dass man pünktlich kommt. Beides zusammen geht nicht, und so muss ich sie gegen meinen Willen antreiben. Nicht nur in solchen Situationen bin ich oft unsicher und bestimmt auch ungerecht.

Nobody’s perfect

Kinder stellen einen infrage, gerade dann, wenn sie einem die eigenen Fehler vor Augen führen. Wenn man etwa feststellen muss, dass die eigenen Vorstellungen von einem guten Leben gar nicht so selbstverständlich sind – man etwa Wandern auch total öde finden kann. Oder wenn meine Tochter meine Unfähigkeit zu Verboten und zur Konfrontation gnadenlos ausnutzt und mich zu Streits zwingt, denen ich nicht gewachsen bin. Ich werde dann laut, meckere rum – vor allem weil ich merke, dass ich eigentlich anders sein will. So ist mein Muttersein ein steter Wechsel zwischen Euphorie und Genervtsein. Was es aber wirklich schwierig macht, ist die Unsicherheit, ob man die Dinge richtig sieht und entscheidet. Dieser ständige Selbstzweifel.

Ich habe eine Weile gebraucht, um damit umzugehen, und meine wichtigste Erkenntnis ist eigentlich ganz einfach: Jeder macht Fehler. Das muss man auf dem Schirm haben, sonst dreht man durch. Mit anderen Eltern zu reden hilft enorm. So stellt man etwa fest, dass sich auch andere Kinder auf den Boden schmeißen und man sich deshalb nicht schämen muss. Dass man manchmal nur geduldig ertragen, aber nicht alles begreifen muss, was Kinder anrichten. Auch muss nicht jeder Nachmittag ein Fest sein – was mich sehr entlastet. Oder man merkt, dass auch andere Eltern ungehalten reagieren und dass das auch manchmal sein muss, schon weil man dadurch für seine Kinder zum echten Menschen wird und nicht wie ein seelenloses Ideal dasteht.

Ärger ist durchaus in Ordnung, wenn die Beziehung grundsätzlich stimmt. Zuversicht ist wichtig, und Kinder gehören nicht in Watte gepackt.

Für mich war es immer selbstverständlich, dass meine Tochter mit zwei Jahren bis 16 Uhr in die Kita geht. Dass sie, wie jetzt, bis 16 Uhr eine Ganztagsschule besucht. Dass ich selbstverständlich abends zum Sport und ins Kino gehe, auch wenn sie protestiert. Denn Vollzeitmutter wollte ich nie sein. Ich möchte nicht über Dinkelcracker reden, sondern am Leben teilnehmen und ernst genommen werden in dem, was ich tue. Dass ich mich etwa mit Verve in meine Arbeit stürze, auch für ein paar Tage in Nairobi, ist für mich kein Widerspruch zu meiner Mutterrolle, schließlich sieht meine Tochter somit in mir eine Erwachsene, die sich für etwas begeistert. Das ist doch wichtig. Dennoch habe ich gemerkt, dass es mir schwerfällt, mich abzugrenzen.

Ich weiß, dass ich nur dann eine gute Mutter sein kann, wenn ich selbst zufrieden bin. Zugleich aber ist das meine vielleicht größte Baustelle, denn viel hängt dabei an der Zeit, und davon habe ich eigentlich immer zu wenig. So bin ich durchaus mitunter neidisch auf meine ausgeglichenen Freundinnen, die entweder Mutter sind oder berufstätig. Denn Frauen wie ich, mit Job und Kind, teilen zwangsläufig alle eine ganz andere Erfahrung: Wir zerreißen uns zwischen dem einen und dem anderen.

Selbst wenn ich Zeit für mich habe, weil meine Tochter woanders ist, bin ich als Freiberuflerin in Gedanken immer beim Job. Zwar hat dieser Status auch Vorteile – so kann ich auch mal einen Vormittag beim Weihnachtsbasteln in der Schule verbringen –, aber Selbstbestätigung, finanzielle Sicherheit, alles hängt daran, und man muss ständig rödeln. Anfangs habe ich noch versucht, aufseiten der Kunden keinesfalls etwas anbrennen zu lassen, habe etwa auf eine Manuskriptanfrage sofort reagiert, obwohl ich meine Tochter von der Kita hätte abholen müssen. Und bis heute ist die Angst groß, von Auftraggebern nicht mehr ernst genommen zu werden, weil nur Vollzeit verfügbare Leute als vollwertig gelten. Zwar habe ich auch positive Erfahrungen gemacht, etwa wenn es einem Auftraggeber nichts ausmacht, dass bei einem Telefonat im Hintergrund das Kind laut zu hören ist, aber grundsätzlich suggeriert die Tatsache, ein Kind zu haben, eben oft, da stünde eine Frau eigentlich nur mit dem Schlabberpulli auf dem Spielplatz und würde nebenher ein bisschen jobben. Mit der Folge, dass man vielleicht nur noch wenige Jobs bekommt. Oder die schlechten. Oder man ohnehin als kompliziert gilt, was gerade bei Freiberuflern schnell das Aus bedeuten kann.

So ist das für mich bis heute eine ganz schwierige Situation, die ich nur mit einem halb garen Kompromiss für mich lösen kann. Um dem Zerrissenwerden etwas entgegenzusetzen, sage ich mittlerweile zwar deutlich, dass ich jetzt keine Zeit habe, gebe Zeitfenster vorab vor, bitte um eine E-Mail oder verweise auf den nächsten Tag. Aber ich bin oft nicht ehrlich, schiebe ominöse „Termine“ vor, statt klar zu sagen, dass ich mich um meine Tochter kümmern muss. Dass ich derart lügen muss, ärgert mich sehr. Denn ich möchte mich eigentlich nicht verbiegen, aber das Risiko der Ehrlichkeit ist mir einfach zu groß. ---

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